# taz.de -- Zurück ins fossile Zeitalter: Reiches Rückwärtsrolle muss stoppen
> Die SPD darf sich der Lobbyministerin Katherina Reiche nicht beugen. Sie
> muss ihr grünes Erbe, das Erneuerbare-Energien-Gesetz, weiter
> verteidigen.
(IMG) Bild: Wirtschaftsministerin Katherina Reiche
Was heute oft vergessen wird: Einen wesentlichen Anteil daran, dass die
Welt vielleicht doch gerettet werden kann, trägt die SPD. Ja, es waren auch
bündnisgrüne Politiker und sogar solche mit CDU-Parteibuch, die im Jahr
2000 das „Erneuerbare-Energien-Gesetz“ (EEG) mit auf den Weg gebracht
hatten. Initiiert aber wurde es vom SPD-Abgeordneten Hermann Scheer: Das
Parlament, nicht ein Ministerium, brachte ein Gesetz auf den Weg, das den
Ausbau der Erneuerbaren revolutionierte.
Dank der Massennachfrage entwickelte sich eine technologische Lernkurve,
Sonnenkraftwerke kosten heute nur noch zehn Prozent so viel wie vor der
Einführung des EEG. Bei Windkraft, Biomasse oder Solarthermie ist es
ähnlich.
Nur deshalb gibt es noch eine [1][Chance auf eine Begrenzung des
Klimawandels auf der Erde]: Nach Datenlage der „Internationalen Energie
Agentur“ wurden im letzten Jahr mehr als 90 Prozent aller neuen Kraftwerke
weltweit mit erneuerbarer Technik aufgebaut, die Photovoltaik war dabei der
größte Einzelposten. Ohne EEG, ohne technologische Lernkurve, ohne SPD
wären all die neuen Stromfabriken fossil gebaut worden, viellleicht die
gefährlichen Kippelemente im Erdsystem längst erreicht.
Dass solch eine Erfolgsgeschichte in nur einem Vierteljahrhundert
Gegenkräfte hervorruft, ist logisch. Katherina Reiche (CDU) darf sich
Bundeswirtschaftsministerin nennen, ist aber [2][in Wahrheit eine
Lobbyistin], die Friedrich Merz ans Steuerpult stellte. Und die ehemalige
Eon-Managerin macht nun Sachen, die der Eon-Wirtschaft gefallen, wie ihre
Gesetzgebung, beispielsweise der Netzausbauplan, zeigt: So wird der Ausbau
der Erneuerbaren abgewürgt und das [3][fossile Zeitalter beispielsweise mit
neuen Gaskraftwerken] verlängert.
Noch ist es nicht soweit: Sachverwalter der Weltenrettung ist Fraktionschef
Matthias Miersch, der früher die Energiepolitik der SPD koordinierte.
Sachverwalterin ist auch Nina Scheer, die Tochter des EEG-Vaters Hermann.
Schwer vorstellbar, dass die SPD [4][Reiches Rückwärtsrolle] zustimmen wird
und damit ihr historisches Erbe gefährdet.
23 Apr 2026
## LINKS
(DIR) [1] /Kritik-an-Reiches-Energiereformen/!6166135
(DIR) [2] /Demos-fuer-die-Energiewende/!6172085
(DIR) [3] /Koalitionsausschuss-zur-Energiekrise/!6170214
(DIR) [4] /Bundesregierung-zu-EU-Plaenen/!6170945
## AUTOREN
(DIR) Nick Reimer
## TAGS
(DIR) Katherina Reiche
(DIR) Schwarz-rote Koalition
(DIR) Energiepreise
(DIR) Streit
(DIR) SPD
(DIR) GNS
(DIR) Reden wir darüber
(DIR) Regierung
(DIR) Demonstration
(DIR) Erneuerbare Energien
(DIR) SPD CDU Koalition
(DIR) Energiewende in Gefahr
## ARTIKEL ZUM THEMA
(DIR) Schwarz-rotes Chaos-Krisenmanagement: Es sind mehr als nur nervöse Missstimmungen
Als Krisenmanager ist Schwarz-Rot ein Ausfall. Zu den anstehenden
Sozialreformen formulieren SPD und Union Erzählungen, die sich
widersprechen.
(DIR) Demo gegen Energiepolitik: Fridays for Future rechnet mit Reiche ab
Hunderte Demonstrierende setzten in Berlin ein Zeichen gegen die deutsche
Energiepolitik. Im Zentrum der Kritik: Wirtschaftsministerin Katherina
Reiche.
(DIR) Demos für die Energiewende: „Sie sind gekauft, treten Sie zurück!“
Tausende Menschen demonstrieren in Berlin gegen die Abwicklung der
Energiewende. Im Fokus: die Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche
(CDU).
(DIR) Energiekrise und Krisenvorsorge: Die Regierung lässt die Dinge einfach laufen
Statt die Bürger:innen tatsächlich zu entlasten, betreibt die Koalition
Klientelpolitik. Die ist dazu noch unökologisch.
(DIR) Kritik an Reiches Energiereformen: Ökostrom-Branche greift Regierung an
26 Maßnahmen für eine effiziente Energiewende: Die Erneuerbaren-Branche
legt Alternativvorschläge zu den Plänen von Wirtschaftsministerin Reiche
vor.