# taz.de -- Entlastungsidee der Bundesregierung: Immer mehr Kritik an 1.000-Euro-Zahlung
       
       > Die Gruppe der Skeptiker gegen die 1.000-Euro-Prämie wächst. Neu
       > dazugekommen: DIW-Präsident Marcel Fratzscher. Er plädiert für eine
       > Energiekostenpauschale.
       
 (IMG) Bild: Die Kritik an der von der Bundesregierung angekündigten 1000 Euro-Prämie wächst
       
       dpa/afp Bis zu 1.000 Euro pro Beschäftigten: Als Bundeskanzler Friedrich
       Merz (CDU) diese Entlastungsmaßnahme der Bundesregierung vergangene Woche
       als Antwort auf die Energiekrise vorstellte, klang das zunächst
       vielversprechend. Doch seitdem wächst die Gruppe der Kritiker täglich. Neu
       dazugekommen am Montag: [1][Marcel Fratzscher], Präsident des Deutschen
       Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW).
       
       In einem Gastbeitrag für die „Fuldaer Zeitung“ erklärte er, der geplante
       Bonus sei ein Fehler. Beschäftigte großer, finanzstarker Firmen hätten
       bessere Chancen auf die Prämie als Mitarbeiter kleinerer Betriebe, Rentner,
       Arbeitslose oder Studierende, die oft leer ausgingen.
       
       Stattdessen schlägt Fratzscher eine einmalige Energiekostenpauschale von
       300 Euro vor, gekoppelt an die Einkommensteuer. Diese würde
       einkommensschwachen Menschen vollständig zugutekommen und bei höheren
       Einkommen abschmelzen. Zudem könnten die Empfänger selbst entscheiden,
       wofür sie das Geld nutzen – ob für den Tank, Heizkosten oder Lebensmittel.
       
       Auch Handwerks-Präsident Jörg Dittrich forderte die schwarz-rote Koalition
       auf, den Plan zu verwerfen. Er kritisierte in der „Bild“-Zeitung, der Staat
       solle „diese unredliche Idee schnellstens einkassieren und durch einen
       besseren Vorschlag ersetzen“. Die Prämie sei „sozial ungerecht und
       wirtschaftspolitisch falsch“. Sie belaste die ohnehin angeschlagenen
       Betriebe zusätzlich.
       
       ## SPD-Länder fordern Sonder-MPK
       
       Eine Umfrage des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft unter mehr als
       2.000 Betrieben, [2][veröffentlicht vom ZDF], zeigt: 50 Prozent der
       Unternehmen wollen die Prämie „auf keinen Fall auszahlen“. 20 Prozent
       halten es für möglich, 30 Prozent sind unentschlossen. Über 90 Prozent
       bewerten die Prämie aber als schlechte Idee.
       
       Auch viele der im Deutschen Aktienindex (Dax) notierten Unternehmen
       äußerten sich in einer Umfrage der „Bild am Sonntag“ abwartend. Konzerne
       wie [3][Adidas], BASF oder Zalando teilten der mit, sie würden das Thema
       prüfen, sobald die Regierung die konkreten gesetzlichen Bedingungen
       festgelegt hat.
       
       Unterdessen fordern die Ministerpräsidenten der SPD-geführten Bundesländer
       eine Sonder-Ministerpräsidentenkonferenz mit der Bundesregierung. In einem
       Schreiben an Merz baten sie ihn, die Koordinierung zu übernehmen, „um
       schnellstmöglich zusammenzukommen“.
       
       Angesichts steigender Kraftstoffpreise und drohender Versorgungsengpässe
       bei anderen Gütern müsse die Politik dringend über „grundsätzliche Fragen
       der Energiesicherheit, der Energiepreise und der Strukturen“ beraten, heißt
       es in dem Schreiben, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. (dpa, afp)
       
       20 Apr 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /Chef-des-DIW-warnt-vor-AfD-Politik/!6031432
 (DIR) [2] https://www.zdfheute.de/wirtschaft/unternehmen/entlastungspramie-konzerne-verdi-100.html
 (DIR) [3] /Gewerkschaft-vs-Adidas/!6122948
       
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