# taz.de -- Energiesicherheit: Merz will Nationalen Sicherheitsrat einberufen
> Die Versorgung mit Treibstoff sei gesichert, sagt der Kanzler. Damit das
> so bleibt, will die Regierung vorsorgen.
(IMG) Bild: Treibstoffmangel? Ein Mineralöltanklager in Wilhelmshaven
dpa | Die Bundesregierung will einem möglichen Treibstoffmangel wegen der
Energiekrise vorbeugen. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) kündigte dazu
„zeitnah“ Beratungen im Nationalen Sicherheitsrat an. Wirtschafts- und
Verkehrsministerium haben zum Thema Kerosin für heute Versorger, Flughäfen,
Airlines und Verbände zu einem Branchentreffen geladen. Die SPD-geführten
Bundesländer fordern derweil eine Sonder-Ministerpräsidentenkonferenz zum
Thema Energiesicherheit.
Merz machte am Abend bei der Eröffnung der Hannover Messe die Ankündigung,
den Nationalen Sicherheitsrat einzuberufen: „Unser Ziel ist dabei klar: Die
deutsche Wirtschaft und die Bürger müssen sich darauf verlassen können,
dass die Versorgung mit zentralen Produkten wie etwa Diesel, Benzin,
Flugbenzin gesichert bleibt“. Derzeit sei die Lage zwar angespannt, aber
die Versorgung gesichert. „Für den Fall, dass sich die Lage verschärfen
sollte, sind wir auf Maßnahmen vorbereitet.“
Unionsfraktionschef Jens Spahn (CDU) sagte in der ARD-Sendung „Caren
Miosga“, bisher gebe es kein Versorgungsproblem. „Für uns ist es bis
hierhin keine Knappheit, sondern die Marktverwerfung.“ CSU-Chef Markus
Söder mahnte in der ARD-Sendung „Bericht aus Berlin“, es müsse ausreichend
Vorsorge getroffen werden. Die Alternative könne nicht sein, nicht mehr zu
fliegen oder zu fahren.
## Merz will „alle verfügbaren Instrumente“ nutzen
Die schwarz-rote Bundesregierung hatte den [1][Nationalen Sicherheitsrat im
vergangenen Jahr gegründet], um auf Krisen und Bedrohungen aller Art
schnell und effektiv reagieren zu können. Neben Mitgliedern der
Bundesregierung und Sicherheitsbehörden können auch Vertreter der Länder
eingeladen werden. Das kündigte Merz für die nächste Sitzung an: Unter
anderem werde der niedersächsische Ministerpräsident Olaf Lies (SPD) dabei
sein.
„Für uns ist klar: Versorgungssicherheit hat für Deutschland höchste
Priorität“, sagte Merz. Um Stabilität zu gewährleisten, kämen „alle
verfügbaren Instrumente“ zum Einsatz.
Zuvor hatte bereits [2][Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche] für
den Fall eines Kerosinmangels Gegenmaßnahmen angekündigt – gleichzeitig
aber vor übertriebener Aufgeregtheit gewarnt. „Alarmismus bei Kerosin hilft
nicht“, sagte die CDU-Politikerin der Deutschen Presse-Agentur. Die
Versorgungslage in den jeweiligen Märkten sei unterschiedlich.
## Sieben Länderchefs wollen Sonder-MPK
Unterdessen riefen die Ministerpräsidenten der SPD-geführten Bundesländer
zu einer Sonder-Ministerpräsidentenkonferenz mit der Bundesregierung auf.
In einem Schreiben an Merz baten sie ihn, dafür die Koordinierung zu
übernehmen, „um schnellstmöglich zusammenzukommen“. Angesichts [3][der seit
Wochen stark steigenden Kraftstoffpreise] und drohender Versorgungsengpässe
auch bei anderen Gütern müsse es dringend Abstimmungen auf politischer
Spitzenebene geben zu „grundsätzlichen Fragen der Energiesicherheit, der
Energiepreise und der Strukturen“, heißt es in dem Schreiben, das der
Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Zuvor hatte „Table.Briefings“ berichtet.
Die SPD-Länderchefs aus Rheinland-Pfalz, Brandenburg, Bremen, Hamburg,
Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und dem Saarland verwiesen auf die
bewährten Bund-Länder-Beratungen in der Corona-Pandemie und in der
Energiekrise nach Beginn des Ukrainekrieges.
## Spritsteuersenkung soll diese Woche über die Bühne
In dieser Woche stehen die finalen Entscheidungen für die Senkung der
Spritsteuern an. Die schwarz-rote Koalition hatte angesichts der
Preissprünge an den Tankstellen infolge des Irankriegs beschlossen, die
Steuern auf Diesel und Benzin [4][für zwei Monate um jeweils rund 17 Cent
brutto pro Liter zu senken]. Gelten soll dies ab dem 1. Mai bis Ende Juni.
Der Bundestag will am Donnerstag entscheiden. Der Bundesrat wird dazu
voraussichtlich am Freitag zu einer Sondersitzung zusammenkommen.
20 Apr 2026
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