# taz.de -- Subventionen für Unternehmen: EU-Kommission genehmigt deutschen Industriestrompreis
       
       > Deutschland darf seine Industrie mit einem vergünstigten Strompreis
       > unterstützen. Die EU-Kommission genehmigte den Umfang von 3,8 Milliarden
       > Euro.
       
 (IMG) Bild: Die EU hat den deutschen Industriestrompreis mit fliegenden Fahnen durchgewunken
       
       afp/taz | Die EU-Kommission hat die [1][Pläne der Bundesregierung für einen
       Industriestrompreis] genehmigt. Deutschland darf die Stromkosten
       energieintensiver Unternehmen rückwirkend ab dem 1. Januar 2026 bis Ende
       2028 subventionieren, wie die Kommission am Donnerstag mitteilte. Für die
       Hilfen sind den Angaben zufolge insgesamt 3,8 Milliarden Euro vorgesehen.
       Wirtschaftsministerin Katherina Reiche erklärte die Maßnahmen als großen
       Erfolg und „wichtiges Signal für den Industriestandort Deutschland“.
       
       Mit dem Industriestrompreis will die Bundesregierung den Strompreis
       deckeln, den Unternehmen letztlich zahlen, und finanziert die Differenz zum
       Preis am Strommarkt. Der reduzierte Strompreis für die Firmen muss laut
       EU-Kommission mindestens bei 50 Euro pro Megawattstunde liegen.
       Voraussetzung ist zudem, dass die Unternehmen mindestens die Hälfte der
       Einsparungen [2][in eine klimafreundlichere Produktion investieren.]
       
       Die Gelder stehen Unternehmen in Sektoren offen, „bei denen ein erhebliches
       Risiko besteht, dass sie ihre Tätigkeiten in Länder außerhalb der EU
       verlagern“, teilte die Kommission weiter mit. In Deutschland sind das vor
       allem die Stahl-, Zement- und Chemieindustrie. Unternehmen können die
       Staatshilfen zum Ende jedes Jahres beantragen, die Subventionen hängen dann
       von ihrem tatsächlichen Verbrauch und den durchschnittlichen Strompreisen
       ab.
       
       Der ehemalige Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) hatte die Idee des
       Inudustriestrompreises seiner Zeit ins Spiel gebracht, war [3][aber am
       Widerstand von SPD und FDP] gescheitert.
       
       ## Mehrere Tausend Unternehmen sollen profitieren
       
       Die schwarz-rote Koalition hatte den Industriestrompreis dann im November
       grundsätzlich beschlossen, lange bevor der Irankrieg die Energiepreise in
       die Höhe trieb. Das grüne Licht aus Brüssel stand noch aus, ebenso eine
       finale Einigung innerhalb der schwarz-roten Koalition. Medienberichten
       zufolge ging es im Detail vor allem um die Frage, für welche Projekte die
       subventionierten Unternehmen die erhaltene Staatshilfe reinvestieren
       müssen.
       
       Das Bundeswirtschaftsministerium teilte am Donnrstag mit, dass „potenziell
       mehrere Tausend Unternehmen“ von dem Industriestrompreis profitieren
       würden.
       
       Lars Klingbeil (SPD) begrüßte den Schritt als „sehr gute Nachricht für die
       deutsche Industrie“. Mit dem Industriestrompreis gäbe es eine „spürbare
       Entlastung bei den Energiekosten“, damit werde die deutsche Industrie
       „international wettbewerbsfähiger“, zudem würden Arbeitsplätze in
       Deutschland geschützt.
       
       Parteikollege, Bundesumweltminister Carsten Schneider, erklärte, die
       Energie in Deutschland werde „Schritt für Schritt immer mehr aus
       erneuerbaren Quellen kommen, weil das die nachhaltigste und günstigste
       Energieform ist“. Der Industriestrompreis sei „ein Instrument, das den
       Übergang in die Zukunftstechnologien erleichtern kann“.
       
       ## Kritik vom Chemieverband
       
       Der Verband der Chemischen Industrie (VCI) begrüßte, „dass die
       Bundesregierung in ihrem Entwurf den EU-Rahmen ausreizt“, kritisierte aber,
       dass die Entlastung zu gering sei. Matthias Belitz, Bereichssleiter für
       Nachhaltigkeit, Energie und Klimaschutz im VCI, erklärte in einer
       Mitteilung: „Die bisherigen EU-Vorgaben sind so streng, dass bei den
       Unternehmen wenig ankommen wird. Laut unseren Berechnungen würde die
       Entlastung bei den meisten Unternehmen bei unter zehn Prozent der
       Strombezugskosten liegen. Das Instrument allein wird die
       Energiekostenprobleme nicht lösen.“
       
       16 Apr 2026
       
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