# taz.de -- Meta und die künstliche Intelligenz: Und immer grüßt der Chef vom Bildschirm
       
       > Meta-Chef Zuckerberg arbeitet an einem KI-Agenten, mit dem er immer
       > ansprechbar ist für Mitarbeiter:innen. CEO-Traum – oder
       > Überwachungs-Albtraum?
       
 (IMG) Bild: Hat Visionen: Meta-Chef und Facebook-Gründer Marc Zuckerberg
       
       Immer ansprechbar für die Belegschaft, immer Ratgeber bei kleinen und
       großen Entscheidungen – das wollen eigentlich die wenigsten
       Arbeitgeber*innen sein. Ist ja auch stressig. Gerade bei einem Betrieb
       mit knapp 79.000 Mitarbeiter*innen. Die braucht Meta aber auch. Immerhin
       gehören zum Konzern große Social-Media-Plattformen wie Facebook, Instagram
       und Threads, der Messenger Whatsapp und auch Meta Quest, das
       Virtual-Reality-Geräte herstellt.
       
       Außerdem arbeitet Meta an einem eigenen KI-Agenten. CEO ist der
       Facebook-Gründer Mark Zuckerberg. Und bald ist er laut Recherchen der
       [1][Financial Times] noch mehr als das. Er wird KI. Beziehungsweise eine
       Vorlage für eine KI.
       
       Die Financial Times zitiert Insider, die davon berichten, dass Mark
       Zuckerberg bei der Entwicklung seines eigenen KI-Abbildes mitarbeitet.
       Demnach soll es nicht nur aussehen wie Zuckerberg, sondern sich auch so
       verhalten, den gleichen Tonfall anschlagen, die gleichen
       Argumentationsmuster anwenden. Später sollen die Angestellten mit diesem
       Avatar interagieren können, ihn um Rat oder Feedback bitten, und sich
       Zuckerberg so verbundener fühlen können – rund um die Uhr.
       
       Generell will sich das Unternehmen in Zukunft – nachdem seine [2][Vision
       des Metaverse] gescheitert ist – auf die sogenannte künstliche Intelligenz
       fokussieren. Aktuell liegt es da aber noch weit hinter der Konkurrenz von
       Google und OpenAI.
       
       ## Wie könnte der KI-Zuckerberg aussehen?
       
       Wie eine Zuckerberg-KI genau aussehen könnte, ist nicht bekannt. Direkt
       entstehen jedoch Bilder, die den Albträumen von Gewerkschaftler*innen
       entsprungen sein könnten: Der Chef, vielleicht nicht wachend, doch immer
       ansprechbar auf dem Rechner. Zuckerbergs Antlitz auf dem Bildschirm, um
       Aufmerksamkeit bettelnd wie Karl Klammer, die alte Word-Büroklammer, die
       aufdringlich Formatierungstipps geben will. Der CEO, also die
       personifizierte Firmenphilosophie, in jedem Büro, wie ein Herrscherbild in
       der Amtsstube, nur eben sprechend. Und wenn Zuckerberg das kann: Wer will
       es dann als Nächstes tun?
       
       Tatsächlich könnte eine solche Zuckerberg-KI allerdings, trotz der
       vorauseilenden Kritik, dem Unternehmen nutzen, würde sie wirklich die
       Identifikation mit Zuckerberg und damit auch Meta als Arbeitgeber stärken.
       Denn wenn ein Mensch mit einem KI-Chatbot kommuniziert, passiert etwas
       Emotionales. Natürlich nur einseitig: [3][Manche verlieben sich in die KI
       und führen eine Beziehung mit ihr]. [4][Andere lassen sich von KI durch
       schwere psychische Krisen begleiten] oder versuchen, [5][mit ihr gegen
       Einsamkeit anzugehen].
       
       ## Emotionale Nähe wie zu einem Menschen
       
       [6][Laut Untersuchungen der Universität Heidelberg] können Menschen unter
       bestimmten Bedingungen sogar zu einer KI eine stärkere emotionale Nähe
       aufbauen als zu einem anderen Menschen – besonders, wenn sie nicht wissen,
       dass sie es mit einer KI zu tun haben. Gerade um möglichst menschenähnlich
       zu wirken, könnte es daher wichtig sein, eine CEO-KI fotorealistisch zu
       gestalten und ihr die Stimme des Vorbilds zu leihen.
       
       Meta hatte das bereits 2023 ausprobiert und KI-Figuren vorgestellt, die –
       mit Erlaubnis – Prominente darstellen sollten. So hatte etwa der Rapper
       Snoop Dogg sowohl sein Aussehen als auch seine Stimme dafür hergegeben.
       Trotzdem waren die Meta-Erfahrungen mit KI nicht nur positiv. Denn wenig
       später veröffentlichte das Unternehmen ein Tool, mit dem Nutzer*innen
       KI-Charaktere erstellen konnten. Aber weil diese die Persona teilweise auch
       sexualisiert gestalteten, [7][schränkte das Unternehmen die Funktion im
       Januar 2026 für Teenager ein].
       
       17 Apr 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] https://www.ft.com/content/02107c23-6c7a-4c19-b8e2-b45f4bb9ce5f?syn-25a6b1a6=1
 (DIR) [2] /Gerichtsakten-veroeffentlicht/!6131825
 (DIR) [3] /Verliebt-in-eine-KI/!6121372
 (DIR) [4] /Kann-KI-fehlende-Therapieplaetze-ersetzen/!6089833
 (DIR) [5] /KI-Start-up-friendcom-Vom-Geschaeft-mit-der-Einsamkeit/!6163839
 (DIR) [6] https://www.uni-heidelberg.de/de/newsroom/wenn-kuenstliche-intelligenz-eine-staerkere-emotionale-naehe-erzeugt-als-der-mensch#:~:text=Menschen%20k%C3%B6nnen%20zu%20K%C3%BCnstlicher%20Intelligenz,Das%20zeigen%20Untersuchungen,%20die%20Prof.
 (DIR) [7] https://about.fb.com/news/2025/10/teen-ai-safety-approach/
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Johannes Drosdowski
       
       ## TAGS
       
 (DIR) Schwerpunkt Meta
 (DIR) Big Tech
 (DIR) Schwerpunkt Künstliche Intelligenz
 (DIR) Mark Zuckerberg
 (DIR) Reden wir darüber
 (DIR) Social-Auswahl
 (DIR) Alphabet
 (DIR) wochentaz
 (DIR) Schwerpunkt Meta
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA
       
 (DIR) Youtube und Instagram: US-Gericht macht Alphabet und Meta wegen Sucht haftbar
       
       Eine Nutzerin warf Onlineplattformen in einer US-Klage vor, die Dienste
       machten süchtig. Geschworene geben ihr recht, doch die Konzerne wehren
       sich.
       
 (DIR) Digitale Unabhängigkeit: Ausziehen bei Mama Meta
       
       Einmal monatlich zeigen europäische Hacker, wie sich Normalsterbliche von
       Whatsapp, Paypal und Co. befreien können. Zu Besuch bei einem
       Umzugsworkshop.
       
 (DIR) Sammelklagen gegen Meta: Datensammelei mit Folgen
       
       Hält sich Meta beim Sammeln von Nutzer*innendaten ans Gesetz? Zwei
       Sammelklagen wollen das prüfen. Die Kläger*innen könnten Schadensersatz
       bekommen.