# taz.de -- Sudankonferenz in Berlin: Mehr Hilfe für Sudans Kriegsopfer
       
       > Auf der internationalen Sudankonferenz in Berlin sagen viele Regierungen
       > neue Gelder für humanitäre Hilfe zu. Gegen den Krieg sind sie aber
       > hilflos.
       
 (IMG) Bild: Eröffnungssitzung der internationalen Sudankonferenz in Berlin am 15. April
       
       „Dieser Alptraum muss enden“: Der Appell von UN-Generalsekretär António
       Guterres in seiner Videobotschaft an die internationale Sudankonferenz in
       Berlin am Mittwoch war knapp und deutlich. Zum dritten Jahrestag des
       Ausbruchs des Krieges in Sudan zwischen der Staats- und Armeeführung und
       der in den Aufstand getretenen Miliz RSF (Rapid Support Forces), der die
       derzeit [1][größte humanitäre Krise der Welt] herbeigeführt hat, trafen
       sich Vertreter zahlreicher Staaten und Organisationen im Auswärtigen Amt.
       
       „Wir alle teilen eine humanitäre Verantwortung für das Volk von Sudan“,
       sagte Bundesaußenminister Johan Wadephul (CDU) bei der Eröffnung des
       öffentlichen Teils der Konferenz, der sich auf humanitäre Hilfe bezog. Man
       wolle „eine Botschaft an das Volk von Sudan senden: Wir stehen an Ihrer
       Seite“. Wenn man jetzt keine Lösung finde, drohe das in der Zukunft „eine
       noch viel größere Herausforderung“ zu werden.
       
       Am Vormittag hatten Minister und Diplomaten hinter verschlossenen Türen
       über die Perspektiven eines Friedensprozesses getagt, ohne Beteiligung der
       Kriegsparteien. Parallel fanden Gespräche mit und zwischen aus Sudan
       angereisten unabhängigen zivilen Vertretern statt. Diese einigten sich nach
       kontroversen Debatten auf einen gemeinsamen Aufruf, den Krieg zu beenden
       und einen von Sudanesen geführten politischen Prozess einzuleiten.
       
       Das Quintett der fünf an der Konferenzvorbereitung beteiligten
       internationalen Organisationen – die Europäische und die Afrikanische
       Union, die Arabische Liga, das Regionalbündnis IGAD der Staaten am Horn von
       Afrika sowie die UNO – hatte zum Auftakt [2][in einer Erklärung] von einer
       „fortschreitenden Verschlechterung der Lage“ in Sudan gesprochen. Es
       bezeichnete das Treffen in Berlin als „Gelegenheit, in einem kritischen
       Moment des Konflikts das internationale Engagement zu verstärken, zu
       Deeskalation aufzurufen und zivile sudanesische Perspektiven sichtbarer zu
       machen“.
       
       ## Deutschland sagt 212 Millionen Euro zu
       
       Geberzusagen für humanitäre Hilfe standen öffentlich im Vordergrund.
       Während Hilfswerke wie das UN-Welternährungsprogramm WFP betonen, die
       humanitäre Krise sei nicht allein durch humanitäre Hilfe zu lösen, sondern
       bedürfe politischer Verhandlungen, stellen Regierungen Geld in den
       Vordergrund. Deutschland sagt 212 Millionen Euro an neuen Hilfsgeldern zu
       und bleibt damit vor den USA mit 220 Millionen US-Dollar (187 Millionen
       Euro) und dem Vereinigten Königreich mit 146 Millionen Pfund (168 Millionen
       Euro).
       
       Geschlechtsbezogene Gewalt und die Unterstützung lokaler Gruppen sollen im
       Mittelpunkt der Zahlungen stehen. Länder aus der Region betonen auch die
       Belastungen der Nachbarstaaten, für die sie mehr internationale
       Unterstützung einfordern.
       
       Insgesamt belaufen sich die Geberzusagen nach deutschen Angaben auf
       insgesamt rund 1,5 Milliarden Euro zur Finanzierung der [3][humanitären
       Hilfspläne der UNO für Sudan]. Benötigt werden dafür 2,2 Milliarden
       US-Dollar (knapp 1,9 Milliarden Euro). Wie der UN-Untergeneralsekretär für
       humanitäre Angelegenheiten, Tom Fletcher, in Berlin ausführte, soll dieses
       Geld ermöglichen, 14 der 20 Millionen auf humanitäre Hilfe angewiesenen
       Menschen in Sudan – knapp die Hälfte der Bevölkerung – zu erreichen. Bisher
       würden nur zwei Millionen erreicht.
       
       ## Zugang für Helfer nicht garantiert
       
       Die Geber müssten nun auch liefern, mahnte Fletcher und forderte eine
       schnelle Auszahlung der zugesagten Gelder sowie besseren Zugang und Schutz.
       Der [4][Grenzübergang Adré aus Tschad], über den RSF-Gebiete von Darfur
       erreichbar sind, müsse dauerhaft geöffnet bleiben – bisher ist das von
       befristeten Genehmigungen abhängig.
       
       Zahlreiche Teilnehmer beklagten die Behinderung humanitärer Hilfe durch
       beide Kriegsparteien und forderten mehr Unterstützung für
       Menschenrechtsorganisationen und die Ermittlung von Kriegsverbrechen.
       Außenminister Wadephul sagte vor Journalisten: „Menschliches Leid, tägliche
       Grausamkeiten und schlimmste Kriegsverbrechen werden wir niemals
       hinnehmen.“
       
       Frankreich erneuerte die Forderung, das bestehende UN-Waffenembargo für
       Sudan, das auf Darfur beschränkt ist, auf das gesamte Staatsgebiet
       auszuweiten. Großbritannien verlangte ein schärferes Vorgehen gegen
       [5][illegale Waffenströme] und Geschäfte mit Sudans Rohstoffen. Wie genau
       ein humanitärer Waffenstillstand erreicht und ein politischer Prozess
       angestoßen werden sollen, bleibt dagegen offen, ebenso wie die Frage nach
       Mechanismen der Rechenschaft für Staaten, die sich nicht an das
       Waffenembargo halten.
       
       15 Apr 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /Krieg-in-Sudan/!6167358
 (DIR) [2] https://www.eeas.europa.eu/eeas/sudan-quintet-joint-statement-third-international-sudan-conference_en
 (DIR) [3] https://reliefweb.int/report/sudan/sudan-humanitarian-needs-and-response-plan-2026-summary
 (DIR) [4] /Deutschlands-Rolle-in-Tschad-und-Sudan/!6050223
 (DIR) [5] /Illegale-Ruestungsexporte-in-den-Sudan/!6127396
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Saskia Jaschek
 (DIR) Dominic Johnson
       
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