# taz.de -- Drei Jahre Krieg in Sudan: Deutschland muss sich für die Revolution starkmachen
       
       > In Berlin startet die Sudan-Geberkonferenz. Doch Frieden herrscht in dem
       > Land erst, wenn afrikanische und arabische Sudaner genauso mitbestimmen
       > wie die Eliten in Khartum.
       
 (IMG) Bild: Es wird höchste Zeit, dass sich die deutsche Bundesregierung für die Revolution im Sudan starkmacht
       
       [1][Drei Jahre Krieg in Sudan]: Das sind knapp 20 Millionen hungernde
       Menschen, Hunderttausende zivile Tote und zahllose Kriegsverbrechen. Von
       einem Bürgerkrieg kann dabei keine Rede sein – nicht die Bürgerinnen und
       Bürger dieses Landes bekämpfen sich, sondern vor allem zwei militärische
       Machthaber. Zwei Lager, die sich in ein Patt gekämpft haben, aus dem kein
       Ausweg möglich scheint. Doch den gibt es: Als Teil der internationalen
       Gemeinschaft muss die Bundesregierung jene Zivilgesellschaft stärken, die
       schon 2019 den Diktator Omar al-Baschir stürzte.
       
       Deutschland schaut seit Beginn des Krieges dabei zu, wie die sudanesische
       Armee unter Abdel Fattah al-Burhan und die RSF-Miliz unter Mohammed Hamdan
       Dagalo brandschatzen und töten. Ägypten und die Vereinigten Arabischen
       Emirate unterstützen sie finanziell und militärisch. Die Bundesregierung
       setzt vor allem auf humanitäre Hilfe und Dialog. Zum Jahrestag des
       Kriegsbeginns veranstaltet sie [2][eine Geberkonferenz in Berlin].
       Öffentlichen Druck auf Kairo und Abu Dhabi übt sie nicht aus.
       
       Gewiss, nur Verhandlungen bringen einen Waffenstillstand. Ohne ihn ist
       Frieden unmöglich. [3][Doch die Militärs werden Sudan niemals Stabilität
       bringen]. Jeder Versuch, die Macht zwischen den rivalisierenden Lagern zu
       teilen, wird scheitern. Entweder endet er in einem Putsch, weil eine
       Fraktion zu mächtig wird – oder in einem Krieg, weil eine Partei
       unzufrieden mit ihrem Machtanteil ist.
       
       Friedensprozesse dürfen sich nicht länger um die Aufteilung der Macht
       zwischen den Kriegsparteien drehen. Frieden herrscht in Sudan erst, wenn
       afrikanische und arabische Sudaner aus den historisch vernachlässigten
       Provinzen genauso mitbestimmen wie die Eliten in der Hauptstadt Khartum.
       Nur eine gerechte politische Ordnung beendet die Gewalt. Das war das
       [4][Projekt der Revolution von 2019]. Sie scheiterte an einem Militärputsch
       unter General al-Burhan, unterstützt von seinem damaligen Verbündeten
       Dagalo. Höchste Zeit, dass die Bundesregierung die Verantwortlichen für
       diesen Krieg benennt und sich für die Revolution starkmacht.
       
       15 Apr 2026
       
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