# taz.de -- Verhältnis zwischen USA und Italien: Das Ende zweier Freundschaften
       
       > Meloni hat den Papst gegen US-Präsident Trump verteidigt, der ihr nun die
       > Freundschaft gekündigt hat. Auch mit Israel sortiert sie die Dinge neu.
       
 (IMG) Bild: Nicht alle Rechten finden den Papst unkatholisch
       
       Binnen 48 Stunden ist Donald Trump gleich seine zwei wichtigsten
       Brückenköpfe innerhalb der EU losgeworden. Erst setzten am Sonntag die
       ungarischen Wähler*innen Viktor Orbán den Stuhl vor die Tür, gleich
       darauf vollzog Trump, aus freien Stücken, den Bruch mit Italiens
       postfaschistischer Ministerpräsidentin Giorgia Meloni, der er am Dienstag
       die jahrelange Freundschaft aufkündigte.
       
       Meloni nämlich hatte es gewagt, [1][Trumps heftige Ausfälle gegen Papst Leo
       XIV. zurückzuweisen]. „Inakzeptabel“ sei der Frontalangriff auf den
       Heiligen Vater, bemerkte Meloni. Ihr blieb gar nichts anderes übrig, als
       Regierungschefin Italiens, also des Landes, in dem der Papst als höchste
       moralische Autorität gilt, und zudem als Politikerin, die ihre Kirchentreue
       vor sich herträgt.
       
       Doch Trump giftete nur wenige Stunden nach der Meloni-Äußerung zurück. „Sie
       ist es, die inakzeptabel ist“, teilte er aus. Und dann rechnete er vor,
       Italien halte sich ja auch beim Iran-Krieg raus, wolle den USA „nicht
       helfen, einen mit Atombomben bewaffneten Iran loszuwerden“, und Meloni sei
       „ganz anders, als ich gedacht habe“, „sie ist nicht mehr die gleiche Person
       und Italien wird auch nicht mehr das gleiche Land sein“. Kurzum, „ich bin
       schockiert von ihr, ich dachte, sie habe Mut, aber ich habe mich
       getäuscht“.
       
       ## Abruptes Ende einer Freundschaft
       
       Das sind völlig neue Töne im Verhältnis zwischen Donald und Giorgia, einem
       Verhältnis, das über Jahre gewachsen ist. Erstmals nahm die Postfaschistin
       als Parteichefin der Fratelli d’Italia 2019 an der Konferenz des CPAC
       (Conservative Political Action Conference), dem wichtigsten Mega-Meeting
       der MAGA-Bewegung in den USA, teil.
       
       Und auch im Jahr 2022 war sie wieder dabei, während sie im Jahr 2025, nach
       Trumps Wahlsieg, per Videobotschaft präsent war. Dort teilte sie aus gegen
       die „radikale Linke, die unsere Geschichte canceln, unsere Identität
       unterminieren will“, gegen die woke-Kultur und solidarisierte sich mit
       Trumps Vizepräsident J. D. Vance, der kurz zuvor auf der
       Sicherheitskonferenz gegen die EU ausgeteilt hatte. Nebenher stellte sie
       sich noch in eine Reihe mit Trump, mit Argentiniens Präsident Javier Milei,
       mit Indiens Ministerpräsident Narendra Modi.
       
       Trump dankte ihr die klare Positionierung im radikal rechtspopulistischen
       Lager immer wieder mit überschwänglichem Lob. Eine „fantastische Frau“ sei
       sie mit ihrer „starken Leadership“, ja sogar eine „Quelle der Inspiration“,
       kurz: „eine Freundin“.
       
       Und Meloni verhielt sich ja auch mehr als freundschaftlich, verteidigte zum
       Beispiel den Überfall auf Venezuela als „legitim“, da er „defensiver Natur“
       im Kampf gegen die Narco-Mafia sei. Doch als sie jetzt gegen Trumps
       Attacken auf den Papst Stellung nahm, war es mit Donalds Freundschaft
       schlagartig vorbei.
       
       Noch am selben Tag übrigens ging die Meloni-Regierung auch auf Distanz zu
       Israel, nachdem sie es in den zweieinhalb Jahren seit Beginn des
       Gaza-Kriegs nie geschafft hatte, Benjamin Netanjahus Kriegsführung zu
       verurteilen. Jetzt aber setzt Italien die turnusgemäß anstehende
       Verlängerung des Verteidigungs-Kooperationsabkommens mit Israel aus.
       Zugleich verurteilte Italiens Außenminister Antonio Tajani „Israels
       inakzeptabel Angriffe auf die Zivilbevölkerung des Libanon“.
       
       ## Neuer Graben zwischen alten Freunden
       
       Dass sich jetzt plötzlich ein Graben zwischen der Regierung Meloni und den
       alten Freunden, Trump und Netanjahu, auftut, kommt der italienischen
       Rechten womöglich gar nicht so unrecht. [2][Sie hat gerade erst das
       verfassungsändernde Referendum über die Justizreform krachend verloren] und
       sie stellt sich die Frage, welche Rolle bei der Niederlage auch die
       internationale Aufstellung Italiens gespielt hat.
       
       Trump und Netanjahu sind mittlerweile in Italien höchst unpopulär. Nur 15
       Prozent der Bürger*innen haben eine positive Meinung von Trump, während
       80 Prozent ihn ablehnen – und selbst unter den Rechts-Wähler*innen kommt
       [3][der US-Präsident] nur noch auf einen Zustimmungswert von 35 Prozent.
       
       15 Apr 2026
       
       ## LINKS
       
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       ## AUTOREN
       
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