# taz.de -- Zerwürfnis zwischen Meloni und Trump: Frontfrau der Rechten auch weiter rechts
       
       > Der US-Präsident und Italiens Regierungschefin haben sich nicht mehr
       > lieb. Doch an der ideologischen Nähe zwischen den beiden ändert sich
       > nichts.
       
 (IMG) Bild: Die Flitterwochen sind vorbei: Meloni und Trump im Oktober 2025
       
       Was ist in Giorgia Meloni gefahren? Erst erlaubt sie es sich, den
       US-Präsidenten Donald Trump offen zu kritisieren und dessen Verbalattacken
       gegen Papst Leo einfach „inakzeptabel“ zu nennen. Und als Trump dann
       zurückgibt, „inakzeptabel“ sei doch Meloni selbst, rudert die italienische
       Ministerpräsidentin nicht etwa zurück, sondern legt nach, „verbündet zu
       sein heißt nicht, dass es keine roten Linien gibt, sicher heißt es nicht,
       Vasallen oder Untertanen zu sein“.
       
       Genau so allerdings war Meloni in der Vergangenheit erschienen – als neben
       Viktor Orbán Trumps treueste Bündnispartnerin in Europa. Ob beim Kampf
       gegen die „Wokeness“, bei der Abschottung gegen unerwünschte Migrant*innen,
       beim Feldzug gegen „Gender-Wahnsinn“ ebenso wie den genauso beklagenswerten
       „Wahnsinn des Green Deal“ – nie passte ein Blatt zwischen Donald und
       Giorgia.
       
       Dennoch konnte sich Meloni in Europa den Ruf erarbeiten, sie sei doch
       eigentlich recht gemäßigt. In der Tat, anders als Orbán torpedierte sie die
       EU nicht. Doch mit Kritik an Trumps internationalem Wirken fiel sie nicht
       auf – egal ob bei Grönland, den Zöllen, Venezuela oder auch dem Irankrieg,
       zu dem ihr nur einfiel, sie könne diesen Krieg „weder teilen noch
       verdammen“. Schließlich theoretisierte Meloni für sich selbst die Rolle der
       Brückenbauerin zwischen den USA und Europa herbei.
       
       So fiktiv diese Brücke immer war, [1][so ist mit Trumps Wutausbruch gegen
       die italienische „Freundin“ dieses Scheingebilde mit einem lauten Knall
       eingestürzt]. Verbündete wie Meloni, die seine Kriege „nicht teilen“, die
       dazu noch an seinen Papstattacken rummäkeln, braucht der US-Präsident
       nicht.
       
       An der ideologischen Nähe zwischen den beiden ändert dies jedoch nichts.
       Wer glaubt, Meloni könne sich jetzt mäßigen, dürfte sich getäuscht haben.
       Auch in ihren nächsten Wahlkampf wird die Frontfrau der italienischen
       Rechten [2][mit der alten „Gott, Vaterland, Familie“-Rhetorik ziehen], mit
       den immergleichen Versprechen, sie werde der „illegalen Immigration“ ein
       Ende bereiten.
       
       16 Apr 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /Verhaeltnis-zwischen-USA-und-Italien/!6171177
 (DIR) [2] https://www.arte.tv/de/videos/RC-027528/giorgia-meloni-die-macht-des-clans/
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Michael Braun
       
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