# taz.de -- Spritpreise, Libanon, Artemis: Gott sei Tank!
> Die Landraub-Logik der israelischen Regierung, eine Arktisinsel namens
> „Gefahrenzone“, der Papst im Pornokino. Und sexistische Literaturkritik
> in der ARD.
(IMG) Bild: Gelandet: Die Artemis-Crew schlägt am 10. April im Pazifischen Ozean auf
taz: Herr Küppersbusch, was war schlecht letzte Woche?
Friedrich Küppersbusch: Iran-Friedensverhandlungen in Pakistan gescheitert.
taz: Und was wird besser in dieser?
Küppersbusch: Bundesmarine muss noch nicht nach Hormus.
taz: Zwischen US-Präsident und US-Papst gab es im Januar Streit, berichten
Medien. Was läuft da schief?
Küppersbusch: Dieser Streit wurde beiderseits dementiert, jedoch nicht, wo
er stattfand: Der päpstliche Botschafter wurde ins Verteidigungs-, vulgo
Kriegsministerium einbestellt; ein Pornokino wäre eine ähnliche Option
gewesen. Mit einem Hinweis auf das historische „Papsttum von Avignon“ sei
dem Gottesmann dort bedeutet worden, politische Macht könne sich so einen
Kuttenhuber auch einfach mit Gewalt greifen und einsortieren, wie dunnemals
die französische Krone. Nach Trumps Drohung, im Iran „eine Zivilisation
auszulöschen“, überspringt inzwischen auch Leo XIV. protokollarische
Höflichkeit und ruft die Gläubigen weltweit auf, Druck auf die Politik zu
machen. Dafür muss der Papst nun den Dank des Iranischen Regimes aushalten,
eine mindere, aber doch echte Stufe des Märtyrertums.
taz: [1][Spritpreisdeckel], Pendlerpauschalenerhöhung, einfach mal Auto
stehen lassen oder Habeck zurückholen – welche Maßnahmen sollte die
Regierung favorisieren in der neuen Ölkrise?
Küppersbusch: Der FDP-Tankrabatt war eine gute Idee, hinterher gab's keine
FDP mehr. Das kostete drei Milliarden, exakt der Fehlbetrag, der gerade das
„Deutschland-Ticket“ schon wieder verteuert hat auf nun stramme 63 €. Was
auch immer am Spritpreis herumgebastelt wird, vernebelt die frohe
Botschaft: CO₂ ist am Ende, [2][Deutschland lag mit dem Weg in die
Erneuerbaren richtig], nicht nur moralisch-blumenwiesemäßig, sondern auch
bretthart wirtschaftlich. Deshalb Hilfen für untere und mittlere Einkommen
– die es am härtesten trifft, charmant wäre etwa, bei dieser Gelegenheit
endlich die Mehrwertsteuer für Grundbedarf zu flexen. Die Lage sagt
einfach: Finder weg vom Sprit. Gott sei Tank.
taz: Melania Trump hat in einer Stellungnahme Verbindungen zum
Sexualstraftäter Epstein bestritten. Stand da ein Vorwurf im Raum oder
handelt sie nun ebenso erratisch wie ihr Ehemann?
Küppersbusch: Melania Trump sollte zur nächsten „documenta“ eingeladen
werden. Oder stattdessen. Schon ihre Hüte warfen als Performance-Act die
Frage auf, ob das hübsch sein soll oder doch ihren eher investiv
geehelichten Chefsittenstrolch fernhalten. Nun brilliert sie erneut mit
einem schrillen „Bitte gehen Sie weiter, es gibt hier nichts zu sehen“,
damit alle erstmal stehenbleiben und gucken. Jede Kunstausdeutung unterhalb
der Monstrosität des Nichts greift zu kurz.
taz: [3][Israel greift im Libanon weiter an.] Aber wer soll eigentlich
sonst die Hisbollah entwaffnen, die den Norden Israels regelmäßig
attackiert?
Küppersbusch: Wir scheinen selbst schon tief drin in der Landraub-Logik der
israelischen Regierung, die indes auch die Hälfte des Gazastreifens zu
einer israelischen Festung ausgebaut hat und neue illegale Siedlungen im
Westjordanland genehmigt. Israel fühlt sich sicher nur gegenüber den
Nachbarn, die Israel gehören. Das ist so nachvollziehbar wie irre und
verbrecherisch, also, Achtung Langweiler: Völkerrecht, UN-Truppen,
Friedensplan.
taz: Forschende des Alfred-Wegener-Instituts sind in der Antarktis auf eine
bislang unkartierte Insel gestoßen. Welchen Namen sollte das Inselchen
bekommen?
Küppersbusch: Grönland. Und dann an Trump verkaufen. Nee, sie hieß bisher
„unbekannte Gefahrenzone“ und das wäre markant und gut erinnerbar.
taz: Nach heftigen Rezensionen von Denis Scheck werfen Autorinnen wie
Sophie Passmann und Ildikó von Kürthy der Sendung „Druckfrisch“ Sexismus
vor, die ARD widerspricht. Zeit, die Literatursendung abzusetzen?
Küppersbusch: Literatur – welche auch immer – als „aus der Schnatterzone
der Damentoilette“ abzutun, bezeichnet den Absender als weniger an
Literatur denn an Damentoiletten interessiert. Dafür allerdings sehe ich im
Moment am Markt keinen Bedarf für ein zusätzliches Themenformat.
taz: Wie hat Ihnen die Rückseite des Mondes gefallen? Und war die
[4][„Artemis“-Mission] insgesamt ein Erfolg?
Küppersbusch: Ja, dass man auch unbewaffnet irgendwo hinfliegen kann, war
ganz schön. Die „Vorstufe zur Mondbesiedlung“ irrlichtert; bisher ist da
nichts zu holen, aber der Chinese will auch, der Amerikaner war längst und
da muss man doch mal sehen, kurz: Auch wenn es gar keinen Sinn ergibt, dort
Claims abzustecken, kann man sich doch immerhin mit anderen drum prügeln.
taz: Und was macht der RWE?
Küppersbusch: 4:1, eher so auf den letzten Drücker nach lange offenem Spiel
gegen den FC Ingolstadt. Unter der soeben nicht mehr einzigen Cheftrainerin
im deutschen Profifußball, Sabina Wittmann. Union Berlin folgt und beruft
[5][Marie-Louise Eta zur ersten in der Männer-Bundesliga]. Glückwunsch!
Fragen: waam
Friedrich Küppersbusch ist Journalist, Produzent und wollte nie Astronaut
werden.
12 Apr 2026
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