# taz.de -- Maßnahmen gegen die Energiekrise: SPD kritisiert Merz-Pläne für höhere Pendlerpauschale
> Die Energiepreise explodieren, die neue Tankstellenregel ist nutzlos. Der
> Kanzler will deshalb offenbar Pendler entlasten. Die SPD hat andere
> Pläne.
(IMG) Bild: Deutschlands Autofahrer:innen lassen sich ihr Im-Stau-Stehen nicht verbieten: Die CDU möchte die Pendlerpauschale erhöhen
afp/taz | Die SPD kritisiert mögliche Überlegungen von Bundeskanzler
Friedrich Merz (CDU), die Pendlerpauschale [1][angesichts hoher
Benzinpreise] zu erhöhen. „Die Pendlerpauschale würde nur zeitversetzt
entlasten, und dies zudem nur in einem sehr geringen Umfang“, sagte der
Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Fraktion, Dirk Wiese, der
Rheinischen Post. Deshalb sei es sinnvoller, „neben einer Übergewinnsteuer
für Energieunternehmen einen Spritpreisdeckel einzuführen“, wiederholte
Wiese die SPD-Forderungen.
Der Deckel sei das wirksame Instrument, „um zeitnah eine klare Entlastung
an die Bürgerinnen und Bürger zu geben“, sagte Wiese. Der SPD-Politiker
betonte jedoch, es sei „grundsätzlich zu begrüßen, dass jetzt auch unser
Koalitionspartner erkennt, dass weitere Entlastungsschritte dringend
erforderlich sind“.
Laut einem Bericht der Bild-Zeitung zeigt sich [2][nach
CDU-Wirtschaftsministerin Katherina Reiche] nun auch Friedrich Merz offen
für eine spürbare Anhebung der Pendlerpauschale. Aktuell sei eine Erhöhung
der Pendlerpauschale von derzeit 38 Cent auf bis zu 45 Cent je Kilometer im
Gespräch, wie die Zeitung unter Berufung auf Kanzleramtskreise berichtete.
Die Entlastung werde im kommenden Jahr im Rahmen der Steuererklärungen bei
den Bürgern ankommen.
Außerdem sei Merz dafür, so die Boulevardzeitung, die Stromsteuer für alle
zu senken. Eine Entscheidung darüber könnte bereits am Sonntag beim Treffen
des Koalitionsausschusses fallen, hieß es. Festhalten wolle der
Bundeskanzler an der jüngst aufgrund der im Zuge des Irankriegs
explodierenden Energiepreise eingeführten Tankstellenregel.
## Untätige Wirtschaftsministerin
Die Tankstellen dürfen seit Mittwoch voriger Woche die Spritpreise nur noch
einmal am Tag anheben. Dieses sogenannte Österreich-Modell war zentraler
Bestandteil eines ersten Maßnahmenpakets der Bundesregierung in der
Energiekrise. Geholfen hat es nicht einmal ansatzweise. [3][Die Preise
steigen seitdem permanent weiter.]
Bereits am Mittwoch hatte sich wegen der wirkungslos gebliebenen
Österreich-Regel auch Mecklenburg-Vorpommerns SPD-Ministerpräsidentin
Manuela Schwesig erneut in die Debatte eingeklinkt. „Das Wichtigste ist,
die Energiesteuern auf Benzin und Diesel abzusenken. Das muss auch durch
eine Übergewinnsteuer kompensiert werden, damit es nicht an anderer Stelle
zu Kürzungen kommt. Außerdem brauchen wir einen Preisdeckel nach
Luxemburger Vorbild“, sagte sie zu T-online. Weil Wirtschaftsministerin
Reiche untätig herumsitze, sei jetzt der Kanzler gefragt.
9 Apr 2026
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