# taz.de -- Neue Kampagne fordert Politikwechsel: Für 9-Euro-Ticket und Vergesellschaftung
       
       > Die Kampagne „BerlinZusammen“ will eine progressive Wende in Berlin.
       > Dafür steigt sie in den Wahlkampf ein – und bietet Kandidat*innen
       > Unterstützung an.
       
 (IMG) Bild: BVG & Co sollen für alle Berliner*innen bezahlbar sein, fordert BerlinZusammen
       
       Neongrün und lila hängen die Plakate in der Stadt, „Alle für Berlin“ steht
       darauf, „Unsere Stadt – Unsere Wahl 2026“. Darunter der Hinweis auf das
       [1][Kampagnen-Kick-off am Sonntag] im Zentrum für Kunst und Urbanistik in
       Moabit und der Name der neuen Kampagne: BerlinZusammen.
       
       BerlinZusammen tritt nach eigenen Angaben für eine lebenswerte Stadt ein,
       will Berlin gestalten und dafür im Spätsommer den Wahlkampf beeinflussen:
       „Wir wollen, dass die GroKo abgewählt wird. Aber auch ein progressives
       Regierungsbündnis garantiert keinen Politikwechsel, deswegen wollen wir
       mitbestimmen“, erklärt Ceren Türkmen aus dem Kernteam der Kampagne. Dafür
       brauche es vor allem zwei Dinge: eine starke Zivilgesellschaft und klare
       Forderungen.
       
       Die stehen bereits fest: Der Senat möge [2][Gesetze im Sinne der
       Mieter*innen durchsetzen], um Mietwucher und Leerstand zu ahnden; in den
       Bezirken soll es zudem Krisenstäbe gegen Vermieter*innen-Willkür geben.
       Alle Menschen, die in Berlin leben, sollen sich melden und wählen können –
       sichern könnte das ein Berliner Ausweis. Das 9-Euro-Ticket soll wieder her,
       damit Bus- und Bahnfahren bezahlbar für alle wird. Die Kampagne will
       außerdem [3][Gemeinschaftsschulen] als Regelschulen. Und der Volksentscheid
       zur Vergesellschaftung großer Wohnungskonzerne [4][soll umgesetzt werden].
       
       ## Demonstrationen geplant
       
       Das alles seien, betont Türkmen, Forderungen aus der Zivilgesellschaft.
       Kandidat*innen für die [5][Wahl im September] sollen sich zu ihnen
       bekennen – wer das tut, erhält laut BerlinZusammen aktive Unterstützung von
       der Kampagne im Wahlkampf. Zudem seien Demonstrationen und Diskussionen
       geplant, erzählt Türkmen: „Aber das müssen wir wirklich noch überlegen, wir
       müssen Formen entwickeln.“
       
       Eine erste Form ist mit der Veranstaltung am Sonntag gefunden. In fünf
       Vorträgen werden dort unter anderem die ehemalige Vorsitzende des Berliner
       Mietervereins Ulrike Hamann-Onnertz, Vertreter*innen des Bündnisses
       „[6][Anmeldung für alle]“, eine Lehrerin sowie eine Oma die Forderungen der
       Kampagne vorstellen. Die Vortragenden sollen einen Querschnitt aus der
       Berliner Stadtgesellschaft darstellen. Der [7][angehende Intendant der
       Volksbühne,] Matthias Lilienthal, wird die Eröffnungsrede halten.
       
       In ersten Bezirksgruppen finden sich beim Messengerdienst Telegram um die
       60 Leute zusammen. Gefragt sind sowohl Berliner*innen, die schon in
       Initiativen politisch aktiv sind, als auch solche, die das noch werden
       wollen.
       
       Ist der Wahlkampf geschafft und sind Politiker*innen im
       Abgeordnetenhaus, die sich zu den Forderungen bekannt haben, soll es
       öffentliche Hearings mit ihnen geben. Und wenn diese ins Leere laufen und
       Politiker*innen nicht zu ihren Versprechen stehen? „Wenn sie sich
       nicht für die Forderungen einsetzen, protestieren wir! Und zwar im Kiez vor
       den Wahlbüros“, stellt Türkmen klar.
       
       Bis dahin können sich Interessierte für den Newsletter anmelden. „Hey du
       Berliner Herz“, grüßt die Bestätigungsmail: „Schön, dass du dabei bist!“
       
       14 Apr 2026
       
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