# taz.de -- Nach Attacke in Hamburg: Wolf auf Bewährung freigelassen
> Das Jungtier, das in Altona eine Frau angegriffen haben soll, darf sich
> wieder frei bewegen. Das hat auch mit Unklarheit über den Vorfall zu tun.
(IMG) Bild: Uff, die Zeit des Eingesperrtseins in der Auffangstation ist erst einmal vorbei. Der Wolf darf wieder frei herumlaufen
dpa | Der nach einem [1][Angriff auf eine Frau vor einer Woche mitten in
Hamburg eingefangene Wolf] ist wieder frei. Das männliche Jungtier sei mit
einem Sender ausgestattet und am Ostersonntag wieder ausgewildert worden,
teilte die Hamburger Umweltbehörde mit. Wo genau der Wolf freigelassen
wurde, sagte die Behörde nicht. Das Tier befand sich seit Dienstag in einer
Wildtierauffangstation bei Sachsenhagen im niedersächsischen Landkreis
Schaumburg.
„Mit der Auswilderung haben wir für diesen Wolf nun eine rechtssichere
Lösung gefunden, die die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger und das
Tierwohl berücksichtigt“, erklärte Umweltsenatorin Katharina Fegebank
(Grüne). Durch den Sender sei sichergestellt, dass der Standort des Tieres
zu jeder Zeit bekannt sei und [2][Jäger im Zweifel unmittelbar eingreifen
könnten], wenn er sich beispielsweise wieder einer Siedlung nähere. „Es ist
eine Auswilderung auf Bewährung“, sagte die Senatorin.
Der Wolf war erstmals am letzten Märzwochenende im Westen der Stadt
gesichtet worden. Er war dann in eine kleine Einkaufspassage an der Großen
Bergstraße im Stadtteil Altona gelaufen und hatte dort eine etwa 60 Jahre
alte Frau verletzt. Anschließend rannte der Wolf mehrere Kilometer durch
die Hamburger Innenstadt und sprang schließlich in die Binnenalster, wo ihn
die Polizei einfangen konnte.
Die Umweltbehörde geht davon aus, dass der Wolf die Frau gebissen hat, als
diese mutmaßlich auf das panische Tier zugegangen sei, um es durch die
gläsernen Automatiktüren der Einkaufspassage nach draußen zu lassen.
Umweltsenatorin Fegebank hatte dazu am Dienstag auf den Polizeibericht
verwiesen. Was genau in dem Bericht steht, ist jedoch unbekannt, da die
Polizei ihn nicht veröffentlicht.
## Gebissen oder angesprungen?
Naturschützer bezweifeln, dass der Wolf die Frau angegriffen und gebissen
hat. Sie verweisen etwa auf eine Zeugin, die gesehen haben will, dass der
Wolf die Frau angesprungen, aber nicht gebissen habe. Die Textilhändlerin
mit eigenem Geschäft in der Passage sagte dem Hamburger Abendblatt: „Es sah
eher so aus, als hätte der Wolf sie beim Anspringen mit seiner Pranke im
Gesicht getroffen.“
Am Ostersonntag hatten sich nach Veranstalterangaben rund 150 Tierfreunde
bei einer Mahnwache am Hamburger Jungfernstieg für die Freilassung des
Tieres starkgemacht. Beobachter schätzten die Zahl eher auf 100. Einige von
ihnen brachten ihre Hunde mit, andere trugen Schilder mit der Aufschrift
„Lasst ihn zurück in seine Freiheit“, „Ich bin keine Trophäe“ oder „Der
Wolf soll bleiben“. Der Wolf war an jener Stelle von der Polizei aus der
Binnenalster gefischt worden.
6 Apr 2026
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