# taz.de -- Wolf beißt Frau: Es wird hart für den Wolf
       
       > Für Gegner des Raubtiers kommt der Zwischenfall vermutlich wie gerufen.
       > Die Forderungen nach Wolfsabschüssen dürften lauter werden.
       
 (IMG) Bild: Ausgerechnet hier schwimmen zu gehen, ist auch für Menschen nicht wirklich ratsam
       
       Einen belebteren Weg vom ländlichen Hamburger Westen bis in die Stadtmitte
       hätte der Wolf nicht einschlagen können: An einer Ikea-Filiale vorbei über
       St. Pauli bis zur Postkartenkulisse am Jungfernstieg und der Binnenalster.
       So wundert es beinahe, dass lediglich eine Frau von dem offenbar völlig
       verängstigten Tier angegriffen wurde.
       
       Für die Wolfspopulation Deutschland bedeutet das nichts Gutes. Denn der
       erste Angriff auf einen Menschen seit seiner Wiederansiedelung wird es
       seiner Lobby, den Wolfsschützer:innen, schwer machen. Erst vergangene Woche
       wurde der Wolf ins Jagdrecht aufgenommen, unter bestimmten Bedingungen kann
       er nun gejagt werden. Ein Wunder wäre es, wenn Jäger:innen mit ihrer
       neuen Macht zurückhaltend umgingen.
       
       [1][Wolfsschützer:innen] werden jeden umstrittenen Abschuss kaum
       wirksam kritisieren können. Denn von nun an wird immer auf den Hamburger
       Wolfsangriff verwiesen werden können. Wer einen Abschuss kritisiert, dürfte
       das ungerechte Image des Verharmlosenden nicht mehr loswerden. Dass die
       Wolfspopulation derzeit gar nicht mehr weiter zunimmt, [2][sondern
       stagniert?] Geschenkt. Dass von den rund 2.000 Wölfen im Land nur hier und
       da mal einer Probleme macht? Geschenkt. Dass vom Blitz getroffen zu werden
       wahrscheinlicher ist, als von einem Wolf angegriffen zu werden? Ebenso.
       
       Umgehend rief am Dienstag Bayerns Jagdminister Hubert Aiwanger zum Abschuss
       von Wölfen auf; auch der Deutsche Jagdverband forderte nach dem Hamburger
       Angriff „konsequentes Handeln“, um „Konflikte zwischen Mensch, Wolf und
       Weidetier zu minimieren“. Wenn die Bundesländer „zügig“ die Vorgaben aus
       dem Jagdgesetz umsetzen, kann schon [3][ab 1. Juli in manchen Regionen
       jeder gesichtete Wolf geschossen werden] – solange der „günstige
       Erhaltungszustand“ nicht gefährdet ist. Ob das im November, nach dem Ende
       der jährlichen Abschusszeit, auch noch festgestellt werden kann, darf nach
       dem Hamburger Angriff bezweifelt werden.
       
       31 Mar 2026
       
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