# taz.de -- Krieg USA–Iran: Nachtschicht für die Waffenruhe
> Ein Waffenstillstand zwischen Iran und den USA hat als vorrangiges Ziel,
> die Straße von Hormus wieder zu öffnen. Iran will einen
> Nichtangriffspakt.
(IMG) Bild: Auch am Montag haben die USA und Israel die iranische Hauptstadt weiter bombardiert
Pakistan soll den USA und Iran einen Plan für eine Waffenruhe zwischen den
beiden Ländern vorgelegt haben. Das meldet die Nachrichtenagentur Reuters.
Demnach stand der pakistanische Armeechef Asim Munir die ganze Nacht zum
Montag über in Kontakt mit US-Vizepräsident J. D. Vance, dem
US-Sondergesandten Steve Witkoff und dem iranischen Außenminister Abbas
Araghtschi. Ergebnis der Nachtschicht: Iran soll ab sofort die Straße von
Hormus für internationale Schiffe öffnen. In zwei Wochen soll dann eine
umfassende Einigung erzielt werden, so der Plan mit dem Arbeitstitel
„Islamabad-Abkommen“ – denn dort, in der pakistanischen Hauptstadt, sollen
die abschließenden Gespräche geführt werden. Eine erste Absichtserklärung
könnten Iran und die USA direkt unterschreiben, elektronisch über einen
pakistanischen Kommunikationskanal.
Das Medium Axios hat zusätzliche Informationen. Demnach soll es zunächst
eine Waffenruhe für 45 Tage geben. Axios verweist auf US-amerikanische,
israelische und regionale Quellen. Anschließend solle es eine zweite Phase
mit dauerhaftem Waffenstillstand geben.
Iran hat bereits reagiert. Die Regierung habe über Mittelsmänner eigene
Forderungen gestellt, sagte [1][Esmaeil Baghaei], Sprecher des iranischen
Außenministeriums, am Montag. Welche das sind, sagte er nicht. Es ginge um
„nationale Interessen“ und die Verteidigung des Landes.
Die iranische Regierung strebe einen dauerhaften Waffenstillstand an – mit
Garantien, dass die USA und Israel nicht erneut angriffen, hatten iranische
Beamte zuvor gegenüber Reuters erklärt. Den [2][15-Punkte-Plan der USA]
wies Sprecher Baghaei am Montag als „unlogisch“ zurück. Verhandlungen seien
„unvereinbar mit Ultimaten und Drohungen, Kriegsverbrechen zu begehen“,
sagte er.
US-Präsident Donald Trump hatte erneut gedroht, iranische Infrastruktur zu
bombardieren, sollte Iran die Straße von Hormus nicht unverzüglich für
internationalen Schiffsverkehr öffnen. Trump hatte dem islamischen Regime
in Teheran erstmals am 21. März gedroht, Irans Kraftwerke und
Energieanlagen zu sprengen. Er hat im Anschluss eine Reihe von Fristen
gesetzt – und dann verschoben. Jedes Mal berief er sich auf angeblich
laufende Verhandlungen, um die Verschiebung seiner angekündigten Deadlines
zu rechtfertigen. Regelmäßig dementierte das Regime Irans, dass Gespräche
tatsächlich stattfänden.
## Neue Deadline endet am Mittwoch
Die neue Deadline, die Trump auf seiner rechten Onlineplattform Truth
Social [3][mit reichlich Schimpfwörtern] gesetzt hat, endet am
Mittwochmorgen iranischer Ortszeit.
Die [4][Straße von Hormus] ist Knotenpunkt für den internationalen Handel.
20 Prozent der weltweiten Öl- und Gasversorgung liefen vor dem Krieg durch
die 33 Kilometer lange Meeresenge. Iran blockiert die Passage, sie zu
durchfahren ist nur in Absprache mit den iranischen Revolutionsgarden und
wohl auch nur gegen Gebühr möglich. Deshalb bemühen sich viele Staaten, den
Krieg zu beenden.
## Ukraine will helfen
Ukraines Präsident Wolodymyr Selenskyj hat angeboten, die Ukraine könne bei
der Lockerung der Blockade hilfreich sein – gefragt worden sei das Land
aber bisher nicht. Bei einer Tour durch den Nahen Osten soll Selenskyj für
ukrainische Verteidigungstechnologie geworben haben, die sein Land gegen
Drohnen entwickelt hat – von denen viele im Iran konstruiert wurden.
[5][Ukrainische Drohnenexperten sind in der Region im Einsatz,] um beim
Schutz vor iranischen Drohnenangriffen zu helfen.
Der ukrainische Präsident soll gezielte Angriffe der Ukraine auf die
russische Schwarzmeerflotte als Beispiele angeführt haben. Russland hatte
mit seiner Flotte im Jahr 2022 das Schwarze Meer und insbesondere
Getreidelieferungen aus der Ukraine blockiert. Ein Deal, ausgehandelt
zwischen den UN, der Türkei und Russland, konnte damals zeitweise den
Getreideexport sicherstellen.
Frankreich soll unterdessen einfach Wegzoll gezahlt haben. Das kritisierte
[6][Ari Fleischer], ein ehemaliger US-Pressesprecher unter George W. Bush.
Am Freitag passierte ein französisches Containerschiff Hormus – als erstes
westliches Schiff seit Beginn des Krieges, wie sich über die Schiffswebsite
Marine Traffic am Freitag verifizieren ließ. Der französische Präsident
Emmanuel Macron sagt, er arbeite mit europäischen und anderen Verbündeten
an einem Vorschlag zur Gewährleistung der freien Durchfahrt durch die
Straße von Hormus [7][für Energielieferungen, Düngemittel und den
internationalen Handel]. Er sagte am Donnerstag, eine Lösung sei nur im
Dialog mit dem Iran möglich – nicht durch Bomben. Der französische
Außenminister Jean-Noël Barrot soll am Montag mit seinem iranischen
Amtskollegen Abbas Araghtschi telefoniert und über die Hormus-Blockade
gesprochen haben, meldet die iranische Nachrichtenagentur Tasnim.
Ob Abkommen oder nicht – irakische und türkische Tanker kommen durch.
Bereits das dritte türkische Schiff hat am Sonntag die Hormus-Passage
durchquert, meldete der türkische Verkehrsminister Abdulkadir Uraloğlu. Das
türkische Schiff „Ocean Thunder“ sei mit Rohöl aus dem Irak auf dem Weg
nach Malaysia.
Iran hat Irak eine Ausnahmegenehmigung erteilt, um die Straße von Hormus zu
passieren. Iraks Ölexporte waren von dem Krieg besonders betroffen, die
Produktion war auf rund ein Drittel eingebrochen. Das Land ist auf
Ölexporte angewiesen, auch um staatliche Gehälter zu zahlen. Der staatliche
irakische Ölkonzern Somo hat laut [8][Nachrichtenagentur Reuters] seine
Kunden nach ihren Rohöl-Verlade-Plänen gefragt. Es ist aber fraglich, ob
alle Reedereien sich trauen, ihre Tanker in den Golf einlaufen zu lassen,
um Öl in Basra zu laden.
6 Apr 2026
## LINKS
(DIR) [1] https://aje.news/ukui10?update=4466261
(DIR) [2] /Nachrichten-im-Irankrieg/!6166107
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(DIR) [5] /Kyjiw-und-der-Krieg-gegen-Iran/!6159446
(DIR) [6] https://x.com/AriFleischer/status/2040451419707265083
(DIR) [7] /Energiekrise-in-den-USA/!6168410
(DIR) [8] https://www.reuters.com/business/energy/iraq-urges-customers-send-oil-loading-plans-after-hormuz-exemption-document-2026-04-06/
## AUTOREN
(DIR) Julia Neumann
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