# taz.de -- Energiekrise in den USA: Nicht nur der Sprit droht zum Luxusgut zu werden
       
       > Infolge des Irankriegs und der Blockade der Straße von Hormus werden sich
       > auch in den USA die Preise für Güter des alltäglichen Lebens spürbar
       > erhöhen.
       
 (IMG) Bild: Im kalifornischen Encinitas ist der Preis für eine Gallone Diesel No.2 längst auf über sieben Dollar angestiegen
       
       Die [1][wirtschaftlichen Auswirkungen des anhaltenden Irankriegs] nehmen
       auch in den USA ein immer größeres Ausmaß an. Dort sind die Benzin- und
       Dieselpreise seit dem Beginn des Konflikts um jeweils mehr als 30 bzw. 40
       Prozent angestiegen. Laut dem nationalen Automobilverband AAA zahlen
       Autofahrer:innen in den Vereinigten Staaten im Durchschnitt mehr als
       vier Dollar für Normalbenzin und über fünf Dollar für Diesel, beides pro
       Gallone, was etwa 3,7 Liter entspricht.
       
       Laut einer Schätzung von Demokrat:innen im US-Kongress seien seit
       Kriegsbeginn am 28. Februar dadurch zusätzliche Kosten von etwa 8,4
       Milliarden Dollar für Amerikas Autofahrer entstanden. Doch die erhöhten
       Spritausgaben sind erst der Anfang.
       
       Vor allem der Anstieg der Dieselpreise wird sich laut Expert:innen in
       den kommenden Wochen auf die Preise vieler weiterer Güter niederschlagen.
       Dahinter steckt, dass die meisten Lastwagen, Landmaschinen, Baumaschinen
       und Fischerboote von Dieselmotoren angetrieben werden. Wenn es also teurer
       wird, diese Maschinen zu betreiben, dann werden die Produkte, die damit
       produziert und transportiert werden, ebenfalls teurer.
       
       „Die Verbraucher werden es zu spüren bekommen. Die Transportunternehmen
       spüren es bereits. Es wird sich durch die gesamte Lieferkette
       hindurchziehen“, sagt Eric Sauer, Präsident der kalifornischen
       Trucker-Vereinigung, die Logistikunternehmen und selbständige Trucker
       vertritt.
       
       Aufgrund der verschärften Auflagen und höheren Steuern sind kalifornische
       Unternehmen besonders betroffen. In Kalifornien beträgt der Dieselpreis
       mittlerweile mehr als 7 Dollar pro Gallone. Zwar verlangen viele
       Transportfirmen zusätzliche Gebühren, um die gestiegenen Spritkosten
       abzufangen, doch auch hier gibt es Grenzen.
       
       „Leider sind viele Unternehmen nur in der Lage, 60 bis 75 Prozent dieser
       Preiserhöhungen durch Spritkostengebühren aufzufangen“, so Sauer.
       
       Für Transportfirmen ist die Gebührenerhebung auf Dauer daher keine Lösung.
       Vor allem mittelständische Unternehmen und selbständige LKW-Fahrer:innen
       haben es in der aktuellen Situation schwer. Denn neben den gestiegenen
       Dieselpreisen existiert seit mehreren Jahren außerdem ein schwacher
       Frachtmarkt in den USA.
       
       Waren nach der Pandemie die Auftragsbücher voll, ist der Markt in jüngerer
       Vergangenheit deutlich zurückgegangen.
       
       „Unternehmen versuchen aktuell alles, um ihre Kosten zu senken – und
       bedauerlicherweise gibt es auch eine Reihe von Speditionen, die schlichtweg
       das Handtuch werfen und aufhören“, beklagt Sauer.
       
       ## Trumps Lösungsvorschläge finden Expert:innen unpraktikabel
       
       Eine wirkliche Lösung für das Kostenproblem gibt es nicht.
       Lösungsvorschläge, wie der von Donald Trump unterbreitete Ansatz, dass
       andere Länder mehr Öl aus den USA kaufen sollen, um die aktuellen
       Versorgungsengpässe zu überbrücken, sind laut Experten unpraktikabel.
       
       „Der Ölpreis wird global festgelegt, ganz egal, [2][ob das Öl aus den USA
       oder aus den Golfstaaten kommt]. Wenn der Präsident sagt, dass andere mehr
       amerikanisches Öl kaufen sollen, dann ist das schön und gut, doch am
       weltweiten Preis ändert dies nichts“, stellt Samantha Gross, eine Expertin
       für Energiesicherheit an der Bookings Institution in Washington, fest.
       
       Auch eine Beschränkung von US-Öl-Exporten wäre zwecklos, erklärte Gross. Es
       könnte dadurch sogar zu einer beschleunigten Preissteigerung kommen. Viele
       US-Raffinerien seien für die Verarbeitung von günstigem schwerem Öl gebaut
       worden. Leider produziere die USA aber vor allem leichtes Erdöl und somit
       bestehe eine Diskrepanz zwischen Produktion und Raffinerie-Kapazitäten.
       „Die voraussichtliche Folge wäre eine Reduzierung der Benzin- und
       Dieselproduktion“, so Gross.
       
       Die einzige Lösung des Problems [3][ist eine Wiedereröffnung der Straße von
       Hormus], durch die knapp 20 Prozent der weltweiten Ölexporte transportiert
       werden.
       
       4 Apr 2026
       
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