# taz.de -- Kritik an Reiches Beraterplänen: Wirtschaftsministerin auf Einkaufstour
       
       > Die NGO LobbyControl kritisiert, dass Katherina Reiche Kernaufgaben aus
       > dem Ministerium auslagert. Berater seien häufig als Lobbyisten tätig.
       
 (IMG) Bild: Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) bekommt die Personalprobleme in ihrem Haus nicht in den Griff
       
       Die Nichtregierungsorganisation (NGO) LobbyControl übt harte Kritik an den
       Plänen von [1][Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU)], für
       Kernaufgaben ihres Hauses Beratungsfirmen anzuheuern. „Dieser Vorstoß ist
       absolut inakzeptabel“, sagte Aurel Eschmann, Lobbyismus-Experte der
       Organisation. „Externe Berater arbeiten für eine Vielzahl von Kunden und
       sind häufig selbst als Lobbyisten tätig.“
       
       Anders als Ministerialbeamt:innen seien sie weder
       rechenschaftspflichtig noch weisungsgebunden. „Das ist ein Ausverkauf
       demokratischer Politik an Unternehmen und kommt einer Arbeitsverweigerung
       von Frau Reiche gleich“, sagte er.
       
       Medienberichten zufolge sucht Reiche per Ausschreibung externe
       Unterstützung für Aufgaben wie die Organisationsgestaltung ihres
       Ministeriums und die Planung wirtschaftspolitischer Vorhaben wie die
       industrielle Transformation. Die Ausschreibung soll sehr detailliert sein
       und ein Volumen von 9.000 Arbeitsstunden im Jahr vorsehen. Im Ministerium
       selbst soll die Ausschreibung als Zeichen des Misstrauens gegenüber den
       eigenen Beschäftigten gewertet werden.
       
       Auch fast ein Jahr nach Amtsantritt bekommt Reiche ihre Personalprobleme
       nicht in den Griff. Sie hat eine ganze Reihe von Führungskräften
       ausgetauscht, viele sind selbst gegangen. Darunter sind nicht nur Leute,
       die ihrem Amtsvorgänger Robert Habeck (Grüne) nahestanden, sondern auch
       Konservative.
       
       ## Mangelnde Expertise oder interner Widerstand?
       
       In Sozialen Netzwerken [2][kursiert eine Liste mit Stellenanzeigen], die
       etliche Vakanzen auf Führungsebene zeigen. Auch in der Abteilung für
       Öffentlichkeitsarbeit läuft es nicht rund. Ihre gerade erst gekommene
       Pressesprecherin verlässt das Haus in Kürze. Um ihr ramponiertes Images zu
       verbessern, lässt sich [3][Reiche seit Februar von den Werbeagenturen
       Scholz & Friends und FGS Global beraten].
       
       Wenn Reiche den Sachverstand in ihrem Ministerium nicht für ausreichend
       halte, müsse sie ihn durch eine gute Personalpolitik herstellen, forderte
       LobbyControl-Experte Eschmann. „Allerdings stellt sich die Frage, ob es
       wirklich an Expertise im Ministerium mangelt oder es vielmehr um internen
       Widerstand gegen [4][Reiches Kurs geht, der vor allem die Interessen der
       fossilen Lobby] und der Konzerne RWE und Eon zu bedienen scheint.“
       
       6 Apr 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /Leaks-aus-dem-Wirtschaftsministerium/!6162293
 (DIR) [2] https://bsky.app/profile/sven-giegold.de/post/3mhd2phial22u
 (DIR) [3] https://www.zeit.de/wirtschaft/2026-03/katherina-reiche-bundesregierung-oeffentlichkeitsarbeit-agentur-unterstuetzung
 (DIR) [4] /Energiepolitik-von-Katherina-Reiche/!6157093
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Anja Krüger
       
       ## TAGS
       
 (DIR) Energiewende in Gefahr
 (DIR) Katherina Reiche
 (DIR) Lobbyismus
 (DIR) LobbyControl
 (DIR) Social-Auswahl
 (DIR) Katherina Reiche
 (DIR) Energiewende in Gefahr
 (DIR) Erderwärmung
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA
       
 (DIR) Hohe Spritpreise in Deutschland: Reiche will weder Tempolimit noch Steuerrabatte
       
       Die Wirtschaftsministerin erwägt allenfalls eine höhere Pendlerpauschale
       und denkt über eine Senkung der Stromsteuer nach. Andere staatliche
       Eingriffe lehnt sie ab.
       
 (DIR) Kritik an Reiches Energiereformen: Ökostrom-Branche greift Regierung an
       
       26 Maßnahmen für eine effiziente Energiewende: Die Erneuerbaren-Branche
       legt Alternativvorschläge zu den Plänen von Wirtschaftsministerin Reiche
       vor.
       
 (DIR) Klimaschutzprogramm der Regierung: Keine Abkehr von Fossilen trotz Ölpreisschock
       
       Die schwarz-rote Koalition lässt sich von steigenden Benzinpreisen oder
       Erderwärmung nicht beirren. Sie täte gut daran, auf Erneuerbare zu setzen.