# taz.de -- Mission zum Mond: USA und China kämpfen um die Vorherrschaft im Weltraum
       
       > Der Start von „Artemis II“ markiert den nächsten Akt eines neuen
       > Großmächterennens im All. Dabei geht es um mehr als Flaggen und Prestige.
       
 (IMG) Bild: Vor wenigen Tagen erst hat die Nasa ihr Mondprogramm umgeschrieben, setzt nun alles auf eine Mondbasis mit permanenter Präsenz
       
       Über fünfzig Jahre war der Mond für die bemannte Raumfahrt ein
       Erinnerungsort. [1][Am Mittwochabend wird er wieder zum Schauplatz eines
       Wettrennens]: Reid Wiseman, Victor Glover, Christina Koch und Jeremy Hansen
       sollen um 18.24 Ortszeit (Florida) Richtung Mond fliegen, eine Schleife
       drehen und zehn Tage später auf der Erde landen – der erste bemannte Flug
       zum Mond seit „Apollo 17“. 2028 sollen amerikanische Astronaut:innen
       tatsächlich wieder den Mond betreten.
       
       Diesmal stehen sich nicht die USA und die Sowjetunion als kosmische
       Antagonisten gegenüber, sondern die USA und China. Damals hatten zunächst
       die Sowjets die Nase vorn, bis die USA mit der Mondlandung an ihnen
       vorbeizogen. Dieses Mal könnte es andersherum laufen. [2][Washington weiß,
       dass die Zeit drängt]. Nasa-Chef Jared Isaacman spricht von einer Uhr, die
       in Monaten tickt, nicht in Jahren.
       
       Vor wenigen Tagen erst hat die Nasa ihr Mondprogramm umgeschrieben, setzt
       nun alles auf eine Mondbasis mit permanenter Präsenz. Denn Washington
       befürchtet, dass Peking den USA zuvorkommt. Die Chinesen haben sich zum
       Ziel gesetzt, bis 2030 einen Taikonauten auf dem Mond zu landen. Das ist
       zwar zwei Jahre später, aber anders als die USA verschiebt China die
       Deadlines seiner weltraumpolitischen Projekte nicht ständig nach hinten.
       
       Taikonauten am Südpol des Mondes, noch bevor dort erneut die Flagge der USA
       gehisst wird, wären für Donald Trump eine politische Katastrophe. Er sieht
       China als größten geopolitischen Rivalen auf der Erde, der an allen Fronten
       besiegt werden muss. Auch im All.
       
       Noch haben die USA mit SpaceX und seinen wiederverwendbaren Raketen einen
       technologischen Vorsprung, den China nicht so schnell einholen kann. Doch
       ob die USA ihren Ambitionen auch Taten folgen lassen, muss sich zeigen.
       „Artemis II“ wurde seit 2024 immer wieder verschoben, zuletzt scheiterten
       die Startversuche im Februar und März. Gelingt die Mission, ist es ein
       zartes Signal der Stärke. Misslingt sie, reibt man sich in Peking die
       Hände.
       
       1 Apr 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /Bemannte-Raumfahrt/!6150576
 (DIR) [2] /Geopolitik-im-Weltraum/!6166170
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Enno Schöningh
       
       ## TAGS
       
 (DIR) China
 (DIR) USA
 (DIR) Mond
 (DIR) Mondlandung
 (DIR) Raketen
 (DIR) Raumfahrt
 (DIR) Reden wir darüber
 (DIR) Weltraum
 (DIR) Geopolitik
 (DIR) Kommentar
 (DIR) GNS
 (DIR) Raumfahrt
 (DIR) talkshow
 (DIR) Raumfahrt
 (DIR) Schwerpunkt USA unter Trump
 (DIR) wochentaz
 (DIR) GNS
 (DIR) wochentaz
 (DIR) Schwerpunkt USA unter Trump
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA
       
 (DIR) Artemis 2: An der Realität vorbeigeflogen
       
       Rund 90 Milliarden US-Dollar kostete die Reise zum Mond. Das ist dreimal so
       viel, wie man bräuchte, um für ein Jahr den Welthunger zu stoppen.
       
 (DIR) Artemis 2: Der Mond im Mann
       
       Nach 54 Jahren fliegen Menschen wieder zum Mond. Doch wir sollten uns von
       den spektakulären Bildern nicht trügen lassen. Dabei gewinnt nur ein Mann.
       
 (DIR) „Artemis 2“ auf dem Rückflug: Einmal um den Mond und zurück
       
       Die „Artemis 2“-Crew entfernt sich weiter von der Erde als je Menschen
       zuvor und umrundet den Mond. US-Präsident Trump lädt sie ins Weiße Haus
       ein.
       
 (DIR) Artemis 2 in Position: Bereit für die Mond-Umrundung
       
       Die Artemis 2 ist im Einflussbereich des Mondes angekommen. Damit kann der
       entscheidende Teil der zehntägigen Mission beginnen.
       
 (DIR) Mission Artemis 2: Ist bemannte Raumfahrt Geldverschwendung?
       
       Die Artemismission hat erstmals seit über 50 Jahren vier Astronaut:innen
       Richtung Mond geschickt. Aber braucht es wirklich Menschen im All?
       
 (DIR) „Artemis 2“ erfolgreich gestartet: Ein Zeichen der Stärke
       
       In Florida sind vier Astronauten erfolgreich zum Mond gestartet. Es ist die
       erste Mission seit einem halben Jahrhundert.
       
 (DIR) Geopolitik im Weltraum: Die dunkle Seite
       
       Ab dem 1. April soll die Artemis-II-Mission den Mond umrunden. Die USA
       wollen ihre Vormachtstellung im All sichern, doch China holt auf.
       
 (DIR) US-Atompläne auf dem Mond: Wer zuerst kommt, strahlt zuerst
       
       Die USA prahlen damit, einen Atomreaktor auf den Mond setzen zu wollen.
       Doch statt um Wissenschaft oder Energiegewinnung geht es dabei um
       Geopolitik.