# taz.de -- Inflation durch den Irankrieg: Indexmietverträge gehören abgeschafft
> An die Inflation gebundene neue Mietverträge sind für Immobilienbesitzer
> enorm lukrativ. Vielen droht nun erneut eine gravierende Mieterhöhung.
(IMG) Bild: Mietendemo in München: Der Irankrieg treibt die Preise – und auch die Mieten
Das Problem ist mal wieder der FDP zuzuschreiben. Als die Deutschen 2022
infolge der Corona-Pandemie und des russischen [1][Angriffs auf die
Ukraine] erstmals seit über zwei Jahrzehnten wieder mit einer gravierenden
Inflation konfrontiert waren, sahen Vermieter direkt eine Chance auf noch
viel üppigere Mieteinnahmen. Denn es gibt so etwas wie Indexmietverträge.
Durch sie können Vermieter die Kaltmiete an die Entwicklung der
Verbraucherpreise anpassen. Ergo: Wenn alles teurer wird – weil zum
Beispiel Energie teurer wird – kann der Vermieter nochmal zusätzlich die
Kassen klingeln lassen, obwohl er selbst gar nicht unbedingt höhere Kosten
hat. Bis 2022 hatten wohl die meisten Menschen das Wort Indexmietvertrag
noch nie gehört. Solche Mietverträge waren bis dahin eine Randerscheinung
im vorderen einstelligen Prozentbereich. Durch andere Vertragsarten war für
Vermieter nämlich mehr zu holen.
[2][Dann beobachteten Mieterschutzvereine einen deutlichen Anstieg neu
abgeschlossener Indexmietverträge]. Allein 2022 wurde in Metropolen rund
ein Drittel aller neuen Wohnungsmietverträge an die Inflation gekoppelt, in
Berlin sogar bis zu 70 Prozent. Der Wohnungsriese Vonovia warb damals in
einer Geschäftspräsentation damit, welch enormes Potenzial für eine
Profitmaximierung in Indexmieten stecke. Trotzdem sah der damalige
Justizminister der FDP, Marco Buschmann, keinen Handlungsbedarf.
Buschmann bezeichnete Indexmieten als Randphänomen, die zudem lange Zeit
deutlich langsamer gestiegen seien als reguläre Mieten. Dabei ignorierte er
komplett, dass das große Problem gerade erst in der Entstehung war. Vielen
Wohnungssuchenden wurde nämlich nur noch ein solcher Vertrag vorgelegt.
Ganz abgesehen davon, dass die neuen Indexmieten den Mietpreisspiegel noch
weiter nach oben treiben – und damit die Mieten für alle.
## Der Krieg treibt die Preise hoch
Nun kommt es infolge des Irankriegs, der Blockade der Straße von Hormus,
aber auch durch eine konservative Energie- und Verkehrspolitik [3][erneut
zu einer hohen Inflation]. Im März stiegen die Preise im Durchschnitt um
2,7 Prozent, Energie verteuerte sich um 7,2 Prozent. Unternehmen werden die
höheren Kosten an die Verbraucher weitergeben, ergo werden sich die
Lebenshaltungskosten erneut stark erhöhen. Viele Mieten dürften
dementsprechend ansteigen.
Justizminister Buschmann ist glücklicherweise Geschichte. Die Indexmieten
sind es seinetwegen leider nicht. Immerhin: Die jetzige Justizministerin
Stefanie Hubig (SPD) hat den Handlungsbedarf erkannt. [4][Im Frühjahr legte
sie einen Gesetzesentwurf vor, der die jährlichen Steigerungen der
Indexmieten auf 3,5 Prozent begrenzen soll]. Das ist schon mal erfreulich,
aber nicht genug. Indexmieten müssen komplett verboten werden. Denn sie
sind einzig und allein im Interesse von Vermietern, deren Vermögen damit
gesichert werden soll, wohingegen die Mieter immer nur verlieren.
7 Apr 2026
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## AUTOREN
(DIR) Eva Fischer
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