# taz.de -- +++ Nachrichten im Irankrieg +++: Trump stellt Ende der US-Angriffe in Aussicht
       
       > Der US-Präsident plant eine Ansprache an die Nation. Israels
       > Regierungschef Netanjahu will den Krieg fortsetzen. Raketenangriff aus
       > dem Jemen.
       
 (IMG) Bild: Zerstörtes Haus in Bnei Brak, Israel, nach einem iranischen Raketenangriff
       
       ## Trump hält Rede an die Nation am Mittwoch
       
       Gut einen Monat nach Beginn des [1][Irankrieges hat US-Präsident Donald
       Trump] ein baldiges Ende des Militäreinsatzes in Iran in Aussicht gestellt.
       Auf eine Journalistenfrage zu den erhöhten Spritpreisen im Zuge des
       Irankriegs antwortete Trump am Dienstag (Ortszeit) im Oval Office: „Ich
       muss nur Iran verlassen, und das werden wir sehr bald tun, und dann werden
       sie zusammenbrechen.“ Die US-Armee werde ihren „Job“ innerhalb von zwei bis
       drei Wochen beenden. Das Weiße Haus kündigte für Mittwoch eine Rede Trumps
       an die Nation an.
       
       Trump nannte einen Zeitraum von „vielleicht zwei Wochen, vielleicht ein
       paar Tagen länger“ für das Ende des US-Einsatzes. „Aber wir bringen die
       Sache zu Ende“, betonte er. „Wir wollen alles zerschlagen, was sie haben“,
       sagte der US-Präsident.
       
       Gleichzeitig fügte er hinzu, es sei „möglich, dass wir vorher eine Einigung
       erzielen“. Ein Ende des US-Militäreinsatzes in Iran hänge allerdings nicht
       davon ab, ob eine Einigung mit Iran erzielt werde, sagte Trump. „Wenn wir
       das Gefühl haben, dass sie für lange Zeit in die Steinzeit zurückversetzt
       wurden und nicht in der Lage sein werden, eine Atomwaffe zu entwickeln,
       dann werden wir abziehen.“ Es sei „irrelevant“, ob dabei eine Einigung mit
       Teheran erzielt werde.
       
       Zuletzt hatte Trump immer wieder von diplomatischen Kontakten mit Iran
       gesprochen. Teheran bestreitet jedoch Gespräche mit der US-Regierung.
       US-Medien hatten zuletzt über einen möglichen Einsatz von Bodentruppen in
       Iran berichtet. Dem Wall Street Journal zufolge erwägt Trump, die
       Uran-Vorräte Irans zu bergen, um das Land am Bau von Atomwaffen zu hindern.
       Der US-Präsident selbst sprach überdies von einer möglichen Einnahme der
       iranischen Ölinsel Charg.
       
       Das Weiße Haus kündigte für Mittwochabend (03.00 Uhr MESZ am Donnerstag)
       eine Ansprache Trumps an die Nation an. Darin werde der US-Präsident
       „wichtige neue Informationen zu Iran liefern“, erklärte Trumps
       Pressesprecherin Karoline Leavitt im Onlinedienst X. (afp)
       
       ## Netanjahu will Krieg fortsetzen
       
       Der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu kündigte indes eine
       Fortsetzung des Kriegs gegen Iran an. „Die Kampagne ist noch nicht vorbei“,
       sagte Netanjahu in einer Fernsehansprache: „Wir werden das Terrorregime
       weiterhin zerschlagen.“ Israel sei seiner „Mission treu geblieben“, habe
       „das Gesicht des Nahen Ostens verändert“ und sich zu einer „Regionalmacht“
       entwickelt, sagte der israelische Regierungschef weiter.
       
       Die israelische Luftwaffe hat seit Beginn des gemeinsam mit den USA
       geführten Krieges mehr als 800 Angriffe in Iran geflogen. Dabei seien rund
       16.000 verschiedene Munitionstypen eingesetzt worden, teilte die Armee am
       frühen Morgen mit. Gemeinsam mit den Geheimdiensten würden die „gezielten
       Angriffe“ gegen das iranische „Terrorregime“ fortgesetzt, hieß es. Derweil
       habe man weitere großangelegte Angriffe gegen Infrastruktur des iranischen
       Machtapparats beendet. Der von Israel und den USA begonnene Krieg befindet
       sich bereits in der fünften Woche.
       
       Das iranische Staatsfernsehen meldete unterdessen Angriffe in weiten Teilen
       der iranischen Hauptstadt Teheran in der Nacht zum Mittwoch. Im Norden,
       Osten und Zentrum der Stadt seien Explosionen zu hören, berichtete der
       Sender Irib. Die israelische Armee bestätigte eine „großangelegte
       Angriffswelle auf Infrastrukturanlagen des iranischen Terrorregimes in
       Teheran“. (afp/dpa)
       
       ## Luftalarm im Süden Israels
       
       Das israelische Militär hat vor anfliegenden Geschossen aus dem Jemen
       gewarnt. Im Süden Israels heulten am Mittwochmorgen die Sirenen von
       Beerscheba bis an die Mittelmeerküste. Zuvor hatte es ungewöhnlich lange
       keinen Raketenalarm mehr gegeben – weder vor Angriffen aus Iran noch vor
       Beschuss aus dem Libanon.
       
       Die von Iran unterstützten [2][Huthi-Rebellen im Jemen] haben erst vor
       Kurzem an der Seite Teherans in den Krieg eingegriffen. Die ebenfalls mit
       Iran verbündete libanesische Hisbollah-Miliz beschießt Israel dagegen schon
       seit Anfang März mit Raketen. Israel hat mit einer Bodenoffensive in den
       Südlibanon reagiert. (ap)
       
       ## Hoffnung auf Kriegsende treibt Börsen in Ostasien an
       
       Die Hoffnung auf ein baldiges Ende [3][des Irankriegs] lässt die
       Börsenkurse in Ostasien kräftig steigen. Der japanische Leitindex Nikkei
       225 legte bis kurz vor Handelsschluss am Mittwochnachmittag (Ortszeit) um
       knapp 5 Prozent zu, der südkoreanische Kospi rangierte sogar deutlich über
       8 Prozent im Plus.
       
       Der Hongkonger Leitindex Hang Seng stieg zum selben Zeitpunkt um 2,1
       Prozent. Für den CSI 300, der die wichtigsten Aktien der chinesischen
       Festlandbörsen abbildet, ging es bis zum Nachmittag um 1,5 Prozent nach
       oben. Der australische S&P ASX 200 konnte den Handelstag mit einem Plus von
       2,2 Prozent abschließen. Zu Beginn der Woche hatten die Börsen in Ostasien
       noch deutliche Verluste verzeichnet.
       
       ## Ölpreis sinkt mit Trump-Aussagen
       
       Die Märkte reagieren damit auf die jüngsten Aussagen von US-Präsident
       Donald Trump, der mit einem Ende der US-Angriffe in Iran in zwei bis drei
       Wochen rechnet. Der Ölpreis für ein Fass der Nordseesorte Brent mit
       Auslieferung im Mai ist unterdessen am Mittwoch deutlich auf unter 105
       Dollar gesunken. 24 Stunden zuvor stand der Preis noch bei 113 Dollar.
       
       Das hilft den ostasiatischen Volkswirtschaften: Sie sind stark von
       Öllieferungen über die derzeit nahezu geschlossene Straße von Hormus vor
       Iran abhängig. Am Dienstag hatte Peking jedoch die Durchfahrt von drei
       chinesischen Schiffen durch die Straße von Hormus bestätigt. (dpa)
       
       1 Apr 2026
       
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