# taz.de -- Kriegsziele der USA im Iran: Eine andere Hausnummer
       
       > Bei seinem Angriffskrieg gegen den Iran hatte Trump anfangs wohl seinen
       > Erfolg in Venezuela als Vorbild vor Augen. Nun sucht er nach einem
       > Ausweg.
       
 (IMG) Bild: Die USA und Israel bombardieren den Iran stark, doch so einfach wie in Venezuela fällt das Regime nicht
       
       Einen Monat nachdem die USA und Israel ihren [1][völkerrechtswidrigen
       Krieg] gestartet haben, sind die Folgen für die iranische Bevölkerung
       verheerend. [2][Mehr als 1.900 Menschen wurden nach offiziellen Angaben
       getötet], Tausende zivile Gebäude zerstört und Kraftwerke beschädigt, mehr
       als drei Millionen Menschen sind laut UNHCR innerhalb des Landes auf der
       Flucht vor den Bomben. Das Internet im Iran ist seit Wochen abgeschaltet,
       was die Unsicherheit verstärkt. Eine Befreiung sieht anders aus.
       
       Der anfängliche Jubel mancher Iraner in der Diaspora, die sich vom
       Angriffskrieg einen Sturz des Regimes erhofft haben, ist verstummt. Denn
       das Regime hat sich konsolidiert, und die „Regime Change“-Fantasien der
       Falken in Washington und Israel sind offenbar vom Tisch. US-Präsident Trump
       brüstet sich, man habe bereits 13.000 Ziele bombardiert und noch ein paar
       Tausend Ziele vor sich und macht keinen Hehl daraus, dass es ihm vor allem
       um Irans Öl geht.
       
       Dabei setzt er auf seinen gewohnten Mix aus Drohungen und
       Gesprächsangeboten, um einen für sich günstigen „Deal“ zu erpressen.
       Einerseits droht er Iran mit dem Einmarsch durch US-Soldaten und damit, die
       Ölinsel Charg und alle Kraftwerke im Iran zu „vernichten“. Andererseits
       behauptet er, es habe in Iran bereits einen „Regimewechsel“ gegeben, und
       die Verhandlungen mit dessen Vertretern in Pakistan kämen „sehr gut“ voran.
       
       Trump hatte wohl gehofft, seinen Erfolg in Venezuela wiederholen zu können,
       wo er nach der Entführung von Staatschef Maduro mit dessen Nachfolgern
       rasch ins Geschäft gekommen war. Doch er hat unterschätzt, dass Iran eine
       ganz andere Hausnummer ist. Nun sucht er nach einem Ausweg. Die schlechte
       Nachricht: Wenn der Krieg jetzt endet, drohen in Iran weitere
       Verhaftungswellen, weitere Hinrichtungen und weitere Repression. Doch
       echter Wandel kann nicht von außen herbeigebombt werden, sondern nur von
       innen kommen. Bleibt zu hoffen, dass einige Zeit nach dem Krieg die
       Voraussetzungen dafür wieder günstiger sind.
       
       31 Mar 2026
       
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 (DIR) Daniel Bax
       
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