# taz.de -- Entwicklungsministerin in Jordanien: 177 Millionen Euro für den Nahen Osten
       
       > Reem Alabali Radovan kündigt ein Hilfspaket für die Region an. Der größte
       > Einzelposten geht an den Libanon, der besonders vom Irankrieg betroffen
       > ist.
       
 (IMG) Bild: Reem Alabali Radovan zu Besuch in Jordanien
       
       Im Rahmen ihrer Reise nach Jordanien hat Entwicklungsministerin Reem
       Alabali Radovan (SPD) am Dienstag ein neues Hilfspaket für den Nahen Osten
       verkündet. Es umfasst insgesamt 177 Millionen Euro. Ein Teil dieser
       Ausgaben sei bereits für die Region eingeplant gewesen, ein weiterer Teil
       ergebe sich durch Umschichtungen innerhalb des Haushalts, so das
       Ministerium.
       
       Bedacht wird dabei besonders [1][der vom Iran-Kieg betroffene Libanon]. Mit
       75 Millionen Euro erhält das kleine Land den größten Anteil der Gelder. Die
       Schiitenmiliz Hisbollah ist aus Solidarität mit der Islamischen Republik
       Iran – die sie unterstützt und finanziert – in den Krieg miteingestiegen.
       Israel rief daraufhin zur Evakuierung des gesamten Südlibanon bis zum
       Litani–Fluss auf. Über eine Million Menschen ist bereits geflohen.
       
       Neben dem an Israel grenzenden Süden des Landes sind vor allem die
       südlichen Vororte der Hauptstadt Beirut sowie die östliche Bekaa-Ebene
       betroffen. Zwar hat der Staat Notunterkünfte in Schulen eröffnet, doch das
       reicht nicht aus. Nur etwa 130.000 Menschen sind laut einem Bericht der
       UN–Behörde OCHA in etwa 600 Unterkünften im ganzen Land untergekommen.
       
       Mit dem Geld, das das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit
       und Entwicklung (BMZ) nun im Libanon bereitstellen will, sollen unter
       anderem „Cash for Work“-Maßnahmen finanziert werden. So sollen etwa Jobs in
       behelfsmäßigen Suppenküchen geschaffen oder das Nähen von Schlafsäcken für
       die Menschen auf der Straße finanziert werden. Auch für die
       Palästinenserinnen und Palästinenser sind Gelder eingeplant: 30 Millionen
       Euro sollen ins Westjordanland und nach Gaza fließen.
       
       ## Einsatz im Gazastreifen
       
       Passend dazu gab die Ministerin das Finanzpaket [2][in einem Lagerhaus des
       Welternährungsprogramms] bekannt. Dort warten etwa Lebensmittelpakete auf
       ihren Einsatz im Gazastreifen. Am Vortag waren dutzende Lastwagen Richtung
       Gaza abgefahren.
       
       Die jordanischen LKWs fahren bis zu einem der beiden Grenzübergänge
       zwischen Jordanien und dem israelisch besetzten Westjordanland. Am Übergang
       werden die Pakete von jordanischen auf israelische Trucks umgeladen. Der
       derzeit einzige geöffnete Grenzübergang zwischen Israel und Gaza ist Kerem
       Schalom. Dort werden die Güter erneut umgeladen.
       
       Die Koordination mit den israelischen Behörden klappt allerdings weiterhin
       nicht reibungslos: so sind die Grenzübergänge zwischen Jordanien und dem
       Westjordanland nur tageweise geöffnet. Jedoch werden noch immer viele Güter
       nicht hinein gelassen, etwa wenn diese als Dual-Use-Goods gelten. Dazu
       gehören etwa Generatoren zur Stromerzeugung oder Zelte mit Metallteilen.
       
       Laut dem britischen Guardian werden eben diese Güter von Israel als
       kommerzielle Lieferungen aber nach Gaza hinein gelassen. Zehn Millionen
       Euro des BMZ-Pakets sind für weitere Unterkünfte für den Gazastreifen
       gedacht. Laut BMZ sind das zusätzliche Mittel zu den bereits finanzierten
       und teils wohl bereits aufgebauten Unterkünften in Gaza.
       
       ## Geld für berufliche Bildung
       
       Im Westjordanland ist die Wirtschaft bereits seit dem Überfall der Hamas
       auf Israel am 7. Oktober 2023 und den darauffolgenden Einschränkungen für
       palästinensische Arbeiter in Israel stark angeschlagen. Auch der Iran-Krieg
       wirkt sich negativ aus. Die Exporte sind zum Erliegen gekommen. So sollen
       Mittel für die berufliche Bildung von Jugendlichen sowie die
       Lebensmittelproduktion vor Ort bereitgestellt werden.
       
       Für Jordanien sind zudem 50 Millionen Euro für die Versorgung syrischer
       Geflüchteter vorgesehen. Weitere 22 Millionen Euro sollen in eine geplante
       Meerwasserentsalzungsanlage am Roten Meer fließen. Das BMZ hat damit früher
       zugesagte finanzielle Mittel für das Projekt aufgestockt.
       
       31 Mar 2026
       
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 (DIR) Lisa Schneider
       
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