# taz.de -- Reem Alabali Radovan in Nahost: „Ein Zeichen der Solidarität“
> Die deutsche Entwicklungsministerin Reem Alabali Radovan reist nach
> Jordanien. Im Fokus des Besuchs stehen auch die Auswirkungen des
> Irankrieges auf die Region.
(IMG) Bild: Entwicklungsministerin Reem Alabali Radovan reist nach Jordanien (Archivbild)
Die deutsche Entwicklungsministerin Reem Alabali Radovan (SPD) reist in den
Nahen Osten, nach Jordanien, und beginnt den Trip mit deutlichen Worten zum
brennenden Konflikt zwischen Iran, Israel und den USA: „Der Krieg muss
sofort beendet werden“, erklärt die Ministerin. Die humanitären,
wirtschaftlichen und politischen Folgen seien dramatisch.
Der Krieg verschlimmere die Krisen in den Ländern im Nahen Osten. Zudem
zerstöre er, was in Jahrzehnten, gemeinsam mit der deutschen
Entwicklungspolitik, aufgebaut worden sei.
Gerade Krisenregionen und Entwicklungsländer sind von den Folgen des Kriegs
in Iran besonders betroffen. Ein Beispiel: Dubai in den Vereinigten
Arabischen Emiraten ist ein wichtiger Umschlagplatz für Hilfslieferungen in
die ganze Region. Dort liegt ein Humanitarian Response Depot der Vereinten
Nationen (UN) – eines von weltweit nur fünf. UN-Organisationen, wie etwa
das Welternährungsprogramm, lagern Vorräte, die in Notfallsituationen auf
der ganzen Welt zum Einsatz kommen. Dazu gehören Sets zur medizinischen
Erstversorgung und Nahrungsmittel.
Die Logistik in den Vereinigten Arabischen Emiraten ist im Zuge dieses
Krieges jedoch zum Erliegen gekommen: Die Islamische Republik blockiert de
facto die Straße von Hormus, eine Meerenge zwischen Iran und Oman. Auch die
Hilfsgüter können nicht wie gewohnt von Dubai aus verteilt werden.
## Transport von Dünger blockiert
Ein weiteres Beispiel: In den Medien ist die Straße von Hormus vor allem,
weil dort etwa ein Viertel des gesamten Rohöltransports der Welt hindurch
muss. Von der [1][de-facto-Blockade] sind aber auch andere Güter betroffen,
etwa Dünger. Nach Angabe der Vereinten Nationen passiert zu normalen Zeiten
rund ein Drittel aller Düngertransporte weltweit die Straße von Hormus.
Daten der Welthandelsorganisation zeigen: Die Transporte finden seit
Kriegsbeginn Ende Februar kaum noch statt.
Laut dem UN-Büro für Handel und Entwicklung (UNCTAD) ist das bereits auf
den Märkten zu spüren: Dünger sei deutlich teurer geworden. Betroffen seien
vor allem ärmere Länder. So erhält laut UNCTAD Sudan über die Hälfte seines
Düngers aus der Golfregion, Tansania und Somalia jeweils etwa ein Drittel.
Ministerin Alabali Radovan erklärt: „Ich reise heute in die Region als
Zeichen meiner Solidarität und biete konkrete Unterstützung an.“ Sie
betont: Stabilität, Sicherheit und Perspektiven für die Menschen im Nahen
Osten lägen auch im unmittelbaren Interesse Deutschlands.
Geplant sind auf ihrer Reise unter anderem [2][politische Gespräche in
Jordanien, etwa mit Außenminister Ayman Safadi und Planungsministerin Zeina
Toukan]. Jordanien beherbergt laut dem Flüchtlingswerk der UN (UNHCR) über
400.000 registrierte Geflüchtete, fast 95 Prozent von ihnen kommen aus
Syrien. Hinzu kommen Geflüchtete aus Palästina unter dem UNRWA-System. Das
Land ist auch deswegen ein wichtiger Partner in der
Entwicklungszusammenarbeit.
31 Mar 2026
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## AUTOREN
(DIR) Lisa Schneider
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