# taz.de -- „Merz leck Eier“-Banner an der TU Berlin: Doch nicht das Gelbe vom Ei?
       
       > An der TU wird ein „Merz leck Eier“-Banner von der Polizei entfernt.
       > Student*Innen sehen die Meinungsfreiheit und ihre Selbstverwaltung in
       > Gefahr.
       
 (IMG) Bild: Ein Osterei für die Polizei
       
       [1][„Merz leck Eier!“] Wo vor ein paar Tagen noch ein schwarz-weißes Banner
       mit dieser unverblümten Aufforderung und drei Ostereiern die Fassade der
       Technischen Universität Berlin schmückte, findet sich heute keine Spur
       mehr. Schade eigentlich, saisonal und politisch schien es wohl vielen
       Leuten höchst aktuell zu sein.
       
       Das große sandfarbene Gebäude am Ernst-Reuter-Platz ragt vier Stockwerke in
       die Höhe, die Fassade ist, wo sie auf die Straße des 17. Juni blickt,
       sauber und frei von Graffiti. Nur die Fenster des zweiten Stocks fallen
       wegen der Beschilderung ins Auge: mit bläulichen A4-Blättern ist groß „EB
       104“ in die Fenster geklebt. Unter diesen Fenstern wurde am vergangenen
       Freitagabend von der studentischen Initiative EB 104 besagtes Banner
       angebracht, und nach nur etwa 15 Stunden, am Samstagmorgen, von der Polizei
       entfernt.
       
       Folgt man den neongelben Wegweisern im Hauptgebäude der Technischen
       Universität in den 2. Stock, finden sich die Räumlichkeiten der EB 104. Die
       Initiative der TU bietet Lernräume, organisiert Events und hat es sich zum
       Ziel gesetzt, verschiedene Studiengänge zu vernetzen und das Studentenleben
       an der TU zu verbessern. Auf Aushängen vor den Räumen stehen unter anderem
       die politischen Ziele der Gruppe: „Ökologische, ökonomische und soziale
       Gerechtigkeit für alle Menschen“.
       
       Der Spruch „Merz leck Eier“ erschien das erste Mal auf dem Schild eines
       18-Jährigen bei einer [2][Anti-Wehrpflicht-Demo] Anfang März in Berlin. Die
       Polizei eierte nicht lang herum, das Schild wurde beschlagnahmt und die
       [3][Junge Welt berichtete in einem X-Post] von der kurzzeitigen Verhaftung
       des jungen Mannes. Laut einem Bericht der Welt wird nun wegen Verdachts der
       „üblen Nachrede und Verleumdung gegen Personen des politischen Lebens“
       ermittelt.
       
       ## Meinungsfreiheit oder Verleumdung?
       
       Viele sehen das strafrechtliche Verfahren als Angriff auf die
       Meinungsfreiheit. „Merz leck Eier“ verbreitet sich daher wie ein Lauffeuer,
       taucht in Songs auf, als Meme, wird auf Demonstrationen und Konzerten
       gerufen, an CDU-Parteibüros geschrieben, als Sticker verkauft und eben als
       Banner an der TU Berlin aufgehängt. Der Spruch dient als
       Solidaritätsbekundung und Ausdruck der Frustration mit der von Merz
       betriebenen Politik.
       
       Ob es sich wirklich um Verleumdung handelt, ist noch ein ungelegtes Ei.
       Laut Strafgesetzbuch liegt Verleumdung vor, wenn jemand „in Beziehung auf
       einen anderen eine unwahre Tatsache behauptet oder verbreitet“, eine Person
       verächtlich gemacht oder in der öffentlichen Meinung herabgewürdigt wird.
       
       Ob „Merz leck Eier“ eine unwahre Tatsache oder eher eine nachdrückliche
       Aufforderung ist, liegt wohl im Auge des Betrachters, aber die EB 104
       schreibt der taz in einer E-Mail zur Entfernung des Banners: „Wir sehen
       darin ein höchst problematisches Vorgehen im Hinblick auf die studentische
       Selbstverwaltung und die Meinungsfreiheit am Campus.“
       
       Die Autorin (18) ist Schülerpraktikantin bei der taz Berlin
       
       31 Mar 2026
       
       ## LINKS
       
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       ## AUTOREN
       
 (DIR) Mila Kassem
       
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