# taz.de -- Schulstreik gegen die Bundeswehr: Zehntausende protestieren gegen neuen Wehrdienst
       
       > In mehr als 130 Städten demonstrieren Schülerinnen und Schüler gegen den
       > neuen Wehrdienst. Sie befürchten, dass bald die Wehrpflicht folgt.
       
 (IMG) Bild: Schulstreik gegen Wehrpflicht: Den größten Demonstrationszug gab es in Berlin
       
       dpa | Aus Protest [1][gegen den neuen Wehrdienst] sind heute in zahlreichen
       Städten Zehntausende Schülerinnen und Schüler auf die Straße gegangen. Die
       Initiative „Schulstreik gegen Wehrpflicht“ sprach von über 50.000
       Teilnehmern in 150 Städten. Sie seien von Eltern, Lehrkräften,
       Gewerkschaften und durch politische Jugendorganisationen unterstützt
       worden. Seit Januar [2][gilt ein neues Wehrdienstgesetz].
       
       Den größten Demonstrationszug gab es in Berlin. Hier versammelten sich
       junge Leute am Potsdamer Platz und liefen zum Oranienplatz in Kreuzberg.
       Die Polizei zählte rund 3.000 Teilnehmer. Die Veranstalter sprachen von
       rund 10.000. Auf Transparenten und Plakaten im Berliner Demonstrationszug
       stand etwa: „Sterben steht nicht auf dem Stundenplan“, „Friedrich Merz an
       die Front“ und „Ein kluger Kopf passt unter keinen Stahlhelm“. In
       Sprechchören riefen die Jugendlichen: „Nie, nie, nie wieder Wehrpflicht“
       und „Die Reichen wollen Krieg, die Jugend eine Zukunft“.
       
       Auch in vielen weiteren Städten gab es Demonstrationen. In München gingen
       laut Polizei rund 600 junge Leute auf die Straße. Jeweils Hunderte Schüler
       und Schülerinnen waren es in Stuttgart, Düsseldorf, Kiel und Bonn. In
       Hamburg war am späten Nachmittag eine Demonstration geplant.
       
       ## Junge Leute fühlen sich übergangen
       
       Hintergrund ist das Gesetz für den neuen Wehrdienst, das seit dem 1. Januar
       gilt. Alle 18-jährigen Männer und Frauen erhalten einen Fragebogen, mit dem
       ihre Eignung und ihre Motivation für die Bundeswehr erhoben wird. Männer
       müssen diesen verpflichtend ausfüllen. Sollte es der Bundeswehr mithilfe
       des Fragebogens nicht gelingen, [3][genügend Freiwillige zu gewinnen],
       behält sich die schwarz-rote Koalition die Einführung einer sogenannten
       Bedarfswehrpflicht vor.
       
       Die Bundesschülerkonferenz machte deutlich, dass sich viele Jugendliche bei
       dem Thema übergangen fühlten. Die Entscheidung sei „von oben“ von der
       Politik gefällt worden, ohne vorher mit den jungen Menschen zu sprechen,
       kritisierte die Generalsekretärin der Bundesschülerkonferenz, Amy
       Kirchhoff, im ZDF-„Morgenmagazin“.
       
       5 Mar 2026
       
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