# taz.de -- Förderung der Richard-Wagner-Festspiele: Kulturstaatsminister will Bayreuth den Stecker ziehen
> Weil Richard Wagner ein Antisemit war, für den auch Stalin schwärmte,
> will der Kulturstaatsminister die Förderung kündigen. Die Vorwürfe wiegen
> schwer.
(IMG) Bild: Schau genau: Wolfram Weimer beobachtet unauffällig, wie sich ostdeutsche B-Prominenz im Festspielhaus Bayreuth unbeobachtet glaubt
Aufkündigen will Kulturstaatsminister Wolfram Weimer die weitere Förderung
der international renommierten Richard-Wagner-Festspiele in Bayreuth. „Wir
haben Informationen erhalten, die Zweifel aufkommen lassen, ob Richard
Wagners Schaffen und Denken mit der freiheitlich-demokratischen
Grundordnung kompatibel ist“, kündigte Weimer in einem Gespräch mit dem
[1][Reaktionsnetzwerk Deutschland] eine „interne Prüfung des Vorgangs“ an.
Hinweisen zufolge sei „Wagner kein Demokrat gewesen“, begründete er seinen
Vorstoß. Man wisse heute, dass der Komponist „ein anarchistischer linker
Feind des Staates und des Kapitals gewesen ist, der per Steckbrief gesucht
wurde“. Mit seinen Zeit- und Gesinnungsgenossen Karl Marx und [2][Michail
Bakunin] verbinde Wagner auch ein geradezu kämpferischer Antisemitismus.
So empfehle Wagner den Juden, ihren eigenen Untergang durch
Selbstvernichtung voranzutreiben. Zudem habe der Komponist „wenn auch im
Scherz“ gewünscht, „alle Juden in einer Aufführung des ‚Nathan‘ zu
verbrennen“.
Hiermit habe sich Wagner zwar „offenkundig von der Cancel-Kultur und dem
penetranten Gutmenschentum eines Gotthold Ephraim Lessings distanzieren
wollen“, relativierte Weimer. In Lessings Drama „Nathan der Weise“ wird die
– durch die christliche Leitkultur gebotene – Verbrennung eines Juden durch
freiheitsfeindliche [3][Übergriffe von Proto-Ökosozialisten] verhindert.
## Bolschewistische Begeisterung
Dennoch erscheine ihm vor diesem Hintergrund die Entscheidung seiner
Amtsvorgängerin Claudia Roth (Die Grünen), das Engagement des Bundes für
Bayreuth zu stärken, „als eher unglücklich“.
Roth hatte für die Sanierung des Festspielhauses eine Rekordsumme von 84,7
Millionen Euro in den Bundeshaushalt einstellen lassen. Das könne er nicht
ungeschehen machen, bedauerte Weimer. „Aber künftig fließen keine
staatlichen Gelder mehr in derartige Extremismusprojekte.“
Man dürfe Wagner natürlich nicht die allbekannte Vereinnahmung durch die
Hitlerei vorwerfen. Wichtig für die Neubewertung seien dagegen
Forschungsergebnisse, die eine begeisterte Wagner-Rezeption in der
Frühphase der Sowjetunion belegen. „Seine Opern waren, salopp ausgedrückt,
ein Stück weit Soundtrack des roten Terrors.“ Das komme nicht von ungefähr,
so der Kulturstaatsminister.
Gipfel der bolschewistischen Wagner-Begeisterung sei dann die berühmte
Inszenierung der „Walküre“[4][ durch Sergei Eisenstein am Bolschoi-Theater
1940 gewesen], „ein Auftrag, der direkt von Stalin persönlich kam“.
Hinweis: Dieser Beitrag ist ein Aprilscherz. Er enthält zahlreiche falsche
Tatsachenbehauptungen. So zeigt das Bild nicht das Bayreuther Festspiel-,
sondern das Leipziger Gewandhaus, ein Reaktionsnetzwerk Deutschland kann es
nicht geben, und auch die Förderung der Bayreuther
Richard-Wagner-Festspiele ist nicht zur Disposition gestellt worden. Die
Wolfram Weimer untergeschobenen Äußerungen sind erfunden. Nie hat er
Richard Wagner kritisiert oder auch nur den Dichter Gotthold Ephraim
Lessing öffentlich der Cancel-Kultur bezichtigt, obwohl der gegendert hat.
Die übrigen referierten Tatsachen sind historisch beglaubigt. Auch ist es,
anders als in manchen Zuschriften vermutet, kein makabrer Scherz, dass
Wolfram Weimer weiterhin das Amt eines Staatsministers für Kultur und
Medien bekleidet. [bes]
1 Apr 2026
## LINKS
(DIR) [1] https://www.chemie.de/lexikon/Reaktions-Netzwerk.html
(DIR) [2] https://www.hagalil.com/2020/07/bakunin/
(DIR) [3] https://www.zeit.de/news/2025-06/04/weimer-wettert-gegen-oeko-sozialistische-empoerungskultur
(DIR) [4] https://www.einsteinforum.de/veranstaltungen/totalitat-und-mitleid-wie-sergej-eisenstein-richard-wagner-vor-dem-faschismus-rettete/
## AUTOREN
(DIR) Benno Schirrmeister
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