# taz.de -- Aufregung in Ungarn um „Orbángate“: Geheimdienst-Skandal zwei Wochen vor der Parlamentswahl
       
       > Neue Spionagevorwürfe gegen die Regierung von Viktor Orbán sorgen für
       > Aufsehen. Ein Ex-Ermittler spricht von Spitzelaktionen gegen die Partei
       > von Herausforderer Péter Magyar.
       
 (IMG) Bild: Viktor Orban, Ministerpräsident von Ungarn, spricht gern mit Russland
       
       afp | Zwei Wochen vor der Parlamentswahl in Ungarn sorgt ein von der
       Opposition als „Orbángate“ bezeichneter Skandal für Aufsehen. Für einen
       ehemaligen Ermittler der Polizei, der schwere Vorwürfe gegen die Regierung
       des rechtsnationalen Ministerpräsidenten Viktor Orbán erhoben hatte, kamen
       bis Samstagmittag bei einer Spendenaktion fast 600.000 Euro zusammen. Die
       Onlineaktion war am Freitagabend gestartet worden, um dem früheren
       Ermittler Bence Szabó bei der Begleichung seiner Anwaltskosten und anderer
       Ausgaben zu helfen.
       
       Szabó gibt an, Hinweise darauf gefunden zu haben, dass der ungarische
       Inlandsgeheimdienst versucht habe, in die IT-Systeme der von Péter Magyar
       geführten Oppositionspartei Tisza einzudringen. Die Vorwürfe erhob der
       Ex-Ermittler in einem am Donnerstag veröffentlichten Video, das binnen
       kurzer Zeit mehr als zwei Millionen Nutzer beim Onlinedienst Youtube
       aufgerufen hatten.
       
       Darin gibt Szabó an, dass der Befehl für die angebliche Aktion des
       Geheimdienstes nur von einem ranghohen Vertreter der amtierenden Regierung
       Orbán gekommen sein könne. Konkret sollen Geheimdienstmitarbeiter auf für
       Tisza arbeitende IT-Spezialisten angesetzt worden sein, um sie für
       Sabotageaktionen zu gewinnen. Zwei IT-Mitarbeiter sollen diese
       Anwerbeversuche dokumentiert haben. Um sie zu diskreditieren, wurden sie
       nach Darstellung Szabós mit erfundenen Vorwürfen der Kinderpornografie
       unter Druck gesetzt.
       
       Nach der Veröffentlichung seines Videos legte Szabó seinen Posten als
       Ermittler nieder. Anschließend durchsuchte die Polizei sein Haus und warf
       ihm Amtsmissbrauch vor.
       
       In Ungarn kämpft Ministerpräsident Orbán, der seit 2010 ununterbrochen an
       der Macht ist, um seine Wiederwahl. Dabei sieht es für den Regierungschef
       nicht gut aus: Die Tisza-Partei Magyars führt seit Monaten die allermeisten
       Umfragen an.
       
       28 Mar 2026
       
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