# taz.de -- Bahn-Bilanz für 2025: Milliardenverlust trotz Fahrgastrekord
       
       > Die Deutsche Bahn steckt mitten in der Sanierung. Bis die Züge in der
       > Regel pünktlich fahren, dürfte es aber noch dauern.
       
 (IMG) Bild: Immer mehr Menschen wollen Bahn fahren – einfahrender ICE im Hauptbahnhof Berlin
       
       Die [1][Deutsche Bahn] ist im vergangenen Jahr tief in die Miesen geraten.
       Das [2][Jahresergebnis] weist einen Verlust von 2,3 Milliarden Euro aus.
       Den größten Anteil daran hat der Fernverkehr. Hier nahm der Konzern eine
       Wertberichtigung in Höhe von 1,4 Milliarden Euro vor. Grund ist nach
       Angaben von Bahnchefin Evelyn Palla die marode Infrastruktur. Der schlechte
       Netzzustand dämpft die Erwartungen des Fernverkehrs an künftige Umsätze und
       Erträge. Das schlägt sich nun in der Bilanz nieder.
       
       „Zufrieden sind wir noch nicht“, sagte Palla bei der Vorstellung der
       Bilanz. Dabei gibt es auch einige ermutigende Entwicklungen. So reisen
       immer mehr Menschen mit der Bahn. Die Zahl der Fahrgäste stieg 2025 um 3,4
       Prozent auf fast zwei Milliarden an.
       
       Das ist vor allem ein Erfolg des Nahverkehrs mit einem Zuwachs von vier
       Prozent auf 1,8 Milliarden Passagiere. Hier dürfte sich das
       [3][Deutschlandticket] bemerkbar machen. Der Nahverkehr ist derzeit auch
       der größte Gewinnbringer des Konzerns. 191 Millionen Euro steht als
       operatives Ergebnis für das vergangene Jahr in den Büchern, deutlich mehr
       als im Jahr zuvor.
       
       Auch im zuletzt chronisch defizitären Güterverkehr ist ein Licht am Ende
       des Tunnels erkennbar. Mit einem Minus von sieben Millionen Euro ist das
       rettende Ufer fast erreicht, auch durch die Aufgabe von unrentablen
       Geschäften und den Verkauf von Lokomotiven. Bis zum Jahresende muss DB
       Cargo auf Geheiß der EU-Kommission in die schwarzen Zahlen kommen. Sonst
       droht die Zerschlagung. Der Gütertochter steht ein harter Sanierungskurs
       bevor. Von den rund 14.000 Stellen in Deutschland werden laut Bahn 6.200 in
       den kommenden Jahren gestrichen.
       
       ## Verschlankung von oben: Vorstandsposten gestrichen
       
       Immerhin konnte die Bahn durch den Verkauf der Spedition Schenker auch den
       Schuldenstand um 11 Milliarden Euro auf nun noch rund 20 Milliarden Euro
       drücken. Doch bis zu einer gut vorzeigbaren Bilanz ist es Palla zufolge
       noch ein weiter Weg. „Erst wenn wir wieder nachhaltig Jahresüberschüsse
       erwirtschaften und Investitionen aus eigener Kraft stemmen können, sind wir
       am Ziel“, sagt die Bahnchefin.
       
       Das will sie mit einem Umbau des Konzerns, einer Sanierung des Fernverkehrs
       und des Netzes auf lange Sicht erreichen. Beim Konzernumbau kommt sie
       voran. Vorstandsposten wurden gestrichen, die Verantwortung für
       Entscheidungen von der Zentrale an die Manager vor Ort gegeben.
       
       Ein guter Teil des Spitzenmanagements muss sich in diesem Jahr neue
       Aufgaben suchen. Weniger Bürokratie und schnellere Entscheidungen sollen
       sich auch wirtschaftlich positiv bemerkbar machen. „Dieser Jahresabschluss
       markiert das Ende der alten Bahn“, kündigte Palla an. Der Umbau soll 2027
       abgeschlossen werden.
       
       Allerdings muss auch ein Posten neu besetzt werden. Die erst vor wenigen
       Monaten berufene Finanzchefin Karin Dohm musste ihren Platz mit sofortiger
       Wirkung räumen. Offiziell sprach der Aufsichtsrat der Bahn von
       unterschiedlichen Auffassungen hinsichtlich zentraler Fragen der
       Unternehmensentwicklung. Inoffiziell ist zu hören, dass Dohm es sich mit
       vielen in der Konzernzentrale durch abschätziges Verhalten verscherzt habe.
       
       Die größten Sorgenkinder bleiben der Bahn erhalten. Die Modernisierung der
       Infrastruktur wird laut Palla zehn Jahre dauern. Damit bleibt der Verkehr
       noch lange weniger zuverlässig als erwünscht. Im vergangenen Jahr waren nur
       sechs von zehn Zügen fahrplanmäßig unterwegs.
       
       Mit kleinen Maßnahmen wie zeitlichen Puffern bei der Planung des
       Knotenverkehrs soll für etwas mehr Zuverlässigkeit gesorgt werden. Das Ziel
       sind 70 Prozent Pünktlichkeit bis 2029. Wirklich helfen würde wohl nur eine
       Kürzung des Angebots an den chronisch überlasteten Strecken und Bahnhöfen.
       Das sieht eine Taskforce der Bundesregierung aber nur als letzte
       Möglichkeit.
       
       Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) sieht die Weichen für einen
       Neuanfang gestellt, räumt aber ein: „Bei Qualität, Service und nicht
       zuletzt der Pünktlichkeit des Fernverkehrs ist noch viel zu erledigen.“
       Doch auch Schnieder steht in der Kritik. So bemängeln die privaten
       Güterbahnen die fehlende Verlässlichkeit bei den Baustellen im Netz und
       sieht Schnieder mit in der Verantwortung. „Die Politik hält sich raus,
       statt zu steuern“, sagt Verbandschef Peter Westenberger.
       
       27 Mar 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /Deutsche-Bahn-DB/!t5008760
 (DIR) [2] https://www.deutschebahn.com/de/presse/pressestart_zentrales_uebersicht/Deutsche-Bahn-Schritt-nach-vorn-bei-Umsatz-und-operativem-Ergebnis-13777970
 (DIR) [3] /Der-Preis-fuer-das-Deutschlandticket-wird-ab-2027-nicht-mehr-politisch-festgelegt/!6166164
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Wolfgang Mulke
       
       ## TAGS
       
 (DIR) Deutsche Bahn (DB)
 (DIR) Deutschlandticket
 (DIR) Mobilität
 (DIR) Bahn
 (DIR) Öffentlicher Nahverkehr
 (DIR) GNS
 (DIR) Deutsche Bahn (DB)
 (DIR) Zukunft
 (DIR) Deutsche Bahn (DB)
 (DIR) Deutsche Bahn (DB)
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA
       
 (DIR) Antwort auf Verkehrsminister Schnieder: Bahn-Bashing? Nicht mit uns!
       
       Nun lästert selbst Verkehrsminister Schnieder über die Deutsche Bahn. Da
       sollte er mal diesen Text lesen: Nur Gutes über den bundeseigenen Konzern.
       
 (DIR) Barrierefreies Bahnfahren: Zurückbleiben, bitte
       
       Selbstbestimmt mit dem Zug reisen ist für Menschen im Rollstuhl quasi
       unmöglich. Ein neuer ICE gibt Hoffnung, aber löst längst nicht alle
       Probleme.
       
 (DIR) Taskforce für pünktlichere Bahn: Joker-Gleise, Pufferminuten und eine Ultima Ratio
       
       Kleine Veränderungen sollen die Bahnen pünktlicher machen, so die Pläne der
       zuständigen Taskforce. Schnelle Verbesserungen sind aber nicht drin.
       
 (DIR) Streckensanierung Hamburg–Berlin: Bahn verspätet sich um sechs Wochen
       
       Zwischen Hamburg und Berlin rollt der Verkehr erst Mitte Juni wieder
       normal. Trotz Kritik hält die DB am Konzept der Generalsanierungen weiter
       fest.