# taz.de -- Gefährliche „Ewigkeitschemikalien“: EU-Chemiebehörde für Verbot von PFAS-Chemikalien
> Die EU-Chemikalienagentur empfiehlt ein PFAS-Verbot. Ausnahmen soll es
> geben, wenn Alternativen fehlen und wirtschaftliche Folgen drohen.
(IMG) Bild: PFAS sind auch ein Problem für die Wasserversorgung: Wasser läuft aus einem Wasserhahn
afp | Die EU-Chemiekalienbehörde (ECHA) hat ein weitreichendes Verbot
sogenannter Ewigkeitschemikalien ([1][PFAS]) empfohlen – hält aber eine
Reihe von Ausnahmen für sinnvoll. „Die derzeit geltenden Regeln reichen
nicht aus“, teilte die ECHA mit Sitz in Helsinki am Donnerstag mit. Die
Behörde veröffentlichte zwei Risikoanalysen, die als Grundlage für einen
Gesetzesvorschlag der EU-Kommission dienen sollen.
PFAS sind per- und polyfluorierte Alkylverbindungen, die synthetisch
hergestellt werden. Sie sind wasser- und fettabweisend und stecken deshalb
in etlichen Alltagsprodukten wie beschichteten Pfannen, Funktionskleidung,
Imprägniersprays und Einwegverpackungen. Sie sind biologisch nicht
abbaubar, reichern sich in der Natur sowie im menschlichen Körper an und
werden deshalb als Ewigkeitschemikalien bezeichnet.
Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass einige der Chemikalien bei
Menschen die Leber und das Immunsystem schädigen, die Wirkung von Impfungen
und die Fruchtbarkeit verringern und Krebs erzeugen können. Einige
Untergruppen sind bereits verboten, wurden in der Vergangenheit aber immer
rasch durch ähnliche PFAS-Chemikalien ersetzt. Die EU-Kommission arbeitet
deshalb seit Jahren an einem umfassenden Verbot.
Fünf EU-Länder, darunter Deutschland, haben die ECHA um eine Empfehlung
gebeten. Mit Blick auf die Gefahren für Umwelt und Gesundheit ist die
Studienlage nach Einschätzung der Chemiker eindeutig: „PFAS können Risiken
für Menschen und Umwelt verursachen“, erklärte der Vorsitzende des
zuständigen ECHA-Ausschusses, Roberto Scazzola.
## Warnung von wirtschaftlichen Konsequenzen
Ein vollständiges Verbot sei mit Blick auf die [2][Umwelt]- und
[3][Gesundheitsrisiken] am effektivsten, urteilte der Ausschuss um
Scazzola. Ein anderes ECHA-Gremium zu den wirtschaftlichen Auswirkungen
eines Verbots warnte in seiner Analyse jedoch vor den Konsequenzen: Wo es
nachweislich keine Alternative für PFAS gebe, müsse es Ausnahmen geben.
Wie diese genau aussehen sollen, ist bislang unklar. Die Empfehlung zu den
wirtschaftlichen Auswirkungen gilt als vorläufige Einschätzung, die ECHA
muss sie in den kommenden Monaten noch formalisieren. Erst danach kann die
EU-Kommission einen Gesetzesvorschlag für ein Verbot machen.
26 Mar 2026
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