# taz.de -- Wer darf berichten?: Pentagon will Journalisten vor die Tür setzen
> Das US-Verteidigungsministerium fährt eine Niederlage vor Gericht ein.
> Und entscheidet sich daraufhin, den Zugang für Journalisten weiter zu
> erschweren.
(IMG) Bild: Will Journalisten die unabhängige Berichterstattung im Pentagon erschweren: US-Verteidigungsminister Hegseth bei einer Pressekonferenz
Das [1][amerikanische Verteidigungsministerium] hat sich nach einer
Niederlage vor Gericht dazu entschieden, Medienvertretern den [2][Zugang
weiter zu erschweren]. Wie das Pentagon am Montag bekannt gab, werde man
einen als „Korrespondenten-Korridor“ bekannten Bereich künftig schließen
und Journalisten nur noch im Beisein einer Begleitperson ins Gebäude
lassen.
Medienvertreter mit gültigem Presseausweis dürfen jedoch weiterhin bei
Pressekonferenzen und für vorher vereinbarte Interviews ins Pentagon, auch
ohne Begleitperson. Grund für die neuen Auflagen ist eine
Gerichtsentscheidung, die es laut dem US-Militär unmöglich mache, die
Sicherheit aller zu garantieren.
„Bei der Bewertung der Sicherheitslage des Ministeriums – nach dem Entzug
sämtlicher Befugnisse zur Sicherheitsüberprüfung durch das Gericht –
gelangte das Ministerium zu dem Schluss, dass ein unbegleiteter Zugang zum
Pentagon nicht verantwortungsvoll aufrechterhalten werden kann“, sagte
Pentagon-Pressesprecher Sean Parnell in einem Post am Montag.
Auch die Arbeitsräume für Pressemitglieder innerhalb des Pentagons stehen
Journalisten künftig nicht mehr zur Verfügung. Als Ersatz soll ein neues
Seitengebäude errichtet werden, das sich auf dem Gelände des Pentagons
befinden soll. Wann dies der Fall sein soll, ist aktuell nicht bekannt.
## Kritik von der Pentagon Press Association
Laut Parnell sieht das Verteidigungsministerium diese neuen Bestimmungen
als beste Kompromisslösung an, die sowohl die Zusammenarbeit mit
akkreditierten Medien weiterhin erlaube als auch die Sicherheit der
Pentagon-Mitarbeiter schütze.
Die Pentagon Press Association, die seit Jahren Pentagon-Korrespondenten
vertritt, erklärte in einer Stellungnahme, dass die angekündigten
Veränderungen die Entscheidung des Gerichts komplett untergraben würden.
„In einer derart kritischen Zeit fragen wir uns, warum das Pentagon
beschließt, unverzichtbare Pressefreiheiten einzuschränken, die dazu
beitragen, alle Amerikaner zu informieren“, so die Vereinigung.
Ein Bundesgericht entschied letzte Woche, dass das Ministerium mit den im
vergangenen Jahr eingeführten Änderungen im Akkreditierungsverfahren gegen
die Rechte von Journalisten verstoßen hätte.
## Etablierte Medien weigern sich
Der Richter urteilte, dass das Pentagon mit den neuen
Akkreditierungsrichtlinien das Ziel verfolgt hätte, „ungeliebte
Journalisten“ auszusortieren und durch solche zu ersetzen, die der
„Regierungslinie“ treu bleiben. Das Pentagon will gegen das Urteil Berufung
einlegen.
Da sich viele traditionelle US-Medien wie die New York Times, CNN oder NPR
geweigert hatten, diese neuen Akkreditierungsrichtlinien zu akzeptieren,
besteht das aktuelle Pressekontingent vor allem aus konservativen, rechten
Medienvertretern und Influencern.
Auch wenn das Pentagon nach dem Urteil diese New York Times-Journalisten
wieder akkreditieren muss, sorgen die neuen Sicherheitsregeln dafür, dass
der Pressezugang zum Verteidigungsministerium weiterhin äußerst beschränkt
bleibt. Unter Medienexperten und Befürwortern der Pressefreiheit sorgt dies
vor allem in Kriegszeiten, wie es aktuell der Fall ist, für große Bedenken.
„Eine unabhängige Berichterstattung über das US-Militär ist nicht optional,
sondern unverzichtbar für Rechenschaftspflicht, Transparenz und das
öffentliche Vertrauen. Jede Richtlinie, die diesen Zugang einschränkt,
sollte jeden beunruhigen, der Wert auf eine freie und informierte
Gesellschaft legt“, sagte der National Press Club in einer Erklärung.
26 Mar 2026
## LINKS
(DIR) [1] /US-Verteidigungsministerium-umbenannt/!6109174
(DIR) [2] /Pressefreiheit-unter-Trump/!6126073
## AUTOREN
(DIR) Hansjürgen Mai
## TAGS
(DIR) US-Medien
(DIR) Pentagon
(DIR) Pete Hegseth
(DIR) Schwerpunkt Pressefreiheit
(DIR) Journalist
(DIR) Journalismus
(DIR) Schwerpunkt USA unter Trump
(DIR) USA
(DIR) Olympische Winterspiele
## ARTIKEL ZUM THEMA
(DIR) US-Medienlandschaft: Kein Platz für kritisches Fernsehen
Die US-Regierung geht aggressiv gegen regierungskritische Berichterstattung
vor. Das nächste Opfer des Umbaus: der prominente Fernsehsender CNN.
(DIR) Washington Post in der Krise: Im freien Fall
Vor 13 Jahren übernahm Jeff Bezos die „Washington Post“. Nun steckt die
renommierte Zeitung in einer tiefen Krise. Das Protokoll eines Scheiterns.
(DIR) „Washington Post“ bei Olympia: Ob meine Zeitung kein Jobangebot für ihn habe
Im Einzelbüro der „Washington Post“ im Main Media Centre in Mailand sitzt
einsam der Sportjournalist Les Carpenter. Auch er ist entlassen worden.