# taz.de -- „Verhandlungen“ zwischen USA und Iran: Vage Diplomatie, konkreter Militäraufmarsch
       
       > Die US-Regierung behauptet weiterhin, Iran habe großes Interesse an einem
       > Deal. Iran dementiert. Die USA schicken Fallschirmjägertruppen.
       
 (IMG) Bild: Die USA reden über angebliche Verhandlungen und schicken weitere Truppen in die Region
       
       Zwei Tage ist es her, dass US-Präsident Donald Trump sein an den Iran
       gerichtetes Ultimatum zur Freigabe der Straße von Hormus im Angesicht „sehr
       guter Gespräche“ [1][vorerst ausgesetzt] hat. Aber noch immer ist unklar,
       ob diese Gespräche zwischen den USA und Iran tatsächlich stattfinden, wer
       sie führt und ob sie tatsächlich den Erfolg haben, den Trump am Montag
       gegenüber der Presse verkündet hat.
       
       Iran zumindest blieb bei seiner Position, solche Gespräche gäbe es nicht,
       die USA verhandelten wohl mit sich selbst, wie es ein iranischer
       Militärsprecher am Dienstag ausdrückte. Auch Parlamentssprecher Mohammad
       Bagher Ghalibaf, den internationale Medien als vermutlichen iranischen
       Verhandlungsführer ausgemacht hatten, schrieb auf X, es habe keinerlei
       Verhandlungen gegeben.
       
       Am Dienstagabend wollen die USA mithilfe pakistanischer Vermittlung dem
       Iran einen 15-Punkte-Plan übermittelt haben. Worin genau diese Punkte
       bestehen, blieb der Öffentlichkeit allerdings verborgen – nach Angaben des
       Nachrichtensenders CNN sind darunter Forderungen nach einer Begrenzung
       militärischer Fähigkeiten Irans, der Einstellung der Finanzierung seiner
       Proxy-Milizen und die Anerkennung des Existenzrechts Israels.
       
       Auch dazu gab es zunächst von iranischer Seite keine Bestätigung – am
       Mittwochnachmittag allerdings hieß es dann, Iran weise die US-Bedingungen
       zurück. Es wäre „unlogisch“ für Iran, sich überhaupt auf irgendwelche
       Vereinbarungen mit jenen einzulassen, die solche in der Vergangenheit immer
       wieder gebrochen hätten, hieß es im Staatsmedium Fars News.
       
       ## Weitere Länder bemühen sich um Verhandlungsebene
       
       Auch für die Idee, Pakistan könnte als Ort für Verhandlungen beider Seiten
       dienen, gibt es keinerlei Bestätigung. „Wenn beide Seiten das wollen, wird
       Pakistan immer bereit sein, solche Verhandlungen auszurichten“, sagte ein
       Sprecher des pakistanischen Außenministeriums am Montag.
       
       Tatsächlich berichten US-Medien davon, dass einige Länder der Region sich
       darum bemühen, eine Verhandlungsebene zwischen den Konfliktparteien
       herzustellen, darunter tatsächlich das sowohl mit den USA als auch mit Iran
       gut vernetzte Pakistan, außerdem Oman, Ägypten und die Türkei.
       
       Ob aber hinter den Kulissen wirklich bereits tragfähige Gesprächskanäle
       aufgebaut werden konnten, blieb zunächst völlig unklar. Lediglich der
       britische Premierminister Keir Starmer bestätigte am späten Montagabend
       Donald Trumps Aussage, es gebe direkte Gespräche zwischen den USA und Iran:
       „Wir, das Vereinigte Königreich, wussten, dass das geschah“, sagte er.
       
       Wesentlich nachprüfbarer und realer ist hingegen, dass die USA zuzüglich zu
       den bereits in der Golfregion operierenden Flugzeugträgerverbänden nunmehr
       auch rund 2.000 Soldaten der 82. Luftlandedivision in den Golf verlegen.
       Die Fallschirmjäger sind eine Interventionseinheit, die in den letzten
       Jahrzehnten an allen militärischen US-Operationen mit Bodentruppeneinsatz
       beteiligt waren.
       
       Ihre Verlegung spricht dafür, dass ein von Militärexperten in den letzten
       Tagen mehrfach benanntes Szenario, die US-amerikanische Besetzung der Irans
       Küste vorgelagerten Insel Charg, weiterhin zu den US-Planungen gehören
       könnte.
       
       ## Bisher wurden Ölanlagen verschont
       
       Die Ölanlagen auf der Insel sind [2][strategisch für Irans eigene
       Ölindustrie] – eine Besetzung der Insel, so die Überlegung, könnte den USA
       ein starkes Druckmittel in die Hand geben, um Iran zur Freigabe der Straße
       von Hormus für den Schiffsverkehr zu zwingen. Bislang haben die USA die
       Insel zwar angegriffen, dabei aber die Ölanlagen verschont.
       
       Ein solches Szenario hatte Iran in seiner ersten Reaktion auf Trumps
       Ultimatumsaussetzung für fünf Tage bereits am Montag angedeutet: Die USA
       wollten lediglich Zeit gewinnen, um ihre weiteren militärischen Absichten
       vorzubereiten.
       
       25 Mar 2026
       
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