# taz.de -- Nachrichten im Irankrieg: Diplomatisches Ringen um US-Plan
       
       > Teheran lehnt den Trump-Plan ab, doch die internationalen Bemühungen um
       > ein mögliches Kriegsende nehmen zu. Eine Schlüsselrolle soll dabei
       > Pakistan spielen.
       
 (IMG) Bild: Öltanker und Frachtschiffe reihen sich in der Straße von Hormus auf, gesehen von Khor Fakkan in den Vereinigten Arabaischen Emiraten
       
       ## Ägypten bietet sich als Ort für Verhandlungen bezüglich des Irans an
       
       Ägypten hat sich als Austragungsort für jegliche Gespräche ‌zum Iran
       angeboten, solange sie der Deeskalation dienten. Ägypten unterstütze die
       Bemühungen von US-Präsident Donald Trump, Verhandlungen mit dem Iran
       aufzunehmen, sagt Außenminister Badr Abdelatty. Zu der Reaktion des Iran
       auf den US-Plan sagt er: „Wir müssen unsere Bemühungen fortsetzen, es kommt
       ganz auf Diplomatie und Verhandlungen an.“ (rtr)
       
       ## Iranischer Vertreter: Erste Reaktion auf US-Vorschlag nicht positiv
       
       Die erste Reaktion des Iran auf ‌den Vorschlag der USA zur Beendigung des
       Krieges sei nicht positiv ausgefallen, erklärt ein hochrangiger iranischer
       Regierungsvertreter gegenüber Reuters. Der Vorschlag werde noch geprüft,
       fügt er hinzu. Die erste Reaktion Teherans sei an Pakistan übermittelt
       worden, um von dort nach Washington weitergeleitet zu werden. (rtr)
       
       ## UN-Rat verurteilt Irans Angriffe auf Nachbarländer
       
       Der UN-Menschenrechtsrat hat die Angriffe Irans auf seine Nachbarländer bei
       einer Dringlichkeitsdebatte in Genf verurteilt. Der Iran lehnte die
       vorgelegte Resolution ab. Darin wurden als Geschädigte namentlich Bahrain,
       Kuwait, Oman, Katar, Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate und
       Jordanien genannt. Weil der Iran keine Abstimmung verlangte, wurde die
       Resolution im Konsens angenommen.
       
       In dem Text ging es nur um die Angriffe des Iran auf Nachbarländer, nicht
       um die Angriffe der USA und Israels auf den Iran, die vorausgegangen waren.
       Seit dem 28. Februar seien im Iran mehr als 1.500 Menschen ums Leben
       gekommen, darunter 300 Minderjährige, sagte der iranische Botschafter Ali
       Bahreini. Fast 45.000 Häuser seien zerstört oder beschädigt worden, mehr
       als 53 Krankenhäuser seien angegriffen worden, und 57 Schulen seien
       bombardiert worden. Unabhängig prüfen lassen sich die Angaben nicht. Auf
       Antrag des Iran, Chinas und Kubas findet in Genf am Freitag eine weitere
       Dringlichkeitsdebatte im Zusammenhang mit dem Iran-Krieg statt. Dabei soll
       es um Angriffe auf Schuleinrichtungen und um die Menschenrechte von Kindern
       in bewaffneten Konflikten gehen. (dpa)
       
       ## Mehrheit der US-Bürger hält Iran-Einsatz für überzogen
       
       Eine Mehrheit der US-Bürger glaubt, dass das jüngste Vorgehen des
       US-Militärs gegen den Iran zu weit gegangen ist. Wie aus einer
       repräsentativen Umfrage der Nachrichtenagentur AP und des
       Forschungszentrums Norc hervorgeht, sorgen sich viele Amerikaner zudem
       darum, sich bald keinen Sprit mehr leisten zu können. Die aktuellen
       Umfrageergebnisse legen nahe, dass der am 28. Februar von den USA und
       Israel begonnene Krieg gegen die Islamische Republik für Präsident Donald
       Trump im Jahr der Zwischenwahlen für den Kongress zur Belastung werden
       könnte.
       
       Während Trump weitere Kriegsschiffe und Soldaten in den Nahen Osten
       verlegt, gaben 59 Prozent der Befragten an, dass das militärische Vorgehen
       gegen den Iran übertrieben sei. 45 Prozent zeigten sich „extrem“ oder
       „sehr“ besorgt, sich das Betanken ihrer Fahrzeuge in den kommenden Monaten
       wegen der gestiegenen Ölpreise nicht mehr leisten zu können. Kurz nach der
       Wiederwahl Trumps hatten in einer AP-Norc-Erhebung noch lediglich 30
       Prozent der Befragten diese Sorge geäußert. Allerdings gibt es erhebliche
       Unterstützung für mindestens eines der Kriegsziele des Präsidenten: den
       Iran daran zu hindern, sich jemals atomar bewaffnen zu können. Etwa zwei
       Drittel der US-Bürger halten dies für ein „extrem“ oder „sehr“ wichtiges
       außenpolitisches Ziel. Zugleich sieht ein etwa vergleichbarer Anteil es als
       wichtig an, einen weiteren Anstieg der Öl- und Gaspreise zu verhindern.
       Dass diese beiden Ziele miteinander in Konflikt stehen könnten, weil der
       Iran mit seiner Kontrolle über die Straße von Hormus erheblichen Preisdruck
       erzeugen kann, könnte das Weiße Haus zunehmend herausfordern. (ap)
       
       ## Wadephul: Hoffentlich wird Gesprächen Chance auf Erfolg eingeräumt
       
       Bundesaußenminister Johann Wadephul begrüßt das Bestreben ‌von US-Präsident
       Donald Trump, Verhandlungen zur Beendigung des Krieges mit dem Iran
       aufzunehmen. Er hoffe, dass den Gesprächen eine Chance auf Erfolg
       eingeräumt werde, sagt Wadephul bei einem Besuch seines tunesischen
       Amtskollegen Mohamed Ali Nafti in Berlin. „Es ist lobenswert, dass der
       US-Präsident sein Ultimatum an das iranische Regime um einige Tage
       verschoben hat und nun Verhandlungen anstrebt“, sagt Wadephul. „Das
       iranische Regime wäre gut beraten, jetzt darauf zu reagieren. Wenn es also
       eine Chance für Diplomatie gibt, sollten wir den Gesprächen auf jeden Fall
       eine Chance geben.“ (rtr)
       
       ## Staatsfernsehen: Iran lehnt US-Vorschlag für Waffenruhe ab
       
       Der Iran hat laut einem Bericht des staatlichen Fernsehens einen
       US-Vorschlag für eine Waffenruhe abgelehnt. Der englischsprachige Kanal des
       Staatsfernsehens zitierte am Mittwoch eine anonyme Quelle mit der Aussage,
       Teheran habe den 15 Punkte umfassenden Plan zurückgewiesen. Zuvor war aus
       pakistanischen Regierungskreisen verlautet, der Vorschlag sei dem Iran
       übergeben worden. Pakistan hat sich als Gastgeber von Verhandlungen
       zwischen den USA und dem Iran angeboten. Der Iran hat bislang gesagt, er
       sei an keinen Verhandlungen mit den USA beteiligt. Ein Militärsprecher
       machte sich am Mittwoch über die diplomatischen Bemühungen Washingtons
       lustig. (ap)
       
       ## Wadephul: Kein Kommentar zu Steinmeier-Äußerung zum Iran
       
       Außenminister Johann Wadephul will sich zur Bewertung des Iran-Kriegs als
       völkerrechtswidrig durch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier nicht
       äußern. „Es ist gute Tradition in Deutschland, dass wir Äußerungen anderer
       Verfassungsorgane nicht kommentieren“, sagte der CDU-Politiker in Berlin
       bei einem Treffen mit seinem tunesischen Kollegen Mohamed Ali Nafti. Dabei
       bleibe es insbesondere angesichts dessen, dass es ihm persönlich sehr
       wichtig gewesen sei, Steinmeier als Ex-Außenminister zum 75. Jahrestag der
       Wiedergründung des Auswärtigen Amts einzuladen.
       
       Steinmeier hatte den von Israel und den USA begonnenen Iran-Krieg bei
       seinem Auftritt im deutschen Außenministerium am Dienstag als politisch
       verhängnisvollen Fehler bezeichnet und als „nach meinem Dafürhalten
       völkerrechtswidrig“ eingestuft. Nach seiner Darstellung trägt die
       Begründung eines angeblich unmittelbar bevorstehenden Angriffs auf die USA
       nicht. Wadephul sagte nun, die US-Regierung habe angekündigt, dass deren
       rechtlicher Berater demnächst eine umfassende Stellungnahme abgeben werde.
       „Diese warten wir ab und werten sie aus und werden dann dazu Stellung
       nehmen“, sagte der Minister. (dpa)
       
       ## Iran: Lassen uns Kriegsende nicht diktieren
       
       Der Iran hat ‌nach Angaben eines Insiders einen Vorschlag der USA zur
       Beendigung des Krieges geprüft. Die Bedingungen seien überzogen, berichtet
       der iranische Fernsehsender Press TV unter Berufung auf einen
       Regierungsvertreter. Der Iran werde den Krieg nur zu einem Zeitpunkt seiner
       Wahl beenden, sofern seine Bedingungen erfüllt seien. (rtr)
       
       ## Hisbollah-Chef lehnt Verhandlungen mit Israel bei anhaltenden Kämpfen ab
       
       Die pro-iranische Hisbollah-Miliz will so lange keine Gespräche mit Israel
       führen, wie die Angriffe auf ihre Stellungen im Libanon anhalten. Wenn
       Verhandlungen „unter Beschuss“ vorgeschlagen würden, wäre dies ein
       „Aufzwingen einer Kapitulation“, sagte Hisbollah-Chef Naim Kassem am
       Mittwoch in einer vom Sender der Miliz verbreiteten Mitteilung. Er wies
       damit einen Vorschlag des libanesischen Präsidenten Joseph Aoun zurück,
       direkte Verhandlungen mit Israel zu beginnen. Kassam rief das libanesische
       Volk auf, sich für die „nationale Einheit“ einzusetzen. Dies könne erreicht
       werden, wenn die Regierung ihre Entscheidung zurücknehme, die militärischen
       Aktivitäten der Hisbollah zu verbieten. (afp)
       
       ## Militär: Über dem Libanon detonierte Rakete war iranischen Typs
       
       Das libanesische Militär hat Überreste einer Rakete analysiert, bei deren
       Explosion Trümmerteile über verschiedenen Ortschaften im Norden des Landes
       niedergingen. Das Geschoss sei iranischer Bauart, es ähnele einer
       Mittelstreckenrakete des Typs Ghadr-110. An ihm seien „kleinere Raketen
       befestigt“ gewesen. Dass die Rakete in großer Höhe detoniert sei, lege
       nahe, dass sie nicht auf ein Ziel im Libanon abgefeuert worden sei,
       erklärte das Militär am Mittwoch. Ein technischer Fehler oder eine
       Abfangrakete seien die naheliegendsten Gründe für die Explosion. Raketen
       des Typs Ghadr-110 sind grundsätzlich geeignet, um Ziele im gesamten Nahen
       Osten anzugreifen, einschließlich Israels. (ap)
       
       ## Rosatom-Chef: Weitere russische Arbeiter verlassen iranisches Akw
       
       Der Chef des staatlichen russischen Atomkonzerns Rosatom hat nach einem
       erneuten Angriff im Umfeld des iranischen Atomkraftwerks Buschehr die
       Evakuierung weiterer russischer Beschäftigter bekanntgegeben. Alexej
       Lichatschew hatte am Dienstagabend erklärt, es habe bei dem neuerlichen
       Angriff auf das von Russland gebaute Kraftwerk keine Verletzten gegeben,
       die Entwicklung folge jedoch einem „negativen Szenario“. Am Mittwoch
       verkündete er, dass eine weitere Gruppe von Mitarbeitern die Anlage
       verlassen habe und weitere nachfolgen würden. Bis sich die Situation
       normalisiere, werde die Zahl der Mitarbeiter auf ein Minimum reduziert.
       Bereits am 18. März hatte Lichatschew sich zum ersten Angriff geäußert, der
       ein Gebäude in der Nähe des Reaktors getroffen haben soll. Er sprach von
       einer eklatanten Missachtung zentraler Regeln und Prinzipien der
       internationalen Sicherheit. (ap)
       
       ## Ministerium: Sieben Tote bei Luftangriff auf Stützpunkt im Westen des
       Irak
       
       Bei einem neuen Luftangriff im Westen des Irak sind nach irakischen Angaben
       mindestens sieben Soldaten getötet worden. Weitere 13 Menschen seien bei
       Angriff in der Provinz al-Anbar verletzt worden, teilte das
       Verteidigungsministerium in Bagdad am Mittwoch mit. Eine Militärklinik auf
       dem Stützpunkt sei gezielt angegriffen worden. Auf dem Stützpunkt sind
       irakische Soldaten, Polizisten und Kräfte des pro-iranischen Netzwerks
       Hasched al-Schaabi stationiert, wie die Nachrichtenagentur AFP aus
       Sicherheitskreisen erfuhr. Demnach trafen „zwei von einem Kampfflugzeug
       abgefeuerte Raketen“ dieselbe Basis in der Region Habbanija in der Provinz
       Anbar, die bereits am Vortag angegriffen worden war. (afp)
       
       ## Golfstaaten: Iranische Angriffe sind existenzielle Bedrohung
       
       Die ‌arabischen Golfstaaten warnen vor einer existenziellen Bedrohung durch
       iranische Angriffe auf ihre Infrastruktur. „Es besteht eine existenzielle
       Bedrohung für die internationale und regionale Sicherheit. Dieses
       aggressive Vorgehen untergräbt das Völkerrecht und die Souveränität“, sagt
       Kuwaits Botschafter Naser Abdullah H. M. Alhayen vor dem
       UN-Menschenrechtsrat in Genf. Andere Golfstaaten erklären, die Handlungen
       des Iran zielten darauf ab, Terror zu verbreiten. Der Botschafter der
       Vereinigten Arabischen Emirate, Jamal Jama al Muscharach, verurteilt den
       „Versuch des Iran, die internationale Ordnung durch rücksichtsloses
       expansionistisches Vorgehen zu destabilisieren“. UN-Menschenrechtskommissar
       Volker Türk erklärt, das Vorgehen des Iran könne Kriegsverbrechen
       darstellen. „Angriffe auf Zivilisten und zivile Infrastruktur müssen ein
       Ende haben. Sind sie vorsätzlich, können solche Angriffe Kriegsverbrechen
       darstellen“, erklärt er vor dem Rat. (rtr)
       
       ## Hapag-Lloyd-Chef: Hormus-Blockade kostet wöchentlich bis zu 50 Mio
       Dollar
       
       Die ‌Blockade der ‌Straße von Hormus verursacht der Reederei Hapag-Lloyd
       zufolge wöchentliche Mehrkosten von 40 bis 50 Millionen Dollar.
       Vorstandschef Rolf Habben Jansen begründete dies in einem Interview mit
       RTL/ntv mit Treibstoffkosten, die um mehr als 50 Prozent über dem normalen
       Niveau lägen, sowie Ausgaben für Versicherungen und die ‌Lagerung von
       Containern. Diese Mehrkosten würden an die Kunden weitergegeben. „Das
       können wir auch nicht so locker absorbieren“, sagte Habben Jansen. Das
       größte Problem sei jedoch, dass derzeit sechs Schiffe des Unternehmens mit
       rund 150 Beschäftigten im Persischen Golf festsäßen und nicht auslaufen
       könnten, erklärte der Manager. Die Versorgung der Besatzungen mit Proviant
       und Wasser sei zwar gesichert. Die Lage bleibe aber schwierig. (rtr)
       
       ## Taiwan warnt vor chinesischer Aggression im Schatten des Nahost-Kriegs
       
       In Taiwan ‌wächst die Sorge, dass ‌China die durch den Iran-Krieg bedingte
       Ablenkung der USA ausnutzen könnte. Die Regierung in Taipeh wirft der
       Volksrepublik vor, die Lage gezielt zu eskalieren, seit die USA Kräfte aus
       Ostasien verlegt haben. Als Beleg dafür wertet Taiwan die Wiederaufnahme
       von großangelegten chinesischen Lufteinsätzen nahe der Insel seit Mitte
       März. „Dies ist eine Gelegenheit für China, um Einfluss auszuüben“, sagte
       ein hochrangiger Vertreter der taiwanischen Sicherheitsbehörden am Mittwoch
       der Nachrichtenagentur Reuters. China ‌versuche, Instabilität zu erzeugen,
       während die Präsenz der USA im Indopazifik in Richtung Naher Osten
       verlagert werde. Ein Sprecher des US-Außenministeriums erklärte, die
       Fähigkeit des US-Militärs, auf gleichzeitige globale Bedrohungen zu
       reagieren, bleibe „gewaltig“. (rtr)
       
       ## IAEA-Chef geht von baldigen US-iranischen Gesprächen in Pakistan aus
       
       Der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA rechnet mit dem
       baldigen Beginn von Gesprächen zwischen den USA und dem Iran in Pakistan.
       „Ich denke, es könnte an diesem Wochenende Gespräche in Islamabad,
       Pakistan, geben“, sagte Rafael Grossi der italienischen Zeitung „Corriere
       della Sera“. Pakistan hatte sich als Vermittler im Iran-Krieg angeboten.
       (ap)
       
       ## Irak will Souveränitätsbeschwerde beim UN-Sicherheitsrat einreichen
       
       Der Irak will wegen Verletzungen seiner Souveränität Beschwerde beim
       Sicherheitsrat der Vereinten Nationen einreichen. Das sagte Chalid
       al-Jakubi, Sicherheitsberater des irakischen Ministerpräsidenten Mohammed
       al-Sudani, der Nachrichtenagentur AP am Mittwoch. Seit dem Beginn des
       US-israelischen Krieges gegen den Iran am 28. Februar seien 80 Mitglieder
       der Sicherheitskräfte getötet und 150 weitere verletzt worden. Den USA warf
       al-Jakubi Verletzungen des irakischen Luftraums vor, den Iran machte er für
       Angriffe auf kurdische Kräfte im Norden des Landes verantwortlich. „Wir
       lehnen die Aggression gegen den Iran ab, weil sie nicht gerechtfertigt
       ist“, sagte er über den Krieg, der von den USA und Israel begonnen wurde.
       Al-Jakubi erklärte, zu den Sicherheitskräften gehörten auch die irakischen
       Volksmobilisierungskräfte, ein Bündnis vom Iran unterstützter Milizen, das
       nominell dem irakischen Militär unterstellt ist. (ap)
       
       ## Regierungspartei: Türkei bemüht sich um Vermittlung im Iran-Krieg
       
       Im Ringen um eine Lösung im Iran-Krieg spielt die Türkei nach Angaben der
       Regierungspartei eine Vermittlerrolle. Man stehe seit längerem in Kontakt
       mit dem Iran und den USA und übermittle Botschaften zwischen beiden
       Parteien, sagte Harun Armagan, stellvertretender Vorsitzender für
       Außenbeziehungen der regierenden AK-Partei in der Türkei der Deutschen
       Presse-Agentur. Ziel sei, Spannungen abzubauen und einen Boden für
       Gespräche zu bereiten. Noch sei man aber nicht so weit, dass man einen Ort
       für ein solches Treffen festlegen könne. Auch Pakistan vermittelt örtlichen
       Sicherheitskreisen zufolge zwischen den Kriegsparteien. Das
       Außenministerium in Ankara wollte zunächst nicht kommentieren. (dpa)
       
       ## Berichte: London und Paris wollen Gespräche zur Öffnung der Straße von
       Hormus ausrichten
       
       Großbritannien und Frankreich wollen britischen Medienberichten zufolge
       Gespräche zur Wiederöffnung der strategisch und wirtschaftlich wichtigen
       Straße von Hormus ausrichten. Ein Treffen mit Vertretern aus rund 30
       Ländern solle noch diese Woche stattfinden, zitierte der „Guardian“ am
       Mittwoch einen Verteidigungsbeamten. „Ich gehe davon aus, dass es in naher
       Zukunft eine Sicherheitskonferenz zur Straße von Hormus geben wird“, sagte
       er demnach. Ziel ist es den Berichten zufolge, eine Koalition zur
       Wiederöffnung der Straße von Hormus zu bilden. Die Meerenge ist seit Beginn
       des Iran-Krieges faktisch vom Iran weitgehend geschlossen. Die „Times“
       berichtete, Großbritannien habe angeboten, nach dem ersten Treffen zur
       Straße von Hormus später einen Gipfel in Portsmouth oder London
       auszurichten, um Einzelheiten auszuarbeiten und die Koalition aufzubauen.
       Diese solle sicherstellen, dass die Wasserstraße wieder geöffnet werden
       könne – „sobald die Bedingungen stimmen“. (afp)
       
       ## Kreise: Kontakte zwischen USA und Iran über Kriegsende
       
       Die USA und der Iran stehen Sicherheitskreisen zufolge über ein mögliches
       Kriegsende in Kontakt. In dieser Woche seien zwischen beiden
       Konfliktparteien bereits zweimal Vorschläge übermittelt worden, hieß es aus
       pakistanischen Sicherheitskreisen. Auch Ägypten sei in Bemühungen
       involviert, den Krieg zu beenden. In dem 15 Punkte umfassenden Plan zur
       Beendigung des Iran-Kriegs werde unter anderem diskutiert, wie künftig der
       Schiffverkehr in der für den weltweiten Ölhandel wichtigen Straße von
       Hormus geregelt wird. Ein Vorschlag ist demnach eine gemeinsame maritime
       Einsatzgruppe durch die USA, den Iran, Pakistan und einige Golfstaaten.
       
       Die meisten Punkte adressieren laut einer gut informierten Quelle jedoch
       das umstrittene iranische Atomprogramm. Bereits vor dem Krieg hatten der
       Iran und die USA darüber ohne konkrete Ergebnisse verhandelt. Auch die
       Aufhebung der internationalen Sanktionen und der Wiederaufbau des Irans
       seien Themen. US-Medien hatten zuvor über den Plan berichtet, der Irans
       Führung für ein Ende des Kriegs große Zugeständnisse abverlangen soll.
       Pakistan gilt als möglicher Gastgeber, sollte es zu neuen Gesprächen
       zwischen Vertretern aus Teheran und Washington kommen. Offiziell dementiert
       Irans politische und militärische Führung jegliche Art von Verhandlungen
       mit den USA. (dpa)
       
       ## Libanon: Mehr als 40 Sanitäter bei Israels Angriffen getötet
       
       Bei israelischen Angriffen im Libanon sind nach Behördenangaben seit
       Ausbruch der jüngsten Eskalation Anfang März 42 Sanitäter getötet worden.
       Bei einem jüngsten Vorfall am Montag seien zwei Sanitäter bei einem
       israelischen Angriff auf ihr Motorrad getroffen worden und umgekommen,
       teilte das Gesundheitsministerium mit. Die beiden Männer seien auf dem Weg
       zu einem Einsatz und in Uniform gekleidet gewesen. Ihr Motorrad sei mit
       Warnleuchten ausgestattet gewesen. Sowohl die Hisbollah als auch die mit
       ihr verbündete Amal-Bewegung haben eigene Gesundheitsdienste. Insbesondere
       deren Mitarbeiter werden bei den Angriffen getroffen.
       
       Auf Nachfrage teilte das israelische Militär mit, die Angelegenheit zu
       prüfen. Das israelische Militär wirft der Hisbollah vor, Krankenwagen und
       andere medizinische Einrichtungen für militärische Zwecke zu nutzen. Die
       libanesische Regierung wirft Israels Armee vor, vorsätzlich
       Rettungsmaßnahmen zu behindern und gegen das Völkerrecht zu verstoßen.
       (dpa)
       
       ## Südkorea spielt Gassorgen nach Angriffen in Katar herunter
       
       Südkorea hat Sorgen um die Gasversorgung des Landes nach iranischen
       Angriffen auf Flüssiggasfabriken in Katar heruntergespielt. Yang Ki Wook,
       ein Vertreter des südkoreanischen Industrieministeriums, sagte am Mittwoch,
       sein Land habe aller Voraussicht nach eine ausreichende Versorgung bis zum
       Ende des Jahres aus alternativen Quellen sichergestellt. Yang schätzte,
       dass die iranischen Angriffe auf zwei LNG-Fabriken in Katar etwa 20 Prozent
       der Kapazitäten des Emirats beschädigt haben und dass es drei bis fünf
       Jahre dauern könnte, diese wiederherzustellen. Südkorea habe noch keine
       direkte Mitteilung des katarischen Staatskonzerns Qatar Energy erhalten,
       sagte er mit Blick auf Medienberichte, wonach sich das Unternehmen bei dem
       Ausfall von vertraglich zugesicherten LNG-Lieferungen an Südkorea und
       andere Staaten auf höhere Gewalt berufen will. (ap)
       
       ## Iranisches Militär: Raketen in Richtung von US-Flugzeugträger abgefeuert
       
       Der Iran hat nach Militärangaben Raketen in Richtung des US-Flugzeugträgers
       „USS Abraham Lincoln“ abgefeuert. Der in der Golfregion eingesetzte
       Flugzeugträger sei dadurch gezwungen worden, seine Position zu ändern,
       zitierte das Staatsfernsehen am Mittwoch aus einer Erklärung des Militärs.
       Marinekommandant Schahram Irani drohte mit weiteren Angriffen, sollten sich
       feindliche Schiffe in Reichweite der iranischen Streitkräfte befinden.
       (afp)
       
       ## Deutsche Logistik: Lieferketten-Risiko ist beträchtlich
       
       ‌Der Iran-Krieg könnte ‌nach Einschätzung der deutschen Logistikbranche die
       Lieferketten weltweit durcheinanderbringen. „Das Risiko für die Logistik
       ist beträchtlich“, sagte der Vorsitzende der Bundesvereinigung Logistik
       (BVL), Kai Althoff, am Mittwoch. „Wir werden in den nächsten Monaten sehen,
       wie resilient die globalen Lieferketten gegenüber höheren Öl- und
       Gaspreisen und ‌den Störungen in den Lieferketten sind.“ Abhängig von der
       Dauer der militärischen Konflikte werde dann deutlich, „ob sich die Risiken
       manifestieren und die Wirtschaft und auch die Logistik wieder stärker unter
       Druck geraten“. Die andere Option sei, „ob sich der leicht positive
       gesamtwirtschaftliche Trend fortsetzen kann und die Logistikbranche
       mitzieht“. Die aktuelle Situation zeige einmal mehr, wie wichtig das Thema
       Resilienz ‌und Krisenfestigkeit auch künftig für die Logistik sein werde,
       betonte Althoff. (rtr)
       
       ## Israel greift Ziele im Libanon an
       
       Israels Armee geht eigenen Angaben zufolge weiter gegen die Hisbollah im
       Libanon vor. In der Nacht habe das Militär unter anderem eine
       Kommandozentrale in den südlichen Vororten der libanesischen Hauptstadt
       Beirut, Mitglieder der Miliz sowie Tankstellen, die sie zur Finanzierung
       nutze, angegriffen, teilte das Militär mit. Die Tankstellen werden von
       Al-Amana betrieben, einer mit der Hisbollah verbundenen Organisation. Sie
       sind Teil des parallelen Wirtschaftssystems, das die Hisbollah im Libanon
       etabliert hat. In Zeiten von Treibstoffmangel aufgrund der Wirtschaftskrise
       im Land konnte die Hisbollah über Al-Amana ihre Anhänger bevorzugt
       versorgen und so ihre Basis stärken, während staatliche Tankstellen leer
       blieben. Aus dem Libanon gab es zunächst keine Angaben zu Verletzten der
       nächtlichen Angriffe. (dpa)
       
       ## Ägyptens Außenminister spricht mit EU-Außenbeauftragter über Iran
       
       Der ägyptische Außenminister Badr Abdel-Atti hat mit Vertretern der
       Europäischen Union und der USA über den Konflikt rund um den Iran
       gesprochen. Wie sein Ministerium am Mittwoch mitteilte, tauschte er sich
       mit der EU-Außenbeauftragten Kaja Kallas über die Lage im Nahen Osten aus
       und forderte die EU auf, sich bei der Suche nach einer diplomatischen
       Lösung im Iran-Krieg mit Ägypten abzusprechen. Abdel-Atti sagte Massad
       Boulos, einem Berater von US-Präsident Donald Trump, es müsse „konzertierte
       regionale und internationale Anstrengungen zur Deeskalation der Lage“
       geben. Er verwies auf die schweren wirtschaftlichen Folgen des Konflikts.
       Ägypten hatte im März die Kraftstoffpreise erhöht und weitere Maßnahmen
       angekündigt, darunter die Reduzierung offizieller Auslandsreisen sowie
       einen sparsameren Treibstoffverbrauch in verschiedenen Bereichen. (ap)
       
       ## Insider: Pakistan hat Iran US-Vorschlag übermittelt
       
       Pakistan hat dem Iran einem Insider zufolge einen Vorschlag der USA
       übermittelt. Details nennt der ranghohe iranische Insider, der sich
       gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters äußert, nicht. Auch sagt er nicht,
       ob es sich um den 15-Punkte-Plan zur Beendigung des Kriegs handelt, über
       den mehrere Medien berichten. Der Insider fügt allerdings hinzu, dass auch
       die Türkei auf der Suche nach Wegen zur Beendigung des Kriegs unterstütze.
       Das Land werde ebenso wie Pakistan als Gastgeber für etwaige Gespräche in
       Betracht gezogen. Noch stehe aber kein Ausrichtungsort fest. (rtr)
       
       ## Raketenalarm in weiten Teilen Israels
       
       Israel hat am Mittwochmittag (Ortszeit) mehrere Warnungen vor
       Raketenbeschuss aus dem Iran ausgegeben. Nach Angaben der israelischen
       Behörden feuerte Teheran ballistische Raketen auf verschiedene Teile des
       Landes ab. Polizei und Rettungsdienste waren demnach an mehreren Orten im
       Einsatz, an denen entweder Trümmer der bei dem Angriff genutzten Geschosse
       oder von israelischen Abfangraketen niedergegangen seien. Berichte über
       Verletzte lagen zunächst nicht vor. Gemeinden im Norden Israels wurden
       zudem weiter mit Raketen und Drohnen aus dem Libanon angegriffen, wo sich
       die Schiitenmiliz Hisbollah aufseiten des Irans in den Konflikt
       eingeschaltet hat. (ap)
       
       ## China fordert Deeskalation in Nahost
       
       China hat sich für eine Deeskalation der Spannungen im Nahen Osten
       ausgesprochen. Die Volksrepublik unterstütze alle entsprechenden Bemühen
       sowie den Beginn von Friedensgesprächen, sagte Außenamtssprecher Lin Jian
       am Mittwoch in Peking. „Eine Waffenruhe und ein Ende aller Feindseligkeiten
       haben höchste Priorität, Dialog und Verhandlungen sind der Weg nach vorn.“
       
       Außenminister Wang Yi habe seinem iranischen Amtskollegen Abbas Araghtschi
       am Dienstag in einem Telefonat mitgeteilt, dass alle Konfliktparteien jede
       Gelegenheit und jedes Fenster für einen Frieden nutzen sollten, sagte Lin.
       Zum Angebot Pakistans befragt, zwischen den USA und dem Iran zu vermitteln,
       erklärte er: „Wir unterstützen alle Bemühungen, die zur Deeskalation der
       Situation und zur Wiederaufnahme des Dialogs beitragen.“ (ap)
       
       ## Iran warnt USA vor Invasion mit Bodentruppen
       
       Der Iran hat die USA vor einem möglichen Einsatz von Bodentruppen gewarnt.
       „Wir beobachten alle Bewegungen der USA in der Region genau, insbesondere
       Truppenverlegungen“, schrieb Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf
       auf X. „Stellt unsere Entschlossenheit, unser Land zu verteidigen, nicht
       auf die Probe“, fügte der frühere General hinzu. Die US-Regierung hat
       Medienberichten zufolge die Verlegung Tausender Soldaten einer
       Luftlandedivision in die Region des Nahen Ostens angeordnet. Die Rede ist
       von einer möglichen Invasion der iranischen Insel Charg, dem wichtigsten
       Exportterminal für iranisches Erdöl im Persischen Golf. (dpa)
       
       ## Hisbollah: Israelisches Kampfflugzeug mit Raketen beschossen
       
       Die libanesische Schiitenmiliz Hisbollah hat nach eigenen Angaben ein
       israelisches Kampfflugzeug mit Boden-Luft-Raketen beschossen. Das Flugzeug
       habe am Dienstagabend Ziele im Süden des Libanons attackiert. Durch den
       Raketenbeschuss sei es gezwungen gewesen, abzudrehen. Es sei bereits das
       zweite Mal seit dem Einstieg der Hisbollah in den Konflikt rund um den
       Iran, dass Boden-Luft-Raketen gegen ein israelisches Kampfflugzeug
       eingesetzt worden seien, erklärte die Miliz. Das israelische Militär gab
       zunächst keine Stellungnahme ab. (ap)
       
       ## Iranischer Botschafter: Bislang weder direkte noch indirekte Gespräche
       
       Nach dem iranischen Militär widerspricht auch der Botschafter der
       Islamischen Republik in Pakistan Darstellungen, wonach es Verhandlungen zur
       Beendigung des Nahost-Kriegs gibt. Nach seinen Informationen hätten
       entgegen der Behauptung von US-Präsident Donald Trump bislang keine
       direkten oder indirekten Verhandlungen zwischen den beiden Ländern
       stattgefunden, sagt Botschafter Resa Amiri Moghadam. Er fügt allerdings
       hinzu, dass „befreundete Länder“ sich bemühten, „die Voraussetzungen für
       einen Dialog zwischen Teheran und Washington zu schaffen, von dem wir
       hoffen, ‌dass er zur Beendigung dieses aufgezwungenen Krieges beitragen
       wird“. Der pakistanische Ministerpräsident Shehbaz Sharif hatte am Dienstag
       erklärt, seine Regierung sei bereit, mögliche Gespräche auszurichten. (rtr)
       
       ## Netanjahu warnt vor öffentlichem Feiern jüdischer Feiertage
       
       Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat Israelis und Juden
       davor gewarnt, Pessach und andere anstehende jüdische und israelische
       Feiertage ohne Sicherheitsvorkehrungen im Freien zu begehen. Der Nationale
       Sicherheitsrat Israels rief zudem dazu auf, in Ländern, die an den Iran
       grenzen, von der Teilnahme an jüdischen Veranstaltungen und dem Besuch
       jüdischer Einrichtungen abzusehen. (ap)
       
       ## Thailändischer Öltanker durchfährt Straße von Hormus
       
       Ein thailändisches Schiff hat nach Angaben des Außenministeriums in Bangkok
       die Straße von Hormus durchquert. Außenminister Sihasak Phuangketkeow
       sagte, vorausgegangen seien Gespräche mit den iranischen Behörden. Thailand
       habe um sichere Durchfahrt für ein Schiff des Energiekonzerns Bangchak
       Corporation sowie für ein zweites Schiff des Petrochemieunternehmens SCG
       Chemicals durch die Meerenge gebeten. Am Montag sei Thailand informiert
       worden, dass das Schiff den wichtigen Handelsweg passiert habe, der aus
       Angst vor Angriffen seit dem Beginn des Krieges der USA und Israels gegen
       den Iran weitestgehend gemieden wird. Laut der Bangchak-Website handelt es
       sich um einen Öltanker, der Anfang April in Thailand erwartet wird. Das
       zweite Schiff warte noch auf die Möglichkeit einer sicheren Passage, sagte
       der Minister. (ap)
       
       ## Chinesischer Reederei-Konzern Cosco nimmt wieder Aufträge in Golfstaaten
       an
       
       Der chinesische Reederei-Konzern Cosco will wieder die Gewässer um den
       Persischen Golf befahren. Cosco teilte am Mittwoch mit, wieder
       Transportaufträge für Frachtcontainer mit Zielorten in mehreren Golfstaaten
       anzunehmen. Zuvor hatte die Internationale Schifffahrtsorganisation der UN
       erklärt, dass der Iran die Passage der Straße von Hormus für
       „nicht-feindliche“ Schiffe wieder freigeben werde. Der Reederei-Riese Cosco
       hatte als Reaktion auf den Krieg im Nahen Osten Buchungen in die Region
       Anfang März ausgesetzt. Nun erklärte der chinesische Konzern, dass „die
       Annahme neuer Buchungen für Stückgutcontainer“ für Transporte in die
       Vereinigten Arabischen Emirate, nach Saudi-Arabien, Bahrain, Katar, Kuwait
       und in den Irak „mit sofortiger Wirkung“ wieder aufgenommen werde. Aufgrund
       der „instabilen Lage im Nahen Osten“ könnten sich neue
       Buchungsvereinbarungen und die tatsächliche Beförderung allerdings ändern,
       fügte das Unternehmen hinzu. (afp)
       
       ## Gasekonzern Air Liquide warnt vor Helium-Lieferengpässen durch
       Iran-Krieg
       
       ‌Der Industriegasekonzern Air Liquide ‌hat vor Versorgungsengpässen bei
       Helium durch den Iran-Krieg gewarnt. Der wichtige Anbieter QatarEnergy
       mache höhere Gewalt für ausbleibende Lieferungen geltend, sagte
       Air-Liquide-Managerin Armelle Levieux am Mittwoch anlässlich der Eröffnung
       eines neuen Werks in Taiwan. Um die Ausfälle abzufedern, werde ihr
       ‌Unternehmen verstärkt auf Helium-Produzenten aus anderen Regionen
       zurückgreifen. Helium ist ein Nebenprodukt der Erdgasförderung und wird
       unter anderem zur Produktion von Computerchips benötigt. (rtr)
       
       ## Irans Militärführung weist Verhandlungen zurück
       
       Irans Militärführung hat Berichte über Verhandlungen für ein Ende des
       Krieges zurückgewiesen und ist die US-Regierung scharf angegangen. „Eure
       (eigenen) Konflikte haben die Stufe erreicht, dass ihr mit euch selbst
       verhandelt“, sagte der Sprecher des zentralen Hauptquartiers Chatam
       al-Anbija, das im Kriegsfall die operative Führung der iranischen
       Streitkräfte bündelt. Medienberichten zufolge hatte die US-Regierung der
       Führung in Teheran einen 15 Punkte umfassenden Plan zur Beendigung des
       Iran-Kriegs unterbreitet.
       
       Pakistan habe den Vorschlag an den Iran weitergereicht, berichteten
       US-Medien wie das Portal Axios und die New York Times. Der Plan verlangt
       der Führung in Teheran demnach große Zugeständnisse ab. „Weder werdet ihr
       in der Region investieren können, noch werdet ihr die früheren Preise für
       Energie und Öl wiedersehen“, sagte der Militärsprecher. Die USA müssten
       akzeptieren, dass Irans Streitkräfte die Stabilität in der Region
       garantierten. Das „Vorgehen gegen das iranische Volk“ müsse aus den
       „verdorbenen Köpfen“ der Amerikaner verschwinden, sagte er. Man werde sich
       nicht mit der US-Regierung arrangieren. „Weder jetzt noch irgendwann
       sonst.“ (dpa)
       
       ## Trump: USA verhandeln mit den „richtigen Leuten“ im Iran
       
       Die ‌USA verhandeln US-Präsident Donald Trump zufolge mit dem Iran über ein
       Ende der Feindseligkeiten. Man spreche mit den „richtigen Leuten“, sagte
       Trump am Dienstag vor Journalisten im Weißen Haus. Es gebe nun eine neue
       Führung in der Islamischen Republik, sagte er weiter, ohne konkreter zu
       werden. Die Iraner wollten ‌unbedingt eine Einigung erzielen. Das iranische
       Außenministerium und der einflussreiche Parlamentspräsident Mohammed Baker
       Kalibaf haben frühere Aussagen in dieser Form allerdings dementiert.
       Details zu den mutmaßlichen Verhandlungen nannte Trump nicht. Er ließ auch
       offen, ob die US-Gesandten Steve Witkoff und Jared Kushner in dieser Woche
       an Gesprächen teilnehmen werden. Pakistan hatte sich bereit erklärt, als
       Gastgeber für mögliche Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran
       aufzutreten.
       
       Trump sprach auch von einem ‌bedeutenden Zugeständnis des Irans im
       Energiebereich, nannte aber keine Details. Er deutete an, dass das
       „Geschenk“ mit der Straße von Hormus zusammenhänge. „Sie haben uns ⁠ein
       Geschenk gemacht, und das Geschenk ist heute angekommen. Es war ein sehr
       großes Geschenk, das enorm viel Geld wert ist“, sagte Trump. Es beziehe
       sich auf ‌Öl und ‌Gas. Trump bekräftigte seine Einschätzung, dass die USA
       ⁠den Krieg bereits gewonnen hätten. Verteidigungsminister Pete Hegseth sei
       jedoch enttäuscht darüber, wie schnell der Feldzug verlaufen sei. „Pete
       wollte ‌nicht, dass es schon vorbei ‌ist“, erklärte der Präsident. (rtr)
       
       ## Insider: USA haben Iran 15-Punkte-Plan für Frieden übermittelt
       
       ‌Die USA haben ‌einem Insider zufolge dem Iran einen 15-Punkte-Plan zur
       Beendigung des Krieges übermittelt. Die Angaben einer mit der Angelegenheit
       vertrauten Person gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters vom Dienstag
       reihen sich in entsprechende Medienberichte der New York Times und des
       israelischen Senders Channel 12 ein, die sich ebenfalls auf Insider
       beriefen. Demnach ist der Vorschlag von Pakistan an den Iran weitergegeben
       worden. Laut Channel ‌12 wird etwa verlangt, die Atomanlagen Natans,
       Isfahan und Fordow außer Betrieb zu setzen. Zudem müsse in der Straße von
       Hormus ein freier Schiffsverkehr gewährleistet werden. Auf iranischem Boden
       dürfe kein Uran angereichert werden. Die USA schlagen demnach eine
       Feuerpause von einem Monat vor, um den Plan zu besprechen. Stellungnahmen
       der beiden Staaten lagen zunächst nicht vor. (rtr)
       
       ## Bundesregierung: Völkerrechtliche Prüfung nicht abgeschlossen
       
       Die Bundesregierung betont, dass sie noch keine abschließende Meinung
       darüber hat, ob der Angriff der USA und Israels auf den Iran
       völkerrechtswidrig ist. Nachdem Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier am
       Dienstag gesagt hatte, dass der Krieg für ihn völkerrechtswidrig und „ein
       politisch verhängnisvoller Fehler“ sei, sagt ein Regierungssprecher auf
       Anfrage, dass man Äußerungen ‌anderer Verfassungsorgane nicht kommentiere.
       „Grundsätzlich gilt: Die völkerrechtliche Prüfung obliegt der
       Bundesregierung und ist noch nicht abgeschlossen“, fügt er hinzu. Die
       Prüfung finde vor dem Hintergrund „vielfältiger Verstöße Irans gegen
       völkerrechtliche Bestimmungen und internationale Abkommen und einer
       latenten Bedrohung der Existenz des Staates Israel“ statt. (rtr)
       
       ## Staatsmedien melden neun Tote bei israelischen Angriffen in Südlibanon
       
       Bei israelischen Angriffen im Süden des Libanons sind der staatlichen
       libanesischen Nachrichtenagentur NNA zufolge mindestens neun Menschen
       getötet worden. Vier Tote habe es bei einem Angriff auf das Dorf Adlun
       gegeben, zwei weitere bei einem Angriff auf eine Wohnung im
       Flüchtlingslager Mieh Mieh, berichtete NNA am Mittwoch unter Berufung auf
       das libanesische Gesundheitsministerium. Zudem seien bei einem israelischen
       Angriff auf das Dorf Habbusch im Südlibanon mindestens drei weitere
       Menschen getötet worden. Die israelische Armee teilte ihrerseits mit,
       Bodentruppen im Südlibanon hätten „ein Waffenlager zerstört“. Zudem habe
       die Luftwaffe „mehrere Terroristen“ getötet, die aus dem angegriffenen
       Gebiet geflohen seien.
       
       In der Erklärung hieß es überdies, dass „Soldaten Kommandozentralen der
       Hisbollah zerstört haben, in denen sich zahlreiche Waffen befanden“. Zum
       genauen Ort wurden zunächst keine Angaben gemacht. Die mit dem Iran
       verbündete Hisbollah erklärte, ihre Kämpfer hätten Angriffe auf israelische
       Truppen im Südlibanon und in Nordisrael verübt. Zuvor hatte die israelische
       Armee die Bewohner der südlichen Vororte von Beirut zur Evakuierung
       aufgerufen und vor bevorstehenden Angriffen gewarnt. Die Armee greife dort
       „Infrastruktur der terroristischen Hisbollah“ an, erklärte Armeesprecher
       Avichay Adraee im Onlinedienst Telegram. (afp)
       
       ## Insider: USA verlegen Tausende Fallschirmjäger in den Nahen Osten
       
       Das US-Verteidigungsministerium ‌wird Insidern zufolge Tausende Soldaten
       der 82. Luftlandedivision in den Nahen Osten verlegen. Es sei keine
       Entscheidung gefallen, die Fallschirmjäger im Iran einzusetzen, sagte eine
       von insgesamt zwei mit dem Vorgang vertrauten Personen am Dienstag der
       Nachrichtenagentur Reuters. Sie sollten ‌zunächst die Kapazitäten für
       mögliche künftige Einsätze erhöhen. Beide Insider machten keine Angaben
       dazu, wo in der Region die Soldaten stationiert werden sollen und wann sie
       dort ankommen werden. Die US-Armee verwies Anfragen an das Präsidialamt in
       Washington, das zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen war.
       
       Die Verlegung folgt auf die Entsendung Tausender Marineinfanteristen und
       Seeleute an Bord ‌des Kriegsschiffs USS „Boxer“ und weiterer Schiffe in der
       vergangenen Woche. Damit bauen die USA ihre militärische Präsenz in der
       ⁠Region aus, während die Regierung in Washington zugleich Gespräche mit dem
       Iran anstrebt. US-Präsident Donald Trump hatte am Montag auf der
       Online-Plattform Truth ‌Social die ‌Frist für eine Bombardierung iranischer
       Kraftwerke verlängert. ⁠Er begründete dies mit „produktiven“ Austausch mit
       der Regierung in Teheran. Der Iran wies jedoch ‌zurück, dass es derartige
       ‌Verhandlungen gegeben habe. (rtr)
       
       ## Bahrains Vorstoß einer UN-Resolution stößt auf Widerstand
       
       Eine Resolution des UN-Sicherheitsrats zur Offenhaltung der Straße von
       Hormus stößt auf Widerstand. Bahrain brachte den Vorschlag ein. Der Entwurf
       lag der AP am Dienstag (Ortszeit) vor. Er ruft die Staaten dazu auf, „alle
       notwendigen Mittel“ einzusetzen, um die Meerenge offenzuhalten. Der
       Resolutionsentwurf würde Staaten oder maritimen Bündnissen militärische
       Maßnahmen erlauben, um die Durchfahrt zu sichern. Zudem fordert er den Iran
       auf, alle Angriffe auf Schiffe unverzüglich einzustellen und die Freiheit
       der Schifffahrt in und um die wichtige Wasserstraße nicht weiter zu
       beeinträchtigen.
       
       Vorschlag stößt auf Widerstand, da er die Möglichkeit eines von den
       Vereinten Nationen unterstützten Militäreinsatzes gegen den Iran eröffnet,
       wie drei Diplomaten berichten. Einer von ihnen sagte der AP, der Entwurf
       sei am Dienstag überarbeitet worden, nachdem mehrere Länder Bedenken
       geäußert hatten, ihn unter das siebte Kapitel der UN-Charta zu stellen, das
       dem Sicherheitsrat Maßnahmen von Sanktionen bis hin zum Einsatz von Gewalt
       erlaubt. Bahrain gehört zu mehreren Ländern in der Region, die seit Beginn
       der Angriffe der USA und Israels auf den Iran am 28. Februar Ziel
       iranischer Drohnen oder Raketen geworden sind. Unklar ist, ob die USA den
       Vorschlag unterstützen. China und Russland – beide mit Vetorecht in dem
       15-köpfigen Rat – gehören laut einem der Diplomaten zu den Ländern, die den
       aktuellen Text ablehnen. (ap)
       
       ## Demokraten im US-Senat erzwingen erneut Abstimmung zum Iran-Krieg
       
       Die Demokraten im US-Senat haben erneut eine Abstimmung zum Krieg im Nahen
       Osten erzwungen. Die Positionen blieben jedoch unverändert. Wie schon bei
       zwei ähnlichen Vorstößen zuvor kam eine angestrebte Resolution zu den
       Kriegsbefugnissen nicht voran. Sie scheiterte am Dienstag (Ortszeit) mit 47
       zu 53 Stimmen. Die Resolution hätte Präsident Donald Trump verpflichtet,
       vor weiteren Angriffen auf den Iran die Zustimmung des Kongresses
       einzuholen. Erneut war Senator Rand Paul aus Kentucky der einzige
       Republikaner, der dafür stimmte, während Senator John Fetterman aus
       Pennsylvania der einzige Demokrat war, der dagegen votierte.
       
       Eine Gruppe von Demokraten erzwingt wöchentliche Abstimmungen über den
       Krieg, um den Senat unter Druck zu setzen, öffentliche Anhörungen
       abzuhalten. „Dieser Krieg ergibt absolut keinen Sinn“, sagte Senator Chris
       Murphy aus Connecticut, der die Abstimmung am Dienstagabend initiiert
       hatte. Bislang haben die republikanischen Senatoren den Krieg unterstützt
       und sich überwiegend zufrieden mit vertraulichen Unterrichtungen durch die
       Trump-Regierung gezeigt. (ap)
       
       ## Irak gewährt schiitischen Milizen Handlungsspielräume bei Angriffen
       
       Die irakische Regierung hat schiitischen Milizen und anderen Mitgliedern
       der Sicherheitskräfte im Falle von Angriffen das Recht auf
       Selbstverteidigung zugesprochen. Das berichtete die staatliche
       Nachrichtenagentur Iraq News Agency am Mittwoch. Die staatlich anerkannten,
       überwiegend schiitischen Milizen, bekannt als Volksmobilisierungskräfte
       (PMF), haben sich zu einer mächtigen politischen Gruppierung innerhalb des
       Irak entwickelt. Sie geben an, bei Angriffen der USA ins Visier genommen
       worden zu sein, nachdem sie selbst Einrichtungen angegriffen hatten, die
       mit den Vereinigten Staaten im Irak in Verbindung stehen. Mit der
       Entscheidung soll offenbar die fragile Koalitionsregierung gestärkt werden,
       die derzeit im Irak an der Macht ist und versucht, konkurrierende Kräfte im
       Land auszubalancieren. Die Volksmobilisierungskräfte wurden zur Bekämpfung
       der Terrorgruppe Islamischer Staat gegründet und unterstehen formal dem
       irakischen Militär, operieren in der Praxis aber weitgehend autonom. (ap)
       
       ## Cafés und Geschäfte in Ägypten schließen früher
       
       Der Iran-Krieg hat in Ägypten Folgen für die Betreiber von Cafés,
       Restaurants und Geschäften. Ab kommenden Samstag müssen diese wie auch
       Einkaufszentren im ganzen Land um 21.00 Uhr schließen und damit teils
       mehrere Stunden früher als gewöhnlich. In zentralen Gegenden von Kairo und
       in beliebten Urlauberorten schließen viele Geschäfte, Bars und Restaurants
       erst gegen 1.00 oder 2.00 Uhr nachts. Auch die Beleuchtung an Straßen und
       Werbetafeln soll nun reduziert werden. Grund sind die steigenden
       Energiepreise im Zuge des Iran-Kriegs. Diesen möchte die Regierung in Kairo
       mit einem verringerten Stromverbrauch entgegenwirken. Ägypten erzeugt mehr
       als 80 Prozent seines Stroms mit Erdgas, das vielfach importiert wird. Der
       wichtigste Gaslieferant Israel hatte die Exporte nach Ägypten beim
       Kriegsbeginn vor mehr als drei Wochen bereits gestoppt. (ap)
       
       ## Israels UN-Botschafter: Keine Beteiligung an Iran-Gesprächen
       
       Israel ist nach Angaben seines Botschafters bei den Vereinten Nationen
       nicht an Gesprächen mit dem Iran beteiligt. Danny Danon sagte, soweit er
       wisse, sei Israel nicht Teil der angeblich für später in dieser Woche in
       Pakistan geplanten Gespräche zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran.
       „Während wir hier sprechen, greifen Israel und die USA weiterhin
       militärische Ziele im Iran an, und wir werden das auch weiterhin tun“,
       sagte er am Dienstag (Ortszeit) vor UN-Reportern. Er erklärte, die Angriffe
       hätten „viel erreicht“, aber noch nicht alles. Mit Blick auf mögliche
       Verhandlungen am Ende des Konflikts betonte er, Israel sei entschlossen
       sicherzustellen, dass der Iran weder über nukleare Fähigkeiten noch über
       ballistische Raketen verfügt.
       
       Danon warf dem iranischen Außenminister Abbas Araghtschi zudem vor, noch
       vor wenigen Wochen gesagt zu haben, der Iran verfüge nicht über Raketen mit
       einer Reichweite von mehr als 2.000 Kilometern – und dann eine Rakete
       gestartet zu haben, die fast 4.000 Kilometer weit in Richtung Diego Garcia
       geflogen sei, einer abgelegenen Insel im Indischen Ozean, auf der sich ein
       wichtiger britisch-amerikanischer Militärstützpunkt befindet. (ap)
       
       ## Macron drängt Iran zu Verhandlungen und zur Deeskalation
       
       Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron hat mit dem iranischen Präsidenten
       Massud Peseschkian gesprochen und ihn zu einer Verhandlungslösung im Krieg
       mit den USA und Israel aufgefordert. Er habe den Iran aufgefordert, „sich
       in gutem Glauben an Verhandlungen zu beteiligen, um einen Weg zur
       Deeskalation zu ebnen“, teilte Macron auf der Plattform X mit.
       Verhandlungen sollten einen Rahmen schaffen, „der es ermöglicht, den
       Erwartungen der internationalen Gemeinschaft hinsichtlich des iranischen
       Nuklear- und Raketenprogramms sowie seiner Aktivitäten zur Destabilisierung
       der Region gerecht zu werden“.
       
       „Ich habe erneut darauf hingewiesen, dass es unbedingt notwendig ist, die
       inakzeptablen Angriffe auf die Länder der Region zu beenden, die Energie-
       und zivile Infrastruktur zu schützen und die Freiheit der Schifffahrt in
       der Straße von Hormus wiederherzustellen“, sagte Macron. Außerdem forderte
       er den Iran auf, so schnell wie möglich die Rückkehr zweier über längere
       Zeit vom Iran inhaftierter Franzosen zu ermöglichen, die seit Monaten in
       der französischen Botschaft in Teheran festsitzen. Es ist bereits das
       dritte Mal, dass Macron seit Ausbruch des Iran-Kriegs den Kontakt zu
       Peseschkian sucht, um auf Deeskalation und einen diplomatischen Ausweg zu
       drängen. (ap)
       
       ## Treibstofflager am Flughafen Kuwait nach Drohnenangriff in Brand
       
       Am internationalen Flughafen von Kuwait ist bei einem Drohnenangriff ein
       Treibstofflager getroffen worden und in Brand geraten. Ersten Erkenntnissen
       zufolge halte sich der Schaden in Grenzen und es gebe keine Verletzten,
       teilte die Regierung auf der Plattform X mit. Notfallpläne und Feuerwehr
       seien sofort aktiviert worden, hieß es unter Berufung auf die
       Luftfahrtbehörde. Alle relevanten Kräfte seien am Flughafen am Rande von
       Kuwait-Stadt im Einsatz. Die Behörden machten keine Angaben zum
       mutmaßlichen Angreifer. Allerdings attackiert das iranische Militär seit
       Beginn des Iran-Kriegs mit Raketen und Drohnen immer wieder Ziele in den
       Staaten des Persischen Golfs, die es als US-Verbündete betrachtet. Dabei
       gerieten auch mehrfach Flughäfen ins Visier, etwa das wichtige Drehkreuz in
       Dubai. Die USA und Israel führen seit rund dreieinhalb Wochen Krieg gegen
       den Iran. Die Luftabwehr in Saudi-Arabien fing in der Nacht mehrere Drohnen
       ab, zudem auch eine ballistische Rakete, wie das Verteidigungsministerium
       auf der Plattform X mitteilte. (dpa)
       
       ## Libanon: Staatsmedien melden sechs Tote bei israelischen Angriffen in
       Sidon
       
       Bei israelischen Angriffen in dem Gebiet Sidon im Süden des Libanon sind
       der staatlichen libanesischen Nachrichtenagentur NNA zufolge mindestens
       sechs Menschen getötet worden. Vier Menschen seien bei einem Angriff auf
       das Dorf Adloun getötet worden, berichtete NNA am Mittwoch. Weitere zwei
       Menschen seien bei einem Angriff auf eine Wohnung im Flüchtlingslager Mieh
       Mieh getötet worden. Zuvor hatte die israelische Armee die Bewohner der
       südlichen Vororte der libanesischen Hauptstadt Beirut zur Evakuierung
       aufgerufen und vor bevorstehenden Angriffen gewarnt. Die Armee greife dort
       „Infrastruktur der terroristischen Hisbollah“ an, erklärte der
       arabischsprachige israelische Armeesprecher Avichay Adraee im Onlinedienst
       Telegram. (afp)
       
       ## Israelische Armee startet neue Angriffswelle auf Teheran
       
       Die israelische Armee hat eine neue Angriffswelle gegen die iranische
       Hauptstadt Teheran gestartet. Die Angriffe visierten „Infrastruktur des
       iranischen Terrorregimes“ an, erklärte die israelische Armee am
       Mittwochmorgen im Onlinedienst Telegram. Zuvor hatte die Armee mehrmals
       neue Raketensalven des Iran auf Israel gemeldet. Der israelische
       Rettungsdienst Magen David Adom (MDA) erklärte, Rettungskräfte hätten einen
       Mann behandelt, der auf dem Weg zu einem Schutzraum verletzt worden sei. Am
       späten Dienstagabend hatte MDA neun Verletzte bei einem iranischen
       Raketenangriff in dem Gebiet Bnei Brak im Zentrum Israels gemeldet. Unter
       den Verletzten seien sechs Kinder. Weitere drei Menschen seien im
       naheliegenden Givat Schmuel verletzt worden.
       
       Die israelische Armee kündigte außerdem an, sie werde weiterhin Irans
       Fähigkeit, Raketen zu produzieren und abzufeuern, ins Visier nehmen. „Wir
       treffen jedes Glied in der Raketenkette, von den Fertigungsanlagen über die
       Abschussvorrichtungen bis hin zu den Raketen selbst“, sagte der israelische
       Armeesprecher Effie Defrin in einer Fernsehansprache. Die Zahl der
       iranischen Abschüsse ist Defrin zufolge auf durchschnittlich etwa zehn
       Raketen pro Tag zurückgegangen. Der Iran versuche, seine Anstrengungen alle
       paar Tage zu bündeln und im größeren Umfang zu feuern, vor allem auf
       Bevölkerungszentren. „Wir sind darauf vorbereitet und setzen die Jagd auf
       die Soldaten und Kommandeure des Raketenapparats fort, um sie
       auszuschalten“, sagte er. (afp)
       
       ## UNO: Iran öffnet Straße von Hormus für „nicht-feindliche Schiffe“
       
       Der Iran hat nach Angaben der UN-Schifffahrtsorganisation (IMO) die bislang
       gesperrte Straße von Hormus für „nicht-feindliche“ Schiffe geöffnet.
       Schiffe, die „weder an Aggressionshandlungen gegen den Iran teilnehmen noch
       diese unterstützen“ und gewisse Sicherheitsvorschriften einhielten, dürften
       „in Abstimmung mit den zuständigen Behörden“ fortan wieder die wichtige
       Meerenge passieren, hieß es in einer am Dienstag von der IMO
       veröffentlichten Erklärung Teherans. Nach Angaben der UN-Organisation sei
       die Erklärung am Sonntag vom iranischen Außenministerium veröffentlicht
       worden. Die IMO sei damit beauftragt worden, diese zu verbreiten. Der Iran
       ist Mitglied der IMO, aber nicht im Rat der Organisation vertreten. (afp)
       
       ## US-Militär: 290 Soldaten im Iran-Krieg verwundet
       
       Im Iran-Krieg sind bislang 290 US-Soldaten verletzt worden. Das teilte der
       Sprecher des für den Nahen Osten zuständigen Regionalkommandos des
       US-Militärs (Centcom), Tim Hawkins, mit. Von den Verwundeten seien 255
       wieder in den Dienst zurückgekehrt, 35 blieben derzeit außer Gefecht. Zehn
       Soldaten seien schwer verletzt worden. Seit der letzten Aktualisierung am
       16. März ist die Gesamtzahl der Verwundeten um 90 gestiegen. Dreizehn
       US-Soldaten sind im Verlauf des Krieges im Kampfeinsatz gefallen. (ap)
       
       ## Ölpreis fällt nach Trump-Aussagen wieder unter 100 Dollar
       
       Die Ölpreise sind nach erneuten Ankündigungen von Verhandlungen mit dem
       Iran durch US-Präsident Donald Trump wieder unter die psychologisch
       wichtige Marke von 100 Dollar gefallen. Der Preis für ein Barrel (159
       Liter) Rohöl der Sorte Brent aus der Nordsee mit Lieferung im Mai lag nach
       den Trump-Äußerungen leicht darunter und gab damit innerhalb weniger
       Minuten um knapp vier Prozent nach. (dpa)
       
       ## Guterres kritisiert Ausweitung jüdischer Siedlungen im Westjordanland
       
       UN-Generalsekretär António Guterres hat die Ausweitung jüdischer Siedlungen
       im Westjordanland angeprangert. Der rasche Ausbau der Siedlungen und die
       Zunahme von Außenposten in dem Palästinensergebiet schürten Spannungen,
       hinderten Palästinenser am Zugang zu ihrem Land und bedrohten die
       Lebensfähigkeit der Idee eines unabhängigen Palästinenserstaats, sagte er
       am Dienstag. Das geschehe parallel zu einer Zunahme von Übergriffen
       radikaler Siedler.
       
       Der stellvertretende UN-Botschafter für den Nahen Osten, Ramiz Alakbarov,
       trug die zentralen Aussagen eines Berichts von Guterres dem Sicherheitsrat
       der Vereinten Nationen vor. Die israelischen Planungsbehörden hätten
       zwischen Dezember und dem 13. März mehr als 6.000 Wohneinheiten im
       Westjordanland genehmigt, erklärte er. Zugleich hätten auch Abrisse und
       Beschlagnahmungen von Häusern und anderen Gebäuden in palästinensischem
       Besitz zugenommen. (ap)
       
       ## Iran meldet US-israelischen Angriff auf Atomkraftwerk Buschehr – kein
       Schaden
       
       Bei US-israelischen Angriffen auf den Iran ist nach Angaben der iranischen
       Atomenergiebehörde erneut das Gelände des Atomkraftwerks in Buschehr
       getroffen worden. Bei einem Angriff des „amerikanisch-zionistischen
       Feindes“ sei ein Geschoss „innerhalb des Geländes des Atomkraftwerks
       Buschehr“ eingeschlagen, erklärte die Behörde am Dienstag. Bei dem Vorfall
       sei niemand verletzt worden und kein Schaden entstanden, „die Bereiche des
       Kraftwerks sind unversehrt“. Der Chef der Internationalen
       Atomenergiebehörde (IAEA), Rafael Grossi, rief laut einer Mitteilung im
       Onlinedienst X alle Beteiligten zur „größtmöglichen Zurückhaltung auf, um
       Risiken für die nukleare Sicherheit während des Konflikts zu vermeiden“.
       (afp)
       
       ## Libanesische Militärkreise: Iranische Rakete über Libanon explodiert
       
       Über dem Libanon ist nach Angaben aus libanesischen Militärkreisen eine mit
       Streumunition bestückte ballistische Rakete aus dem Iran explodiert. Ein
       hochrangiger Militärvertreter, der anonym bleiben wollte, sagte der
       Nachrichtenagentur AP am Dienstag, die Rakete sei über der Region Kesserwan
       nördlich der Hauptstadt Beirut explodiert. Dabei sei Sachschaden
       entstanden. Die Rakete sei mit unbekanntem Ziel in westlicher Richtung
       unterwegs gewesen.
       
       Zuvor hatte die staatliche libanesische Nachrichtenagentur NNA berichtet,
       im Luftraum des Landes seien mehrere Raketen abgefangen worden. Wie das
       passiert sein soll, war zunächst unklar – das libanesische Militär besitzt
       kaum funktionsfähige Luftabwehrsysteme. Laut NNA waren über Kesserwan
       Explosionen zu hören, die von Abfangraketen verursacht wurden. Raketen
       seien daraufhin über der Stadt Faitrun und im Bergdorf Baskinta zu Boden
       gestürzt. Journalisten der Nachrichtenagentur AP sahen im Küstengebiet
       Sahel Alma leichte Schäden an Gebäuden und einer Mauer. Opfer wurden
       zunächst nicht gemeldet. (ap)
       
       ## Iranischer Außenminister lobt Steinmeier für Kritik am Krieg
       
       Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi hat Bundespräsident
       Frank-Walter Steinmeier für dessen Kritik am Iran-Krieg gelobt. Araghtschi
       erklärte auf X, Steinmeier gebühre Anerkennung dafür, „dass er die Verstöße
       gegen die Iraner verurteilt hat“. Wer Rechtsstaatlichkeit schätze, sollte
       ebenfalls seine Stimme erheben. Zuvor hatte Steinmeier den von Israel und
       den USA begonnenen Iran-Krieg als einen „politisch verhängnisvoller Fehler“
       bezeichnet und ihn als „nach meinem Dafürhalten völkerrechtswidrig“
       eingestuft. Nach seiner Darstellung trägt die Begründung eines angeblich
       unmittelbar bevorstehenden Angriffs auf die USA nicht.
       
       Aus Sicht von Araghtschi ist das Völkerrecht in der Praxis tot. Er machte
       dafür eine „Doppelmoral des Westens“ im Gaza-Krieg sowie dessen Schweigen
       zum amerikanische-israelischen Angriff auf den Iran verantwortlich. Der
       heutige Außenminister war 2015 als Vizeaußenminister Teil des iranischen
       Atomverhandlungsteams in Wien. Damals traf er mehrfach Steinmeier, der zu
       dieser Zeit deutscher Außenminister war. (dpa)
       
       ## Erstes chinesisches Frachtschiff nutzt iranischen Korridor
       
       Ein chinesisches Frachtschiff hat einen vom Iran eingerichteten, angeblich
       sicheren Korridor in der Straße von Hormus durchquert. Wie am Dienstag
       ausgewertete Transponderdaten zeigten, schloss das unter der Flagge Panamas
       fahrende Schiff „Newvoyager“, das einem Unternehmen in der Provinz Anhui
       gehört, die Fahrt durch die Passage zwischen den Inseln Larak und Keschm am
       Montag ab. Laut dem chinesischen Wirtschaftsmagazin „Caixin“ ist es das
       erste Containerschiff in chinesischem Besitz, das den gebührenpflichtigen
       Korridor genutzt hat. Teheran hat erklärt, dass Schiffen nicht-feindlicher
       Staaten in der Straße von Hormus eine „sichere Durchfahrt“ möglich sei.
       Frachtschiffe mit Verbindungen zu Indien und Pakistan haben den wichtigen
       Handelsweg bereits passiert, der seit dem Beginn der US-israelischen
       Angriffe auf den Iran am 28. Februar weitestgehend gemieden wird. (ap)
       
       ## Papst Leo beklagt zunehmende Feindseligkeiten
       
       Papst Leo äußert sich besorgt über ‌die zunehmende Feindseligkeit im
       Iran-Krieg und fordert erneut eine Waffenruhe. „Der Hass nimmt zu, und ‌die
       Gewalt wird immer schlimmer“, sagt der erste US-Papst der Geschichte.
       Angesichts von mehr als einer Million Vertriebenen und vielen Toten ruft er
       alle Verantwortlichen auf, die Probleme durch Dialog statt mit Waffen zu
       lösen. Hintergrund der Äußerungen sind Berichte, wonach die USA die
       Entsendung Tausender Soldaten in den Nahen Osten planen. (rtr)
       
       ## Iranische Raketen treffen Wohnhaus in Israel
       
       Beim Einschlag iranischer Raketen in ein Wohnhaus sollen in Israel
       mindestens sieben Menschen verletzt worden sein. Die vor Ort in Bnei Brak
       östlich von Tel Aviv tätigen Rettungsdienste teilten am Dienstag mit, ein
       Mann sei bei dem Angriff mittelschwer verletzt worden, sechs weitere
       Menschen, darunter ein siebenjähriger Junge und eine 80-jährige Frau,
       hätten leichte Verletzungen erlitten. Aufnahmen, die von den
       Rettungsdiensten veröffentlicht wurden, zeigten schwerste Schäden an dem
       Gebäude.
       
       Weitere Einschläge wurden an mindestens sieben weiteren Orten im Zentrum
       des Landes gemeldet. Nach israelischen Angaben handelte es sich um die
       bereits zwölfte Raketenangriffswelle auf Israel am Dienstag. Auch im Norden
       Israels heulten stundenlang Sirenen, um vor Beschuss durch die mit dem Iran
       verbündete Hisbollah im Libanon zu warnen. (ap)
       
       ## Israel: Wichtigste Produktionsstätte für Sprengsätze im Iran getroffen
       
       Israels Armee hat eigenen Angaben zufolge die wichtigste Produktionsstätte
       für Sprengsätze im Iran angegriffen. Sie sei schon im Krieg im vergangenen
       Jahr Ziel eines Bombardements gewesen, teilte das Militär am Abend mit.
       Irans Führung sei in den vergangenen Monaten jedoch dabei gewesen, die
       Fähigkeiten der Anlage in Isfahan wieder herzustellen. Die israelische
       Luftwaffe habe im Laufe des Tages Dutzende Ziele im Iran ins Visier
       genommen, darunter Raketenabschussrampen, hieß es in einer Mitteilung der
       israelischen Armee. Die Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig
       überprüfen. (dpa)
       
       25 Mar 2026
       
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