# taz.de -- CPAC in Dallas: Trump-Kult ohne Wenn und Aber
       
       > Auf einer Konferenz in Texas treffen sich Vertreter der amerikanischen
       > Rechtskonservativen. Trump wird zwar glorifiziert, ist aber selber nicht
       > vor Ort.
       
 (IMG) Bild: Trump-Fans bei der CPAC in Dallas am 26. März
       
       Im texanischen Dallas treffen sich in dieser Woche die wichtigsten
       Persönlichkeiten der konservativ-rechten Szene in den USA. Die alljährliche
       Conservative Political Action Conference, kurz CPAC, gibt Anhaltspunkte
       darüber, was die konservativen Wähler:innen im Land bewegt. Wie üblich
       führt auch in diesem Jahr kein Weg an US-Präsident Donald Trump vorbei. Der
       Kult um seine Person ist seit über einem Jahrzehnt ein fester Bestandteil
       des Treffens.
       
       Allerdings wird Trump zum ersten Mal seit mehreren Jahren nicht persönlich
       bei der Konferenz erscheinen. Ob dies mit dem aktuellen Irankrieg zu tun
       hat, ist nicht bekannt.
       
       Wie der erste Tag der Konferenz am Donnerstag allerdings zeigte, hat seine
       Abwesenheit keinerlei Einfluss auf seine Popularität. Es dominierten rote
       MAGA-Kappen und die amerikanischen Nationalfarben. Im Gegensatz zu den
       vergangenen Jahren waren dieses Mal auch viele iranische Flaggen im
       Publikum zu finden.
       
       ## Unterstützung für Trumps Irankrieg
       
       Während der Mittagspause im Programm kam es sogar zu spontanen
       Sprachchören, die Trump für dessen militärisches Vorgehen gegen das
       Mullah-Regime feierten: „Thank you, Trump“ und „King Reza Pahlavi“ riefen
       die Menschen auf den Fluren des Konferenzgebäudes. Reza Pahlavi ist der im
       Exil lebende Sohn des letzten iranischen Schahs, der 1979 während der
       islamistischen Revolution abgesetzt wurde.
       
       Im CPAC-Programm selbst spielte der Konflikt im Iran nur eine Nebenrolle.
       Die teilweise Stilllegung des US-Heimatschutzministeriums DHS, Trump
       Einwanderungspolitik und der Kulturkampf gegen die „Woke“-Agenda der Linken
       standen im Vordergrund.
       
       Auch die Gegner der konservativ-rechten Bewegung wurden zahlreich genannt.
       Immer wieder fielen die Namen [1][Alexandria Ocasio-Cortez] und [2][Zohran
       Mamdani]. Die eine ist Kongressabgeordnete und der andere der erste
       muslimische Bürgermeister New Yorks. Beide sind demokratische Sozialisten.
       Laut CPAC stehen sie für alles, was Demokraten schlecht mache.
       
       ## Es fehlt nicht nur Trump
       
       Doch vielleicht noch wichtiger als diejenigen, die auch in diesem Jahr
       wieder bei CPAC dabei sind, sind die, die fehlen. Aus der rechten
       Influencerszenen waren das große Namen wie Ben Shapiro, [3][Tucker Carlson]
       oder Megyn Kelly.
       
       Alle drei haben im Verlauf des vergangenen Jahres Trump und dessen Politik
       kritisiert. Dies reicht für die CPAC-Organisatoren offenbar, diese
       Persönlichkeiten nicht mehr einzuladen.
       
       CPAC-Moderatorin Mercedes Schlapp machte klar, dass die konservative
       Bewegung zusammenhalten müsse, damit die Republikaner bei den Midterms im
       November nicht unter die Räder geraten.
       
       „Wir müssen geeint bleiben, um die bevorstehenden Kongresswahlen zu
       gewinnen. Der wahre Feind sind die Kommunisten, Sozialisten und Marxisten“,
       sagte sie. Das scheint ein deutlicher Indikator dafür, dass man aktuell
       eben nicht vereint sei.
       
       ## Trump verliert an Rückhalt
       
       Und jüngste Umfragen haben gezeigt, dass Trump unter republikanischen
       Wählern an Rückhalt verliert. Laut einer „Fox News“-Umfrage hat Trump unter
       Republikanern einen Tiefststand von 84 Prozent erreicht – ein Rückgang von
       8 Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahr. Gleichzeitig sind 16 Prozent der
       Republikaner mit Trumps Arbeit unzufrieden, so viele wie noch nie zuvor.
       
       Neben dem Irankrieg spalten auch die Epstein Files und hohe
       Lebenshaltungskosten die Anhänger des Präsidenten. Unter den CPAC-Besuchern
       sucht man kritische Stimmen zum Präsidenten jedoch quasi vergeblich. Nur
       der ehemalige rechte Kongressabgeordnete Matt Gaetz machte seinen Unmut
       beim Thema Iran öffentlich.
       
       „Eine Bodeninvasion in Iran würde unser Land ärmer und unsicherer machen.
       Sie würde höhere Benzin- und Lebensmittelpreise bedeuten. Und ich bin mir
       nicht sicher, ob wir am Ende vielleicht nicht mehr Terroristen schaffen
       würden, als wir töten“, sagte Gaetz.
       
       ## Brüche in der MAGA-Bewegung
       
       Auch wenn MAGA noch immer mit überwältigender Mehrheit hinter Trump steht,
       glaubt der Historiker und Politikexperte Matthew Dallek, dass es erste
       Brüche innerhalb der Bewegung gibt, die größer werden könnten.
       
       „Ich glaube, dass sich die konservative Bewegung in einer Phase des
       Umbruchs befindet. Das ist aber etwas anderes, als zu behaupten, die
       Koalition würde auseinanderbrechen. Ich bin mir zudem nicht sicher, ob MAGA
       derzeit überhaupt weiß, wofür es steht – abgesehen davon, dass es pro Trump
       ist“, sagte Dallek gegenüber der taz.
       
       Trump selbst hat am Donnerstagabend angekündigt, eine Verordnung zu
       erlassen, die dafür sorgen soll, dass [4][Mitarbeiter an den Flughäfen
       trotz des anhaltenden DHS-Shutdowns] bezahlt werden.
       
       Außer einem Social-Media-Post des Präsidenten gibt es bislang noch keine
       offizielle Stellungnahme. Sollten der Krieg in Iran, die Epstein Files und
       die hohen Lebenshaltungskosten auch noch im Sommer Schlagzeilen machen,
       könnte das zum Problem für die Republikaner werden, denn alle drei Themen
       spalten derzeit die Bewegung.
       
       27 Mar 2026
       
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