# taz.de -- Justizreform in Italien scheitert: Kalte Schulter für Meloni
       
       > Erstmals seit Jahrzehnten kann Italiens Linke mit dem Referendum einen
       > echten Erfolg feiern. Die Hoffnung auf einen möglichen Wahlsieg 2027
       > wächst.
       
 (IMG) Bild: Linke feiern das Ergebnis des Referendums, mit dem Giorgia Melonis Justizreform krachend scheitert
       
       Eine verheerende Niederlage für Italiens rechtes Regierungslager, ein
       Triumph für die politische und gesellschaftliche Opposition von links: Das
       Referendum war weit mehr als nur eine Abstimmung über die von der Rechten
       vorangetriebene Justizreform. Es war [1][ein Votum], das das Zeug hat,
       Italiens politische Entwicklung in den nächsten Jahren in eine andere
       Richtung zu lenken.
       
       Bisher konnte die Postfaschistin [2][Giorgia Meloni] einen doppelten Nimbus
       pflegen. Sie gibt sich als „Frau aus dem Volk“, die die Sprache der
       einfachen Leute spricht und ganz gewiss nicht zur abgehobenen „Kaste der
       Politiker“ gehört. Und sie konnte bisher für sich in Anspruch nehmen, auch
       aus diesem Grund sei sie einfach unbesiegbar. Schließlich hatte sie ihre
       postfaschistische Truppe der Fratelli d’Italia bei den Parlamentswahlen von
       2022 auf 26 Prozent gebracht.
       
       Diesen Zuspruch nahm Meloni als Freifahrtschein, mit ihrer Justizreform
       Richter*innen und Staatsanwält*innen endlich in die Schranken zu
       weisen. Daraus wird allerdings nichts, weil 54 Prozent der
       Italiener*innen mit Nein votierten: Das Volk hat der „Frau aus dem
       Volk“ die kalte Schulter gezeigt. Und damit ist auch der Nimbus der
       Unbesiegbarkeit dahin.
       
       Meloni darf jetzt ein großes Fragezeichen hinter den bei einem Sieg im
       Referendum sicher geglaubten Triumph bei den Parlamentswahlen von 2027
       machen; und auch bei ihrem Plan, im Jahr 2029 schließlich einen der Rechten
       genehmen Staatspräsidenten zu installieren, ja womöglich selbst für dieses
       Amt zu kandidieren.
       
       Erstmals seit Jahrzehnten darf sich die Linke im Land wieder über einen
       echten Erfolg freuen. Nicht umsonst füllten sich die Straßen mit Tausenden
       feiernden Anhänger*innen, von den 18-Jährigen, die zum ersten Mal abstimmen
       durften – und die mit über 60 Prozent mit Nein votierten – zu ergrauten
       Altlinken. Aus dem in der klar gewonnenen Referendumskampagne angehäuften
       politischen Kapital können Italiens Mitte-links-Kräfte jetzt schöpfen, mit
       soliden Chancen für die Parlamentswahlen 2027.
       
       24 Mar 2026
       
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 (DIR) Michael Braun
       
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