# taz.de -- US-Drohungen gegen Iran: Trump spielt mit der Auslöschung
> Trump droht damit, Iran anzugreifen, so dass die gesamte Nation stirbt.
> Allein mit dieser verbalen Entgleisung normalisiert er
> Menschheitsverbrechen.
(IMG) Bild: US-Präsident Donald Trump am 6. April im Weißen Haus
An vieles gewöhnt man sich bei Donald Trump: Er lügt und prahlt, er ist
großspurig und geltungssüchtig, ahnungs- und skrupellos. Er sagt alles
Mögliche und am nächsten Tag das Gegenteil. Aber die rhetorische Eskalation
gegenüber Iran, die der US-Präsident seit einigen Tagen betreibt, ist
beispiellos in ihrer Härte und in ihrer Zielstrebigkeit. Erst will er Irans
Energieinfrastruktur zerstören, dann das Land in die „Steinzeit“ bomben und
am Dienstag [1][verkündet er]: „Heute Nacht wird eine ganze Zivilisation
sterben und nie zurückgeholt werden. Ich will nicht, dass das passiert,
aber wahrscheinlich wird es.“
Das ist in jeder praktischen Hinsicht die Ankündigung eines Genozids.
Ausgerechnet am 7. April, dem Gedenktag zum Beginn des Völkermords an den
Tutsi in Ruanda 1994 mit einer Million Toten, droht der mächtigste
Staatschef der Welt einer der ältesten Kulturnationen der Welt mit der
totalen Vernichtung. Trump spielt mit der Auslöschung. Er normalisiert
Menschheitsverbrechen als eine „wahrscheinliche“ Kriegstaktik.
Apokalyptische Endzeitfantasien haben auf der christlich-religiösen Rechten
und bei fundamentalistischen Überzeugungstätern weltweit ohnehin
Hochkonjunktur – jetzt hat Trump die Mittel, die Gelegenheit und die
Motivation dazu, sie in die Tat umzusetzen.
Experten mutmaßen schon länger, dass am Ende dieses Krieges sogar ein
Atomwaffeneinsatz gegen Iran stehen könnte und damit der Bruch des einzigen
noch intakten Tabus aus der internationalen Staatenordnung seit 1945, von
deren Bestand das Überleben der Menschheit abhängt. Aber auch unterhalb
dieser größtmöglichen Eskalation wirken seine Worte wie ein
Brandbeschleuniger mitten in einem Inferno. Irans Revolutionsgarden
[2][drohen bereits] ihrerseits, alle Beschränkungen fallenzulassen.
Hemmungen, einmal abgelegt, kommen nie zurück. Wer Völkermord bekämpft und
überlebt hat, weiß um die Bedeutung von Sprache und Gedanken. Menschenleben
sind unter gewissen Umständen nichts wert, nämlich wenn ihr Fortbestand
anderen nicht ins Konzept passt – das habe man lernen müssen, sagte Ruandas
Präsident Paul Kagame in [3][seiner Völkermordgedenkrede] am Dienstag.
Ungefähr gleichzeitig verbreitete US-Präsident Donald Trump [4][seine
Vernichtungsfantasien] und lehrte damit die auf Freiheit hoffenden Menschen
Irans, dass ihr Überleben ebenfalls zweitrangig ist.
Selbst wenn der US-Präsident das alles bloß als Drohkulisse hinwirft und
sich dann am allgemeinen Entsetzen ergötzt – der Schaden ist angerichtet.
Viele Staats- und Kriegsführer praktizieren schon längst die schlimmsten
Verbrechen ungestraft, aber erst Trump macht so etwas auch noch salonfähig.
Niemand wird jetzt noch einsehen, warum man im Umgang mit dem Feind nicht
bis zum Äußersten gehen sollte. Egal wie das jetzt ausgeht: Das ist Trumps
Vermächtnis.
7 Apr 2026
## LINKS
(DIR) [1] https://truthsocial.com/@realDonaldTrump/posts/116363336033995961
(DIR) [2] https://x.com/spectatorindex/status/2041467114427744628
(DIR) [3] https://www.youtube.com/live/qLOfkZ3NZlo
(DIR) [4] https://truthsocial.com/@realDonaldTrump/posts/116363336033995961
## AUTOREN
(DIR) Dominic Johnson
## TAGS
(DIR) Reden wir darüber
(DIR) Schwerpunkt Iran-Krieg
(DIR) Schwerpunkt USA unter Trump
(DIR) Atom
(DIR) Schwerpunkt Iran-Krieg
(DIR) Schwerpunkt Iran-Krieg
(DIR) Straße von Hormus
(DIR) Schwerpunkt USA unter Trump
(DIR) Reden wir darüber
(DIR) Schwerpunkt Iran-Krieg
## ARTIKEL ZUM THEMA
(DIR) EU im Irankrieg: Europas moralisches Versagen
Europäische Spitzenpolitiker verfolgen den Krieg gegen Iran kommentarlos.
Sie sind zu feige, sich deutlich gegen Trump und Netanjahu zu
positionieren.
(DIR) Waffenstillstand zwischen Iran und USA: Klare Sieger und Verlierer
Für US-Präsident Trump war erst die Maximaldrohung, dann der
Waffenstillstand der gesichtswahrende Ausweg aus dem Krieg. Denn eine
Exitstrategie hatte er nicht.
(DIR) +++ Nachrichten im Irankrieg +++: Iran schließt erneut Straße von Hormus
Iran erwägt den Rücktritt von der vereinbarten Feuerpause. Die Straße von
Hormus ist laut Staatsmedien wieder geschlossen. Netanjahu hält „Finger am
Abzug“
(DIR) Drohungen des US-Präsidenten: „Trumps Rhetorik hat jede Grenze überschritten“
US-Präsident Trump droht Iran mit Auslöschung der Zivilisation. Demokraten
nennen ihn einen „geisteskranken Irren“, Republikaner unterstützen ihn
weiterhin.
(DIR) Folgen des Irankriegs: Das Gift der Gewöhnung
Um Iran wird ein Weltkrieg neuen Typs geführt: Bomben auf ziviles Leben
sind heute Absicht. Wer dem nicht widerspricht, hat keinen moralischen
Kompass.
(DIR) +++ Nachrichten im Irankrieg +++: Trump: „Ganze Zivilisation wird heute Nacht sterben“
Vor Ablauf seines Ultimatums droht der US-Präsident Iran, die
Revolutionsgarden drohen mit Angriffen jenseits der Golfregion. Israel
greift Brücken an.