# taz.de -- Podcast „hä lol“: Nie an der Oberfläche bleiben
       
       > Ein Kultur-und-Internet-Podcast, der leistet, was das konventionelle
       > Feuilleton zu oft nicht hinkriegt. Und das Beste: Es darf sogar gelacht
       > werden.
       
 (IMG) Bild: Lichtblick im Social-Media-Kosmos: der Podcast „Hä lol“
       
       Nichts für ungut, liebe Medienkolleg*innen, aber ihr wisst es ja selbst: Es
       gibt nicht gerade zu wenige Podcasts.
       
       Klar: Der mittlerweile große Wettbewerb hat dazu geführt, dass die Qualität
       vieler Produktionen gestiegen ist. Aber noch ein Zweipersonenformat, das
       „aufrüttelt und einordnet“, das jedes virale TikTok mit staatstragendem
       Eifer bespricht, das unterhalten aber auch informieren will, vor allem
       natürlich über die Sendenden selbst – braucht’s das?
       
       In diesem Fall schon: „hä lol“ heißt ein Podcast, der seit September
       vergangenen Jahres wöchentlich von den Journalistinnen Sophia Sailer und
       Johanna Warda moderiert wird.
       
       Und jede Woche zeigt sich aufs Neue, dass es sich dabei eben nicht um ein
       weiteres Netzkultur-Infotainment-Irgendwas handelt. Im Gegenteil: Sailer
       und Warda kennen sich zwar hervorragend aus im unendlichen und
       unbeständigen Social-Media-Kosmos, bleiben aber in ihren Folgen nie an der
       Oberfläche.
       
       ## Kulturwissenschaftliche Einordnungen
       
       Vielmehr dividieren sie Themenkomplexe wie [1][Dubai-Influencer*innen,] das
       Dschungelcamp oder Dark-Romance-Literatur geduldig auseinander, liefern
       saubere Recherchen und verständliche soziologische sowie
       kulturwissenschaftliche Einordnungen.
       
       Feminismus ist dabei nicht „ein Thema“, sondern laufende
       Selbstverständlichkeit, die gelegentlich explizit wird. Wie gut das
       gelingt, bewies zuletzt nicht nur die Folge [2][„Der Fall Ulmen und das
       Problem Mann“.]
       
       Apropos „Problem Mann“: Auch wenn es mal persönlich wird, geht es den
       beiden Hosts nie primär um sich selbst. „hä lol“ leistet damit, was das
       konventionelle Feuilleton allzu oft nicht hinkriegt: Kulturjournalismus,
       für den man nicht auf der Bescheidwisser-Gästeliste stehen muss und bei dem
       auch mal gelacht werden darf.
       
       Wenn man einen Kritikpunkt finden möchte, dann vielleicht den: Die
       Selbstbeschreibung „Im Podcast hä lol babbeln Sophia Sailer und Johanna
       Warda jeden Samstag über das Internet“ ist zwar einerseits wahr,
       andererseits ein massives Understatement.
       
       3 Apr 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /Todesstrafe-fuer-Simon-Desue-in-Dubai/!6122260
 (DIR) [2] https://open.spotify.com/episode/6sl1PaqXBm84lXLNwcLpfT
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Konstantin Nowotny
       
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