# taz.de -- Rechtsextremismus in Thüringen: CDU streicht Bündnis gegen rechts die Gelder
> Der Kampf gegen Rechtsextremismus fällt im neuen Haushalt von Weimar dem
> Rotstift zum Opfer. Der Beschluss wurde auch auf Betreiben der Union
> gefällt.
(IMG) Bild: Trügerische Idylle: Marktplatz von Weimar nebst Rathaus und Neptunbrunnen
epd/taz | Der Weimarer Stadtrat hat dem „Bündnis gegen Rechtsextremismus“
am Mittwochabend die jährliche Förderung in Höhe von 30.000 Euro
gestrichen. Die Entscheidung im Kommunalparlament der viertgrößten Stadt
Thüringens fiel mit 19 gegen 18 Stimmen bei einer Enthaltung knapp aus. Den
Antrag auf Streichung der Gelder hatten die Fraktionen von CDU und
„Weimarwerk Bürgerbündnis“ eingebracht. Wenig überraschend votierte die
Rechtsaußen-Fraktion „Freies Bündnis Weimar“ – eine AfD-Abspaltung – für
die Vorlage.
Stadträte von CDU und „Weimarwerk“ begründeten in der Debatte ihren Antrag
damit, dass freiwillige Leistungen nicht jedes Jahr an dieselben Empfänger
verteilt werden dürften. Gegner des Antrags kritisierten, den beiden
größten Fraktionen im Stadtrat passe die politische Ausrichtung des
Bündnisses gegen Rechtsextremismus nicht.
Auf Vorschlag der Verwaltung wurden auf der anderen Seite im Rahmen des am
Mittwoch beschlossenen 313-Millionen-Euro-Haushalts von Weimar ein Topf in
Höhe von 30.000 Euro für allgemein demokratiefördernde Projekte bewilligt.
Hierfür sollen sich alle bewerben können, auch das „Bündnis gegen
Rechtsextremismus“.
Die Sitzung des Stadtrats wurde vom Protest von etwa 400 Menschen vor dem
Rathaus begleitet. Unter anderem hatte der [1][Direktor der Stiftung
Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora, Jens-Christian Wagner], vor
der Abstimmung von einem „fatalen politischen Signal“ gesprochen. Er
forderte die Fraktionen von CDU und „Weimarwerk“ vergeblich auf, ihren
Antrag zurückzuziehen.
Das „Bündnis gegen Rechtsextremismus“ gilt seit dem Jahr 2000 als wichtiger
Akteur der Zivilgesellschaft. Es vernetzt Bürgerinnen und Bürger, Vereine,
Schulen und Institutionen und organisiert unter anderem Veranstaltungen zur
Demokratiebildung und gegen den [2][in Thüringen kontinuierlich
erstarkenden Rechtsextremismus].
19 Mar 2026
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