# taz.de -- +++ Nachrichten im Irankrieg +++: Merz: „Wir hätten abgeraten“
       
       > Die Bundesregierung wäre gegen den Irankrieg gewesen, wenn sie
       > konsultiert worden wäre, sagt der Kanzler im Bundestag. Erstmals Angriff
       > auf Gasfeld im Iran.
       
 (IMG) Bild: Offenbar auch Ziel von Angriffen. Das Gasfeld Pars (Archivbild)
       
       ## Nato-Verbündete beraten über Öffnung der Straße von Hormus
       
       Die Nato-Verbündeten ‌beraten Generalsekretär Mark Rutte zufolge gemeinsam
       darüber, wie die Straße von ‌Hormus wieder geöffnet werden kann. „Wir sind
       uns natürlich alle einig, dass der Handel wieder aufgenommen werden muss“,
       sagt Rutte bei einem Besuch in Norwegen. Die Alliierten arbeiteten
       gemeinsam an einer Lösung. (rtr)
       
       ## Ölpreise steigen wieder deutlich
       
       Die Ölpreise haben am Mittwoch nach Angriffen auf Gasanlagen des Irans
       kräftig zugelegt. Am Nachmittag kostete Rohöl der Sorte Brent 108,25 Dollar
       und damit etwa viereinhalb Prozent mehr als am Vortag. Zu Beginn der Woche
       war die Notierung für Rohöl der Sorte Brent aus der Nordsee noch zeitweise
       unter die Marke von 100 Dollar gefallen. (dpa)
       
       ## Weidel und Chrupalla dringen auf Ende des Irankriegs
       
       Die AfD ruft dazu auf, Deutschland auf alle Fälle aus dem Irankrieg
       herauszuhalten. „Deutschland wurde weder am Hindukusch verteidigt noch an
       der Straße von Hormus“, sagte Co-Fraktionschef Tino Chrupalla im Bundestag
       nach einer Regierungserklärung von Kanzler Friedrich Merz (CDU) zum
       bevorstehenden EU-Gipfel. Mit dem Hinweis auf das in Zentralasien liegende
       Gebirge hatte der damalige Verteidigungsminister Peter Struck (SPD) einst
       den Bundeswehr-Einsatz in Afghanistan begründet. „Wenn wir als Deutsche
       etwas gelernt haben, ist es, dass wir uns für keinen Krieg der Welt von
       anderen vor den Karren spannen lassen sollten“, sagte Chrupalla. Dies gelte
       aber auch für die Ukraine. „Der Ukraine-Krieg ist ebenso wenig unser Krieg
       wie der im Nahen Osten.“ Schluss sein müsse etwa mit Finanzpaketen zur
       Unterstützung des von Russland angegriffenen Landes.
       
       Die Co-Vorsitzende Alice Weidel warnte: „Dauert der Irankrieg noch länger
       an, werden die Erschütterungen verheerend sein.“ Unter anderem drohe
       explodierende Inflation. „Ein schnelles Kriegsende und die Vermeidung eines
       Flächenbrands im Nahen und Mittleren Osten ist daher im deutschen
       Interesse.“ Das habe die AfD von Beginn des Kriegs an deutlich gemacht.
       Weidel warf zugleich der Bundesregierung vor, weiter fest an der Seite der
       Ukraine stehen zu wollen. Dabei sei es im deutschen Interesse, das Gespräch
       mit Russland zu suchen, über ein Ende des Ukraine-Kriegs und eine
       Wiederaufnahme russischer Gaslieferungen. Im Inland müsse „das gescheiterte
       Experiment“ Energiewende beendet werden, sagte Weidel weiter. Generell
       gelte: „Deutschland braucht einen sofortigen Kurswechsel.“ Chrupalla
       forderte, straffällige Asylbewerber verstärkt abzuschieben und Reformen
       anzugehen. (dpa)
       
       ## Irans Präsident bestätigt Tötung von Geheimdienstminister Chatib
       
       Der Iran hat die Tötung von Geheimdienstminister Esmail Chatib bestätigt.
       Präsident Massud Peseschkian erklärte am Mittwoch im Onlinedienst X, der
       Tod des Ministers erfülle die Führung in Teheran mit Trauer, er machte
       jedoch keine Angaben dazu, wer den „feigen Mord“ ausgeführt habe. Israels
       Verteidigungsminister Israel Katz hatte zuvor erklärt, Chatib sei in der
       vergangenen Nacht bei einem Angriff der israelischen Armee „ausgeschaltet“
       worden. (afp)
       
       ## Linke kritisieren Merz
       
       Deutliche Kritik an Merz äußerte Linken-Fraktionschefin Heidi Reichinnek am
       Mittwoch im Bundestag. Sie kritisierte, dass der Kanzler den Angriff der
       USA und Israels auf Iran nicht klar als völkerrechtswidrig eingestuft hat.
       „Das Völkerrecht ist die Basis für unsere internationale Ordnung“, betonte
       Reichinnek. Wenn es nicht nur für Autokraten, sondern auch für
       demokratische Regierungen keinen Wert mehr habe, „bewegen wir uns auf
       düstere Zeiten zu“. Die Linken-Fraktionschefin forderte den Kanzler auch
       auf, die US-Militärbasis Ramstein zu schließen, die ein Drehkreuz für den
       Militäreinsatz ist.
       
       Zudem forderte sie generell ein deutlicheres Auftreten gegen US-Präsident
       Donald Trump. So hätte Merz bei seinem Besuch in Washington dessen Hetze
       gegen Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez nicht unbeantwortet lassen
       dürfen. Nachdrücklich kritisierte Reichinnek zudem die Migrationspolitik
       der schwarz-roten Bundesregierung. Diese habe nicht nur den Familiennachzug
       für Geflüchtete ausgesetzt, sondern wolle auch „in Zukunft selbst Kinder an
       den EU-Außengrenzen in Lager stecken“. (afp)
       
       ## Spahn warnt vor Erstarken des Mullah-Systems
       
       Unionsfraktionschef Jens Spahn (CDU) warnt vor einer möglichen Stärkung des
       repressiven iranischen Machtapparats. „Wir weinen toten Mullahs keine Träne
       nach“, sagte Spahn im Bundestag mit Blick auf die gezielten Tötungen
       führender Vertreter durch Israel und die USA. Der Krieg sollte bald enden,
       sagte Spahn, „aber nicht um jeden Preis“. Das Mullah-System müsse am Ende
       des Kriegs deutlich schwächer sein als vorher. Andernfalls drohe die
       Gefahr, dass es umso entschlossener nach der Atombombe greife.
       
       Nachdem der Krieg einmal begonnen worden sei, „ist es nicht in unserem
       nationalen Interesse, dass das Regime gestärkt daraus hervorgeht“, erklärte
       Spahn. Zugleich dürfe Deutschland erwarten, „dass wir als Bündnispartner in
       strategische Überlegungen einbezogen werden“, sagte er angesichts der
       Alleingänge der US-Regierung von Präsident Donald Trump. „Wir wollen eine
       enge Partnerschaft, aber enge Partnerschaft bedeutet eben nicht blinde
       Gefolgschaft“, sagte Spahn nach einer Regierungserklärung von Kanzler
       Friedrich Merz (CDU). (dpa)
       
       ## Merz zum Irankrieg: „Wir hätten abgeraten“
       
       Vor dem EU-Gipfel in Brüssel hat Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) seine
       Kritik am Krieg der USA und Israels gegen den Iran und seine Absage an eine
       deutsche Beteiligung bekräftigt. In seiner Regierungserklärung im Bundestag
       machte der CDU-Vorsitzende klar, dass Deutschland sich gegen den Angriff
       gestellt hätte, wenn es vorher konsultiert worden wäre. „Wir hätten
       abgeraten, diesen Weg so zu gehen“, sagte er. Bei seinem Besuch in
       Washington vor gut zwei Wochen hatte Merz noch gesagt, er wolle die USA in
       dieser Frage nicht belehren.
       
       Solange der Krieg andauere, werde sich Deutschland nicht daran beteiligen,
       in der Straße von Hormus etwa mit militärischen Mitteln freie Schifffahrt
       zu gewährleisten, betonte Merz. Er machte aber auch klar, dass er eine
       dauerhafte Belastung der transatlantischen Partnerschaft vermeiden wolle.
       Nach Ende der Kampfhandlungen werde Deutschland seinen Beitrag zum Aufbau
       einer Friedensordnung leisten und sich unter den richtigen
       Rahmenbedingungen auch einer Debatte über freie Schifffahrt in der Straße
       von Hormus nicht verschließen. „Wir werden eingreifen, wo wir es aus
       nationaler Kompetenz heraus können und Handlungsspielräume sehen“, sagte
       Merz. (dpa)
       
       ## Irankrieg: USA lockern Schifffahrtsregeln für 60 Tage
       
       Im Irankrieg lockern die USA ihre Schifffahrtsregeln für 60 Tage. Die
       Entscheidung von Präsident Trump sei „ein weiterer Schritt, um die
       kurzfristigen Störungen auf dem Ölmarkt abzufedern“, erklärte die
       Sprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, am Mittwoch im Onlinedienst
       X. Damit könnten Güter wie Erdöl, Erdgas, Dünger und Kohle leichter in
       US-Häfen gelangen. Trump genehmigte eine 60-tägige Ausnahme vom Jones Act
       von 1920. Das mehr als hundert Jahre alte Gesetz sieht vor, dass Frachtgut
       zwischen US-Häfen nur auf Schiffen transportiert werden darf, die in den
       USA gebaut wurden, in US-Besitz sind und deren Besetzung aus den USA
       stammt. Kritiker bemängeln, der Jones Act steigere die Kosten für Reeder
       und damit für die Verbraucher. (afp)
       
       ## Katar: Israels Angriff auf Gasanlagen „unverantwortlich“
       
       Katar hat Israel für einen Angriff auf Anlagen der iranischen Gasindustrie
       am größten Gasfeld der Welt verantwortlich gemacht und diesen scharf
       verurteilt. Es handle sich um einen „gefährlichen und unverantwortlichen
       Schritt inmitten der aktuellen militärischen Eskalation in der Region,
       erklärte der katarische Außenamtssprecher Madschid al-Ansari auf X. Das
       Gasfeld „South Pars“ befindet sich im Persischen Golf und wird vom Iran und
       Katar ausgebeutet. Iranische Medien hatten zuvor berichtet, dass Anlagen
       bei der Industriestadt Asalujeh bombardiert worden sein. Israelische Medien
       meldeten, die Luftwaffe habe die iranische Gasproduktion im Süden des
       Landes angegriffen. Asalujeh liegt nahe dem riesigen Gasfeld. (dpa)
       
       ## Erstmals gezielter Angriff auf iranisches Gasfeld
       
       Im ‌Krieg gegen den Iran sind am Mittwoch Berichten zufolge erstmals
       Energieanlagen direkt angegriffen worden. Das riesige iranische Gasfeld
       Pars sei getroffen worden, meldete die iranische Nachrichtenagentur ‌Fars.
       Dabei seien Gastanks und Teile einer Raffinerie beschädigt worden.
       Rettungskräfte versuchten, ein Feuer zu löschen. Arbeiter seien an einen
       sicheren Ort gebracht worden. Pars ist der iranische Teil des weltweit
       größten Erdgasvorkommens, das sich die Islamische Republik ‌mit Katar
       teilt. Der Angriff stellt eine klare Eskalation des Konflikts dar. Die
       ⁠Regierung in Teheran forderte ihre Nachbarstaaten umgehend auf, ihre
       eigenen Energieanlagen zu evakuieren. Israelischen Medienberichten zufolge
       ‌führte Israel ‌den Angriff auf ⁠Pars mit Zustimmung der USA aus. Eine
       Stellungnahme des israelischen Militärs ‌lag zunächst ‌nicht vor. (rtr)
       
       ## Insider: Iran stoppt Gaslieferungen in den Irak nach Angriff
       
       Nach ‌einem Angriff auf das iranische Gasfeld Pars sind die Gaslieferungen
       in ‌den Irak einem Insider zufolge unterbrochen. Die Führung in Teheran
       habe das Gas nach der Attacke für den Eigenbedarf umgeleitet, sagt ein
       hochrangiger irakischer Regierungsvertreter der Nachrichtenagentur Reuters.
       Der Iran deckt zwischen einem Drittel und 40 Prozent des irakischen Gas-
       und Strombedarfs. Israelischen Medienberichten zufolge soll Israel den
       Angriff mit Zustimmung der USA ausgeführt haben. Das israelische Militär
       nimmt dazu zunächst keine Stellung. (rtr)
       
       ## Staatsfernsehen: Iranische Förderanlage auf größtem Gasfeld der Welt
       nach Angriff in Brand
       
       Angriffe der USA und Israels haben nach Angaben des iranischen
       Staatsfernsehens eine Förderanlage eines großen Gasfelds im Persischen Golf
       getroffen und einen Brand verursacht. Feuerwehrteams seien zum Brandort
       entsandt worden, meldete das Staatsfernsehen am Mittwoch unter Berufung auf
       den örtlichen stellvertretenden Gouverneur. Das iranische Militär drohte,
       Energieinfrastruktur in der Golfregion ins Visier zu nehmen. Das Gasfeld
       South Pars/North Dome liegt im Persischen Golf und ist die größte bekannte
       Gasreserve der Welt. Es liefert rund 70 Prozent des Erdgases für den Iran.
       Israel hatte iranische Einrichtungen auf dem Gasfeld bereits während des
       Zwölf-Tage-Kriegs im vergangenen Juni angegriffen.
       
       Das Gasfeld wird neben dem Iran auch von Katar ausgebeutet. Katar nannte
       den Angriff nun „gefährlich und verantwortungslos“. Angriffe auf
       Energieinfrastruktur seien eine „Bedrohung für die globale
       Energiesicherheit, die Bevölkerung in der Region und ihre Umwelt“, erklärte
       ein Außenamtssprecher. Das iranische Militär drohte, „die Quelle der
       Aggression“ hart zu treffen. Es erwäge, „die Kraftstoff-, Energie- und
       Gasinfrastruktur“ der Länder ins Visier zu nehmen, von denen aus die
       Angriffe gestartet wurden. Das iranische Staatsfernsehen veröffentlichte
       eine Liste „legitimer Ziele“, unter denen Öl- und Gasanlagen in
       Saudi-Arabien, Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten sind. Diese
       würden „in den kommenden Stunden“ ins Visier genommen. (afp)
       
       ## Trump: Könnte Verbündete bei Sicherung der Straße von Hormus alleine
       lassen
       
       US-Präsident Donald Trump hat den Verbündeten gedroht, sie mit der
       Absicherung der Straße von Hormus alleine zu lassen. Er schrieb am Mittwoch
       in seinem Onlinedienst Truth Social, er könne die Länder, welche die
       Meerenge für den Schiffsverkehr nutzten, selbst eine Lösung finden lassen.
       Er reagierte damit auf die Weigerung Deutschlands und zahlreicher anderer
       Länder, die USA militärisch in dem Seegebiet zu unterstützen. „Ich frage
       mich, was passieren würde, wenn wir den Rest des iranischen Terrorstaates
       ‚fertigmachen‘ und die Länder, die (die Straße von Hormus) nutzen – wir tun
       es nicht – für die sogenannte ‚Straße‘ verantwortlich sein lassen würden?“,
       schrieb Trump. „Das würde einige unserer reaktionsschwachen ‚Verbündeten‘
       auf Trab bringen, und zwar schnell!!!“ (afp)
       
       ## Russland verurteilt Tötung von iranischem Sicherheitschef Laridschani
       
       Der Iran-Verbündete Russland hat die Tötung des mächtigen iranischen
       Sicherheitschefs Ali Laridschani verurteilt. „Wir verurteilen aufs
       Schärfste Handlungen, die darauf abzielen, die Gesundheit der
       Führungspersonen des souveränen und unabhängigen Iran zu schädigen, oder
       sie gar zu töten“, sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow am Mittwoch in
       Moskau. Zuvor hatte Teheran mit Vergeltung für den Tod von Laridschani
       gedroht, der bei einem israelischen Angriff im Iran getötet worden war.
       Russlands Präsident Wladimir Putin hatte Laridschani Ende Januar im Kreml
       empfangen – inmitten von Drohungen von US-Präsident Donald Trump, dass
       Teheran ein Abkommen über das iranische Atomprogramm abschließen müsse. Die
       Verhandlungen scheiterten, am 28. Februar begann dann der Irankrieg mit
       Angriffen Israels und der USA auf Teheran. (afp)
       
       ## Schwedischer Staatsbürger im Iran wegen Spionage für Israel hingerichtet
       
       Im Iran ist am Mittwoch ein wegen Spionage für Israel zum Tode verurteilter
       schwedischer Staatsbürger hingerichtet worden. Die iranischen
       Justizbehörden teilten auf ihrer Website Misan Online mit, das Todesurteil
       sei am Morgen vollstreckt worden. Der „Spion“ habe „Bilder und
       Informationen über wichtige Orte des Landes“ an Mitarbeiter des
       israelischen Geheimdienstes Mossad weitergegeben. Er sei in „sechs
       europäischen Ländern und in Tel Aviv“ ausgebildet worden.
       
       Misan Online zufolge war der nun Hingerichtete während des
       Zwölftage-Krieges mit Israel im Juni vergangenen Jahres festgenommen
       worden. Die USA hatten an der Seite Israels in den Krieg eingegriffen und
       iranische Atomanlagen attackiert. Die schwedische Außenministerin Maria
       Malmer Stenergard erklärte, sie habe die Nachricht von der Hinrichtung des
       schwedischen Staatsbürgers „mit Bestürzung zur Kenntnis genommen“. Schweden
       habe den Fall seit der Festnahme des Mannes im vergangenen Jahr „auf
       verschiedenen Ebenen wiederholt gegenüber iranischen Vertretern zur Sprache
       gebracht“. (afp)
       
       ## Wadephul: Irankrieg kann Welt in allergrößte Krise stürzen
       
       Außenminister Johann Wadephul hat vor einer Ausweitung des Irankriegs mit
       weltweiten Folgen gewarnt. Der Krieg habe „ein wirkliches
       Eskalationspotenzial, was nicht nur diese Region, sondern die Welt
       insgesamt in eine allergrößte Krise stürzen kann“, sagte der CDU-Politiker
       bei einem Treffen mit seinem französischen Kollegen Jean-Noël Barrot in
       Berlin. Allein die aus der Region sichergestellte Düngerversorgung „ist so
       essenziell, dass bei einem längeren Ausbleiben eine Nahrungsmittelkrise in
       großen Teilen Afrikas“ drohen würde. Dies müsse Sorge auslösen „wegen der
       Menschen, die leiden würden, und natürlich auch wegen der
       Flüchtlingsströme, die sich daraus ergeben können“, warnte Wadephul. „Das
       hat insofern eine große Bedeutung für uns“. Dies müsse in einer
       verantwortungsvollen Würdigung der Situation gesehen werden. (dpa)
       
       ## IAEA: Status von neuer iranischer Atomanlage unbekannt
       
       Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) weiß nach eigenen Angaben
       nichts über ‌den Status der neuen iranischen Anreicherungsanlage in
       Isfahan. Die Anlage befinde sich in einem unterirdischen Komplex, sagt
       IAEA-Chef Rafael Grossi. „Sie ist unterirdisch, aber wir haben sie noch
       nicht besucht“, erklärt Grossi, der sich zu Gesprächen mit der US-Regierung
       in Washington aufhält. (rtr)
       
       ## Iran fordert zur Evakuierung von Ölanlagen in Golfregion auf
       
       Die iranischen Revolutionsgarden fordern Staatsmedien zufolge zur
       Evakuierung ‌mehrerer Ölanlagen in der Golfregion auf. Die Warnungen
       richteten sich an Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate und
       Katar, heißt es. (rtr)
       
       ## Iran will mehr als 100 „monarchistische Zellen“ aufgedeckt haben
       
       Im Iran haben die Behörden nach eigenen Angaben mehr als hundert
       mutmaßliche „monarchistische Zellen“ zerschlagen. Das
       Geheimdienst-Ministerium gab am Mittwoch in einer Erklärung bekannt, 111
       solcher „Zellen“ von Monarchisten in 26 Provinzen aufgedeckt zu haben,
       bevor diese tätig werden konnten. Wie viele Menschen festgenommen wurden,
       blieb unklar. Das Ministerium gab weiter bekannt, es seien zudem mehrere
       „Spione“ entlarvt und zahlreiche Menschen festgenommen worden, die mit
       einem verbotenen Fernsehsender zusammengearbeitet haben sollen. (afp)
       
       ## Trauerzeremonie in Teheran für getöteten Laridschani
       
       Nach der Tötung des iranischen Sicherheitschefs Ali Laridschani durch das
       israelische Militär sind in der iranischen Hauptstadt Teheran
       Regierungsanhänger für Trauerfeiern zusammengekommen. Im Stadtzentrum der
       Millionenmetropole meldete die Nachrichtenagentur Fars den Beginn einer
       Zeremonie für den am Montagabend getöteten Generalsekretär des
       Sicherheitsrats.
       
       Ein Foto der Agentur zeigte seinen Sarg und den seines Sohnes, der bei dem
       israelischen Angriff ebenfalls ums Leben kam. Bilder im Staatsfernsehen
       zeigten Anhänger der Staatsführung, die sich um einen Sattelschlepper
       versammelten, der die Särge durch die Stadt fährt. Sie trauerten ebenfalls
       um den Kommandeur der paramilitärischen Basidsch-Miliz, Gholamresa
       Soleimani, sowie die Besatzung eines iranischen Kriegsschiffs, dass die USA
       vor Sri Lanka versenkt hatten. (dpa)
       
       ## Frankreich: Israels Forderung zur Entwaffung der Hisbollah unrealistisch
       
       ‌Frankreich wertet die israelische Forderung an die libanesische Regierung
       zur Entwaffnung der Hisbollah-Miliz als unrealistisch. Der französische
       Libanon-Gesandte Jean-Yves Le Drian sagt dem Sender France Info, Israel
       selbst habe es während seiner langen Besatzung nicht geschafft, die Miliz
       zu besiegen. Daher könne man dies nun nicht von der libanesischen Regierung
       innerhalb von drei Tagen verlangen, zudem noch während laufender Kämpfe
       zwischen israelischen Truppen und Hisbollah-Milizionären. (rtr)
       
       ## Israel: Tötung jedes ranghohen Vertreters Irans genehmigt
       
       Israels Führung hat nach Angaben des Verteidigungsministers die Tötung
       jedes ranghohen iranischen Vertreter genehmigt, der von der Armee ins
       Visier genommen wurde. Dafür sei keine weitere Genehmigung erforderlich,
       sagte Verteidigungsminister Israel Katz nach Angaben seines Büros.
       Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und er hätten das Militär entsprechend
       autorisiert. Bei einer Beratung habe Katz zudem angekündigt, im Laufe des
       Tages seien „bedeutende Überraschungen in allen Einsatzgebieten zu
       erwarten“. Diese würden den Krieg gegen Iran und die mit Teheran verbündete
       Hisbollah-Miliz „auf eine neue Stufe heben“. Die Intensität der Angriffe in
       Iran nehme noch zu, sagte er demnach. (dpa)
       
       ## Berichte: Neue US-israelische Angriffe in verschiedenen Regionen des
       Iran
       
       Die USA und Israel haben am Mittwoch laut iranischen Medienberichten erneut
       verschiedene Regionen in Iran angegriffen, darunter die Hauptstadt Teheran.
       Des Weiteren wurden demnach Ziele in der Provinz Lorestan und die Stadt
       Hamedan im Westen des Landes sowie Ziele in der Provinz Fars im Süden
       angegriffen. Die Nachrichtenagentur Tasnim meldete, bei einem Angriff auf
       Wohngebiete in der Stadt Dorud in Lorestan seien sieben Menschen getötet
       und 56 weitere verletzt worden. Die Nachrichtenagentur AFP konnte diese
       Angaben vorerst nicht unabhängig überprüfen. Nach Angaben der
       Justiz-Website Misan wurde in der Provinz Fars ein Justizgebäude getroffen.
       (afp)
       
       ## Israel: Irans Geheimdienstminister getötet
       
       Der iranische Geheimdienstminister ist nach israelischen Angaben bei einem
       Luftangriff getötet worden. Ismail Chatib sei in der Nacht bei einem
       gezielten Angriff ums Leben gekommen, teilte der israelische
       Verteidigungsminister Israel Katz mit. Aus Iran gab es dazu zunächst keine
       Bestätigung. Katz sagte nach Angaben seines Büros, Chatib sei für
       Unterdrückung im eigenen Land sowie „Bedrohungen nach außen“ verantwortlich
       gewesen. Israel hat im Irankrieg bereits Dutzende führende Persönlichkeiten
       des iranischen Machtapparats getötet, darunter Irans Obersten Führer Ali
       Chamenei. Am Montag wurde zudem der einflussreiche Generalsekretär des
       Sicherheitsrats, Ali Laridschani, gezielt getötet. Auch Laridschanis Sohn
       wurde bei dem Angriff in Teheran tödlich verletzt.
       
       Chatib ist Anfang der Sechzigerjahre in der südwestlichen Provinz Chusestan
       geboren worden. Seit fünf Jahren war der schiitische Geistliche Minister
       für die Nachrichtendienste der Islamischen Republik. Zuvor ist er in
       verschiedenen Funktionen im iranischen Sicherheitsapparat tätig gewesen.
       Chatib galt als hervorragend vernetzt und behielt seinen Ministerposten
       auch nach dem Regierungswechsel 2024, als die ultrakonservative Regierung
       nach dem Tod von Präsident Ebrahim Raisi vom Reformisten Massud Peseschkian
       abgelöst wurde. Im Herbst 2022 belegten die USA Chatib mit Sanktionen.
       Hintergrund waren Cyberangriffe, die das iranische Geheimdienstministerium
       in Auftrag gegeben haben soll. (dpa)
       
       ## Irans Außenminister: System besteht trotz gezielter Tötungen weiter
       
       Irans Außenminister Abbas Araghtschi hält das politische System seines
       Landes im Krieg weiterhin für überlebensfähig. Dabei spiele auch die
       gezielte Tötung von Führungspersonen keine Rolle, sagte Araghtschi dem
       Nachrichtensender Al Jazeera in einem heute veröffentlichten Interview.
       „Die An- oder Abwesenheit einer einzelnen Person hat keinen Einfluss auf
       die Struktur. (…) Entscheidend ist, dass das politische System in Iran eine
       sehr solide Struktur ist.“
       
       Das sei auch der Fall gewesen nach der Tötung des Obersten Führers
       Ajatollah Ali Chamenei durch einen israelischen Luftangriff in Teheran,
       sagte Araghtschi. „Sogar der Anführer wurde getötet. Aber das System
       arbeitete weiter und sorgte sofort für Ersatz. So wird es auch sein, wenn
       jemand anders getötet wird.“ Auch im Fall, dass der Außenminister getötet
       würde – also er selbst –, stünde jemand anderes bereit, um den Posten
       einzunehmen, sagte Araghtschi. (dpa)
       
       ## Russland: Keine Schäden an iranischem Atomkraftwerk Buschehr
       
       Bei dem Beschuss des von Russland gebauten Atomkraftwerks Buschehr in Iran
       sind nach Angaben aus Moskau keine Schäden entstanden. Es sei auch niemand
       verletzt worden, sagte Alexej Lichatschew, der Chef des staatlichen
       russischen Atomkonzerns Rosatom, am Mittwoch. Der Angriff am Vortag habe
       ein Gebäude des Wetterdienstes in der Nähe des Reaktors getroffen. Erhöhte
       Strahlungswerte gebe es nicht. Es war der erste Angriff auf die Atomanlage
       in Buschehr seit Beginn der US-israelischen Angriffe auf den Iran am 28.
       Februar. Lichatschew sprach von einer eklatanten Missachtung zentraler
       Regeln und Prinzipien der internationalen Sicherheit. Rosatom habe 250
       Beschäftigte und deren Familienmitglieder aus Iran evakuiert, doch seien
       noch 480 weitere in Buschehr, von denen ebenfalls einige noch ausreisen
       sollten, sagte er. (ap)
       
       ## Roter Halbmond: Rettungswagen in Iran angegriffen
       
       Bei den israelisch-amerikanischen Angriffen ist in Iran nach Angaben der
       Rothalbmond-Gesellschaft ein Rettungswagen gezielt angegriffen worden. Der
       Vorfall ereignete sich in der südlichen Stadt Lar in der Provinz Fars, wie
       die humanitäre Organisation auf Telegram mitteilte. Ein Bild zeigte ein
       fast vollständig zerstörtes Fahrzeug. Der Leiter des iranischen Roten
       Halbmonds, Pirhussein Koliwand, verurteilte den Luftangriff scharf. Er
       sprach von einem Verstoß gegen das humanitäre Völkerrecht. Die
       Einsatzkräfte seien ausschließlich mit der Hilfe für Verletzte beschäftigt
       gewesen. Zunächst war unklar, wessen Luftwaffe für den Angriff
       verantwortlich war. (dpa)
       
       ## Israelische Rakete bringt Hochhaus in Beirut zum Einsturz
       
       Bei israelischen Luftangriffen in der Hauptstadt Beirut sind nach
       libanesischen Angaben mindestens 12 Menschen getötet und 41 weitere
       verletzt worden. Am frühen Mittwochmorgen erschütterte eine Explosion das
       Stadtviertel Baschura: Laut einem Fotografen der Deutschen Presse-Agentur
       wurde ein Hochhaus getroffen und komplett in Trümmer gelegt. Zuvor hatte
       Israels Militär vor Angriffen gewarnt. Das Viertel war bereits in der
       vergangenen Woche Ziel von Luftangriffen gewesen. Staatlichen Medien
       zufolge traf ein Angriff eine Wohnung im Stadtzentrum, unweit der kürzlich
       vom israelischen Militär attackierten Filiale eines Finanzinstituts der
       Hisbollah-Miliz. Weitere Geschosse schlugen Medienberichten zufolge im
       ebenfalls zentral gelegenen Viertel Basta ein. Anwohner berichteten von
       mehreren deutlich vernehmbaren Explosionen. Der von der Hisbollah-Miliz
       betriebene Fernsehsender Al-Manar teilte mit, dass ein Programmdirektor des
       Senders und seine Frau getötet worden seien.
       
       Alle am Mittwochmorgen getroffenen Gebiete liegen in der Nähe libanesischer
       Regierungsgebäude wie dem Finanzministerium und dem Amtssitz des
       Premierministers. In der Nacht hatte die mit dem Iran verbündeten Hisbollah
       erneut Dutzende Raketen auf den Norden des Nachbarlands Israel abgefeuert.
       Ausgelöst worden waren die Gefechte durch die israelisch-amerikanischen
       Angriffe auf den Iran vor knapp drei Wochen. Seither herrscht Krieg in der
       Region. Auch in der Bekaa-Ebene griff Israel erneut Ziele an. Nach
       libanesischen Angaben wurden dabei mindestens zwei Menschen getötet und
       weitere verletzt. (dpa)
       
       ## Türkei: Luftabwehr in Adana wird verstärkt
       
       Die Nato verlegt nach türkischen Angaben ein weiteres Raketenabwehrsystem
       vom Typ Patriot in die südtürkische Provinz Adana. Die Maßnahme diene der
       Sicherung des türkischen Luftraums und dem Schutz der Bevölkerung, teilt
       das Verteidigungsministerium in Ankara mit. In Adana liegt der
       Luftwaffenstützpunkt Incirlik, auf dem neben türkischen Truppen auch
       Soldaten der USA und anderer verbündeter Staaten stationiert sind. Der
       Türkei zufolge befindet sich dort bereits ein Patriot-System der Spanier.
       Seit Beginn des Kriegs gegen Iran wurden nach türkischen Angaben drei von
       der Islamischen Republik aus gestartete Raketen abgefangen.
       
       ## Fußballerinnen kehren über Türkei nach Iran zurück
       
       Nach dem Wirbel um ihren stillen Protest beim Asien Cup reisen die
       iranischen Fußballerinnen über die Türkei zurück in ihr Heimatland. Die
       Spielerinnen seien am Dienstagabend am Istanbuler Flughafen gelandet und
       seien über Land auf dem Weg zurück nach Iran, berichtete die staatliche
       Nachrichtenagentur Anadolu. Der Luftraum über Iran ist wegen des Krieges
       gesperrt – die Hauptstadt Teheran liegt mehr als 2000 Kilometer von
       Istanbul entfernt.
       
       In der vergangenen Woche hatten die Spielerinnen beim ersten Gruppenspiel
       in Australien während der Nationalhymne geschwiegen – in Iran wurde das als
       Zeichen gegen die Führung in Teheran gewertet. Staatsmedien bezeichneten
       sie später als „Verräterinnen“, auch wenn die Spielerinnen bei den
       folgenden Partien wieder mitsangen und salutierten. Ursprünglich hatten
       sieben Fußballerinnen nach dem Aus bei dem Turnier Asyl in Australien
       beantragt. Fünf zogen den Antrag später zurück. Beobachter befürchten, dass
       den Frauen in Iran schlimme Konsequenzen drohen könnten – oder dass ihre
       Familien unter Druck geraten, falls sie nicht zurückkehren sollten. (dpa)
       
       ## Grünen-Chefin drängt Regierung zu mehr Unterstützung für den Libanon
       
       Grünen-Chefin Franziska Brantner hat die israelischen Angriffe auf den
       Libanon verurteilt und die Regierung zu mehr Unterstützung für das Land
       gedrängt. Kanzler Friedrich Merz (CDU) müsse darauf dringen, „dass wir und
       Europa im Libanon aktiver werden“, sagte sie am Mittwoch der
       Nachrichtenagentur AFP zum anstehenden EU-Gipfel. „Die Invasion und
       Besetzung des Südlibanon sind inakzeptabel.“ Das verschärfe die ohnehin
       dramatische Lage in der Region. (afp)
       
       ## Rüstungskonzern Hensoldt: Irankrieg ist militärtechnisches Lehrstück
       
       Der Rüstungskonzern Hensoldt ‌sieht die ‌Luftangriffe im Irankrieg als
       wichtigeres Lehrbeispiel für Militär und Verteidigungsindustrie als die in
       der Ukraine. Während in der Ukraine der Kampf großteils mit Drohen geführt
       werde, kämen im Nahostkrieg traditionelle Waffensysteme wie Raketen stärker
       zum Einsatz, sagte Vorstandschef Oliver Dörre am Dienstagabend vor
       Journalisten in München. „Dieser Krieg zeigt stärker, was in unserer
       Landes- und Bündnisverteidigung stattfinden würde“, sagte der ehemalige
       ‌Generalstabsoffizier der Bundeswehr. „Wenn ein hochgerüsteter Gegner gegen
       einen ebenso hochgerüsteten Gegner operiert, dann findet dieser
       hochkomplexe Luftkrieg statt“, sagte er. Anders als im Krieg zwischen
       Russland und der militärisch wesentlich schwächeren Ukraine stünden sich im
       Krieg zwischen den USA und Israel einerseits und Iran andererseits von
       Anbeginn hochgerüstete Gegner gegenüber. Entscheidend seien Zusammenwirken
       und Vernetzung moderner Drohnen und herkömmlicher Raketen und der
       entsprechenden Abwehrtechnologien. „Wir haben ein ganz falsches Verständnis
       vom Luftkrieg, weil wir immer auf die Ukraine schauen.“
       
       Der MDax-Konzern Hensoldt ist als Rüstungszulieferer auf Sensoren ‌für
       Waffen und deren Abwehr in der Luft, auf dem Land und auf See
       spezialisiert. Dörre erklärte, es gehe nicht um eine Alternative zwischen
       Raketen als traditioneller und ⁠Drohnen als neuer Technologie. „Wir
       brauchen beides“, sagte er. „Wenn die ebenbürtigen Gegner Russland und Nato
       sich gegenüberstehen würden, hätten auch die traditionellen Fähigkeiten
       eine Bedeutung.“ Gleichwohl sei die Ukraine für Hensoldt im Bereich der
       Luftverteidigung der ‌prägendste Kunde. Das ‌Unternehmen aus Taufkirchen
       bei München erwartet angesichts der Aufrüstung in ⁠Europa weiteres
       Wachstum. Im vergangenen Jahr schnellte der Auftragseingang um 62 Prozent
       auf 4,71 Milliarden Euro in die Höhe, wie Hensoldt ‌bei der Bilanzvorlage
       Ende Februar berichtet hatte. ‌Der Umsatz war um 10 Prozent auf 2,46
       Milliarden Euro und der Betriebsgewinn um 12 Prozent auf 452 Millionen Euro
       gewachsen. (rtr)
       
       ## Irans Geheimdienst geht gegen Opposition vor
       
       Der iranische Geheimdienst ist eigenen Angaben zufolge gegen Dutzende
       Netzwerke von Oppositionellen vorgegangen. In 26 Provinzen seien „111
       Zellen“ von Monarchisten identifiziert worden, berichtete die
       Nachrichtenagentur Tasnim. Gemeint sind Anhänger des Schah-Sohns Reza
       Pahlavi, der im Ausland eine führende Rolle in der Opposition beansprucht.
       Es sei zu Festnahmen gekommen. Tasnim zufolge wurden bei den
       Geheimdienstoperationen Schusswaffen „zur Auslösung von Straßenunruhen“
       beschlagnahmt.
       
       Vier Personen seien außerdem wegen des Vorwurfs der Spionage festgenommen
       worden. Sie sollen dem „Feind“ in den Provinzen Hamedan und
       West-Aserbaidschan Informationen über die Positionen von Sicherheitskräften
       verraten haben. Auch mehrere Menschen seien festgenommen worden, die
       Informationen und Fotos an den persischsprachigen Exilsender „Iran
       International“ übermittelt hätten. Tasnim meldete zudem die Beschlagnahme
       von 350 Starlink-Geräten. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig
       überprüfen. (dpa)
       
       ## Der Irak startet Ölexporte über die Türkei – Bruchteil der üblichen
       Menge
       
       Der Irak hat mit dem Export von Öl über eine Pipeline und den türkischen
       Hafen Ceyhan begonnen. Auf diesem Weg können pro Tag rund 250.000 Barrel
       verschifft werden, wie die staatliche Ölgesellschaft North Oil am Mittwoch
       mitteilte. Normalerweilse exportiert der Irak rund 3,5 Millionen Barrel pro
       Tag. Die Exportroute über den Persischen Golf und die Straße von Hormus ist
       jedoch wegen des Irankrieges blockiert. Der Öl-Export finanziert 90 Prozent
       des staatlichen Haushalts. Der Irak sucht daher verzweifelt nach
       Möglichkeiten, die Blockade der Straße von Hormus zu umgehen.
       
       Exporte per Pipeline im Norden des Landes in Richtung Türkei wurden schon
       länger diskutiert. Die Leitung verläuft jedoch durch das irakische
       Kurdengebiet und die Gespräche mit den kurdischen Autonomiebehörden
       verliefen schleppend. Die kurdischen Behörden hatten im Gegenzug
       Forderungen gestellt. Am Mittwochmorgen bestätigte das kurdische
       Rohstoffministerium den Beginn der Pipelineexporte nach Ceyhan. Der
       irakische Ölminister Hayan Abdel Ghani erklärte, sein Land stehe auch mit
       dem Iran in Kontakt, um zu versuchen, für einige seiner Öltanker die
       Durchfahrt durch die Straße von Hormus zu ermöglichen. (afp)
       
       ## Beisetzung von Laridschani am Mittwoch
       
       Der von der israelischen Armee getötete iranische Sicherheitschef Ali
       Laridschani soll am Mittwoch beigesetzt werden. Wie die
       Nachrichtenagenturen Fars und Tasnim am Mittwoch meldeten, soll die
       Beisetzung um 11.30 Uhr MEZ in der Hauptstadt Teheran erfolgen. Auch der
       getötete Anführer der für die innere Sicherheit in Iran zuständigen
       Basidsch-Miliz, Gholamresa Soleimani, soll dann den Angaben zufolge
       beigesetzt werden.
       
       Teheran hatte am Dienstagabend den Tod des einflussreichen Laridschani
       bestätigt, der Chef des Obersten Nationalen Sicherheitsrats Irans gewesen
       war. Die Armee kündigte Vergeltung für seine Tötung an. Die iranischen
       Revolutionsgarden bestätigten am Dienstagabend den Tod Soleimanis.
       
       Die Tötung Laridschanis bedeutet nach Ansicht von Experten den schwersten
       Schlag für die Führung in Teheran seit der Tötung des iranischen Obersten
       Führers, Ali Chamenei, gleich am ersten Tag der Angriffe der USA und
       Israels. Die beiden Länder hatten am 28. Februar mit massiven Luftangriffen
       auf Iran begonnen. Iran reagiert seitdem mit Raketen- und Drohnenangriffen
       auf Israel, mehrere Golfstaaten sowie US-Einrichtungen in der Region. (afp)
       
       ## Mehrere Tote in Beirut nach israelischem Angriff
       
       In der libanesischen Hauptstadt Beirut sind erneut mehrere Menschen bei
       israelischen Angriffen getötet worden. Die teilweise ohne Vorwarnung
       erfolgten Angriffe auf zwei Stadtteile im Zentrum Beiruts töteten
       mindestens 6 Menschen und verletzten 24 weitere, wie das libanesische
       Gesundheitsministerium am Mittwochmorgen mitteilte. Ein iranischer
       Raketenangriff nahe Tel Aviv tötete derweil nach Angaben israelischer
       Rettungskräfte zwei Menschen. Teheran kündigte Vergeltung für den bei einem
       israelischen Angriff getöteten mächtigen iranischen Sicherheitschef Ali
       Laridschani an.
       
       Der libanesischen staatlichen Nachrichtenagentur NNA zufolge traf ein
       israelischer Angriff eine Wohnung in Sukak al-Blat, wo die israelische
       Armee vergangene Woche eine Filiale des Hisbollah-nahen Finanzunternehmens
       Al-Kard Al-Hassan attackiert hatte. Zwei weitere israelische Angriffe
       trafen demnach zwei Wohnungen in dem Viertel Basta, das die israelische
       Armee während des Krieges mit der proiranischen Hisbollah-Miliz im Jahr
       2024 angegriffen hatte.
       
       In Israel stieg die Zahl der Todesopfer durch Raketenangriffe seit Beginn
       des Irankrieges nach dem jüngsten Angriff nahe Tel Aviv auf 14 an.
       Polizeisprecher Dean Elsdunne erklärte, bei einem iranischen Raketenangriff
       auf ein Wohngebäude in Ramat Gan außerhalb von Tel Aviv sei Streumunition
       zum Einsatz gekommen. Diese habe das Dach des Gebäudes zum Einsturz
       gebracht. Ein älteres Ehepaar, das nicht in den Schutzraum gegangen war,
       sei dabei getötet worden.
       
       Streumunition gilt als besonders verheerend: Eine Streubombe kann hunderte
       kleinerer Bomben freisetzen, die oft größere Gegenden zerstören können.
       Israel und Iran werfen sich gegenseitig den Einsatz von Streubomben vor.
       
       In mehreren Teilen im Zentrum von Israel kam es zu Angriffen. In Bnei Brak,
       einer weiteren Stadt nahe Tel Aviv, wurde ein Mann Rettungsdiensten zufolge
       durch Splitter leicht verletzt. Teams zur Bombenentschärfung befanden sich
       der Polizei zufolge an mehreren Einschlagsorten im Gebiet Tel Aviv im
       Einsatz. (afp)
       
       ## Vergeltung angekündigt
       
       Die iranische Armee kündigte unterdessen Vergeltung für die Tötung von
       Laridschani an. „Irans Antwort auf die Ermordung des Vorsitzenden des
       Obersten Nationalen Sicherheitsrats wird entschlossen und bedauerlich
       sein“, erklärte Armeechef Amir Hatami. Die iranischen Revolutionsgarden
       erklärten, als „Rache für das Blut des Märtyrers Dr. Ali Laridschani und
       seiner Gefährten“ Raketen auf das Zentrum Israels gefeuert zu haben.
       
       Irans Außenminister Abbas Araghtschi erklärte, die Folgen des Irankrieges
       würden weltweit zu spüren sein. „Die Welle globaler Auswirkungen hat gerade
       erst begonnen und wird alle treffen, unabhängig von Wohlstand, Glauben oder
       Herkunft“, erklärte er im Onlinedienst X. Immer mehr Stimmen, darunter
       europäische und US-Vertreter, würden den Krieg gegen Iran als „ungerecht“
       bezeichnen, erklärte Araghtschi. „Weitere Mitglieder der internationalen
       Gemeinschaft sollten diesem Beispiel folgen“, forderte er. (afp)
       
       ## Trump wütet gegen Nato-Verbündete
       
       „Schockierend“ und „dumm“: Mit drastischen Worten hat US-Präsident Donald
       Trump gegen die Nato-Partner ausgeteilt. Er war sichtbar wütend, weil ihn
       zuvor die Europäer bei der Absicherung der Straße von Hormus gegen
       iranische Angriffe abblitzen ließen. „Ich denke, die Nato macht einen sehr
       dummen Fehler“, sagte Trump.
       
       „Nein“, „non“ und „no“ – aus den europäischen Hauptstädten war Trump
       unisono Widerstand entgegengeschallt. So einig hatten sich die Europäer in
       den 14 ersten Monaten seiner zweiten Amtszeit bisher nicht gezeigt. Dabei
       hatte der US-Präsident die Verbündeten mit Zöllen malträtiert und ihnen mit
       einem angedrohten Angriff auf Grönland zugesetzt.
       
       Am Sonntag dann verlangte der 79-Jährige plötzlich, die Verbündeten müssten
       ihm helfen, Öltanker in der Straße von Hormus zu schützen. Womöglich wollte
       Trump davon ablenken, dass sich der von ihm in Aussicht gestellte
       Geleitschutz durch die US-Marine bisher nicht bewerkstelligen lässt. (rtr)
       
       ## Weitere Angriffe in den Golfstaaten
       
       Auch in den Golfstaaten kam es erneut zu Angriffen. Die Flugabwehr
       „reagiert auf die Bedrohungen durch Raketen und Drohnen aus Iran“, teilten
       die Behörden der Vereinigten Arabischen Emirate mit, während Journalisten
       von mehreren lauten Explosionen in der emiratischen Metropole Dubai
       berichteten. Der australische Premierminister Anthony Albanese meldete
       zudem, dass ein iranisches Geschoss nahe dem australischen
       Armeehauptquartier in den Vereinigten Arabischen Emiraten eingeschlagen
       sei. Bei dem Vorfall sei kein australisches Personal verletzt worden.
       
       Das saudi-arabische Verteidigungsministerium erklärte, die Armee habe
       insgesamt acht Drohnen zerstört. Zudem sei ein Marschflugkörper nahe dem
       Luftwaffenstützpunkt Prince Sultan abgefangen worden, auf dem
       US-Armeeangehörige stationiert sind.
       
       Die kuwaitische Armee teilte derweil im Onlinedienst X mit, ihre Luftabwehr
       fange „derzeit feindliche Raketen- und Drohnenangriffe ab“. Das katarische
       Verteidigungsministerium erklärte, seine Streitkräfte hätten einen
       Raketenangriff auf das Land abgefangen. Ein AFP-Journalist in Doha hatte
       zuvor mehrere Knallgeräusche gehört. (afp)
       
       ## Iranisches AKW Buschehr getroffen
       
       Das iranische Atomkraftwerk Buschehr ist nach Angaben der Internationalen
       Atomenergiebehörde IAEA von einem Geschoss getroffen worden. Sie sei „von
       Iran darüber informiert worden, dass am Dienstagabend ein Geschoss das
       Gelände des Kernkraftwerks Buschehr getroffen hat“, erklärte die
       UN-Organisation mit Sitz im österreichischen Wien am Mittwoch in
       Onlinediensten. „Es wurden weder Schäden an der Anlage noch Verletzungen
       von Mitarbeitern gemeldet“, hieß es weiter.
       
       IAEA-Chef Rafael Grossi „bekräftigt seinen Aufruf zur Zurückhaltung während
       des Konflikts, um jedes Risiko eines Atomunfalls zu vermeiden“, hieß es in
       der Erklärung der Behörde. Das AKW Buschehr im Südwesten Irans verfügt über
       den einzigen in Betrieb befindlichen Atomreaktor des Landes, der nach
       Angaben der IAEA im Jahr 2011 erstmals ans Stromnetz angeschlossen worden
       war.
       
       Nach Einschätzung der IAEA ist Iran das einzige Land ohne eigene
       Atomwaffen, das Uran auf 60 Prozent anreichert. Westliche Staaten werfen
       Iran seit Jahren vor, nach Atomwaffen zu streben, was Teheran bestreitet.
       US-Präsident Donald Trump bezeichnete das iranische Atomprogramm als einen
       der Gründe für den Irankrieg. (afp)
       
       18 Mar 2026
       
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