# taz.de -- Übernahmegelüste durch die USA: Trump will Kuba übernehmen
> Der US-Präsident fordert den Inselstaat während eines erneuten
> landesweiten Stromausfalls heraus. Er könne mit Kuba machen, was er
> wolle, sagt Trump.
(IMG) Bild: Sonnenuntergang und Stromausfall am Malecón in Kubas Hauptstadt Havanna
dpa/rtr | US-Präsident Donald Trump hat eine mögliche „Übernahme“ Kubas
angedeutet und damit die Spannungen mit dem sozialistischen Nachbarstaat in
der Karibik verschärft. Er glaube, dass er „die Ehre haben werde“, Kuba „in
irgendeiner Form zu übernehmen“ oder zu „befreien“, sagte der Republikaner
vor Journalisten im Weißen Haus. „Ich kann alles damit machen, was ich
will.“ Konkreter wurde er nicht.
Nach Trumps Aussagen berichtete die New York Times, die Absetzung des
kubanischen Präsidenten Miguel Diaz-Canel sei ein zentrales US-Ziel bei den
derzeitigen Gesprächen. Vier mit den Verhandlungen vertraute Personen
hätten der Zeitung zufolge bestätigt, dass die Amerikaner kubanischen
Unterhändlern signalisiert hätten, Diaz-Canel müsse gehen.
Trumps provokative Machtdemonstration am Montag fiel mit einem landesweiten
Stromausfall in Kuba zusammen. Misswirtschaft, Korruption und das
jahrzehntelange Handelsembargo der USA haben das autoritär regierte Land an
den Rand des wirtschaftlichen Zusammenbruchs gebracht. Zuletzt waren die
jahrzehntelangen Spannungen zwischen dem Karibikstaat und den USA, die etwa
30 Mal so viele Einwohner und um ein Vielfaches mehr Wirtschaftskraft
haben, noch größer geworden.
Trumps abschätzige Äußerungen über Kuba dürften bei der Führung in Havanna
für Unmut sorgen: „Es ist ein gescheiterter Staat. Sie haben kein Geld, sie
haben kein Öl, sie haben gar nichts“, sagte der US-Präsident – um dann
hinterherzuschieben: „Sie haben schönes Land.“ Überhaupt sei Kuba „eine
wunderschöne Insel“.
Die etwa 150 Kilometer vom südöstlichen US-Bundesstaat Florida entfernte
Karibikinsel [1][wird von den USA schwer unter Druck gesetzt] –
insbesondere seit dem Beginn von Trumps zweiter Amtszeit vor gut einem
Jahr. Mit Zolldrohungen gegen potenzielle Energielieferanten und einer
vollständigen Blockade sanktionierter Öltanker aus dem südamerikanischen
Bruderstaat Venezuela ließ er Kuba vom Zugang zu Öl weitgehend abschneiden.
Für die Stromversorgung ist das Land aber auf den Rohstoff angewiesen.
## Zweifel, ob Trump in Kuba wirklich leichtes Spiel hätte
Trotz der schwierigen Lage auf der Insel ist unklar, warum der US-Präsident
meint, in Kuba leichtes Spiel zu haben. Das Land wird seit dem Sieg der
Revolution 1959 autoritär regiert, die Kommunistische Partei kontrolliert
Staat, Wirtschaft und Gesellschaft. Andere Parteien sind nicht zugelassen.
Die meisten Bewohner kennen kein anderes Regierungssystem – die
Unterstützung für einen von den USA initiierten Umsturz dürfte bei aller
Kritik an der aktuellen Regierung eher gering ausfallen.
Die Beziehungen zwischen Havanna und Washington sind seit der
sozialistischen Revolution unter der Linken-Ikone Fidel Castro vor fast 70
Jahren angespannt. Unter Trump übt die US-Regierung allerdings immer mehr
Druck auf die Insel aus, vor allem seit der Festnahme des autoritären
venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro im Januar, einem Verbündeten der
Führung in Havanna. Mit dem Umsturz in Venezuela brach einer der
wichtigsten Unterstützer und potentesten Öl-Lieferanten Kubas weg.
Zugleich führen Kuba und die USA miteinander formelle Gespräche, wie beide
Seiten bestätigten. „Kubanische Vertreter haben kürzlich Gespräche mit
Vertretern der US-Regierung geführt, um auf dem Wege des Dialogs nach einer
möglichen Lösung für die zwischen beiden Ländern bestehenden bilateralen
Differenzen zu suchen“, sagte der Präsident des sozialistischen Landes,
Miguel Díaz-Canel. Kürzlich hatte Trump gesagt: „Kuba befindet sich in den
letzten Augenblicken seines bisherigen Bestehens. Es wird ein neues Leben
beginnen.“
## Marodes Stromnetz auf Kuba
[2][Der wirtschaftliche Verfall in Kuba ist indes offenkundig.] Am Montag
fiel einmal mehr landesweit der Strom aus. Es werde nach der Ursache
gesucht und an der Wiederherstellung der Stromversorgung gearbeitet, teilte
das Energieministerium mit. Es war der erste inselweite Stromausfall seit
Anfang des Jahres. Von einem Blackout vor knapp zwei Wochen waren etwa zwei
Drittel des Karibikstaats betroffen.
In dem Land mit knapp zehn Millionen Einwohnern bricht das
Elektrizitätsnetz immer wieder komplett zusammen. Große Teile der
veralteten Infrastruktur sind in schlechtem Zustand. Kraftwerke gehen
deshalb oft vom Netz und müssen notdürftig repariert werden. Stromausfälle
gehören zum Alltag. Die Regierung führt die Krise auf das seit mehr als 60
Jahren bestehende Handelsembargo der USA zurück.
17 Mar 2026
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