# taz.de -- Wirtschaftskrise in Kuba: Kuba erlaubt Joint Ventures zwischen Unternehmen
> Ein Gesetz zu mehr Freiheiten von Unternehmen soll dem Inselstaat aus der
> Wirtschaftskrise helfen. In einigen Bereichen behält der Staat das
> Monopol.
(IMG) Bild: Bucht von Havanna: Kuba leidet unter der aktuellen Ölblockade
afp | Erstmals seit fast 60 Jahren erlaubt die kubanische Regierung Joint
Ventures zwischen privaten und staatlichen Unternehmen. Die kubanische
Regierung veröffentlichte am Dienstag (Ortszeit) im Amtsblatt des Landes
ein neues Gesetz, das Anfang April in Kraft treten wird und „die
Vereinigungen staatlicher und nichtstaatlicher Unternehmen“ zur „Gründung
gemischtwirtschaftlicher Gesellschaften mit beschränkter Haftung“ regelt.
Havanna behält jedoch in den Bereichen Gesundheit, Bildung und Verteidigung
sein Staatsmonopol bei.
Die Joint Ventures sollen unternehmerische Autonomie besitzen und die Zahl
ihrer Beschäftigten sowie deren Gehälter selbst festlegen können. Sie
sollen zudem in der Lage sein, gewerbliche Niederlassungen in Kuba und im
Ausland zu eröffnen. Zudem sollen sie nicht den Planungsregeln unterliegen,
die einen Großteil der kubanischen Wirtschaft bestimmen.
Auf Kuba gibt es seit 2021 die Möglichkeit, ein kleines privates
Unternehmen mit bis zu 100 Mitarbeitern zu gründen. Im vergangenen Jahr gab
es davon rund 9.700 – sie erwirtschafteten 15 Prozent des
Bruttoinlandsprodukts.
[1][Das kommunistisch regierte Kuba steckt in seiner schlimmsten
Wirtschaftskrise] seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion. Der nur etwa 145
Kilometer von der Südspitze des US-Bundesstaats Florida entfernte
Karibikstaat unterliegt seit 1962 einem US-Wirtschaftsembargo.
## Energiekrise durch Ölblockade
US-Präsident Donald Trump hatte außerdem nach der [2][Gefangennahme des
venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro Anfang Januar] bei einem
US-Militäreinsatz die Öllieferungen Venezuelas an Kuba unterbinden lassen.
Staaten, die Erdöl an den Karibikstaat liefern, drohte er mit zusätzlichen
US-Zöllen.
Die [3][Ölblockade] hat die Wirtschaftskrise in dem kommunistisch regierten
Karibikstaat verschärft. Das US-Finanzministerium kündigte jedoch an, dass
die Beschränkungen für venezolanische Ölexporte nach Kuba aus humanitären
Gründen gelockert würden.
Aufgrund der Energiekrise hatte die Regierung in Havanna im Februar die
Betankung von Flugzeugen zunächst für einen Monat ausgesetzt. Am Dienstag
teilten die kubanischen Luftfahrtbehörden den Fluggesellschaften mit, die
Aussetzung der Betankung werde bis zum 10. April verlängert.
4 Mar 2026
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