# taz.de -- Von US-Ölblockade betroffen: Kuba soll laut Trump „ziemlich bald fallen“
> Der Inselstaat gerät infolge der durch die US-Regierung verhängten
> Ölblockade immer stärker unter Druck. Inzwischen hat auch Jamaika sein
> langjähriges Ärzte-Programm mit Kuba beendet.
(IMG) Bild: Donald Trumps Außenminister Rubio verfolgt gegenüber Kuba eine repressive Agenda
Washington D.C./Kingston afp/dpa | Nach den US-israelischen Angriffen auf
den Iran steht als Nächstes möglicherweise [1][Kuba auf der Agenda von
US-Präsident Donald Trump]. Die durch eine von den USA verhängte Ölblockade
gelähmte Insel werde „ziemlich bald fallen“, erklärte Trump am Freitag
(Ortszeit) in einem Telefoninterview mit dem Sender CNN. Kuba wolle „so
dringend ein Abkommen schließen“, sagte der US-Präsident.
„Wir konzentrieren uns derzeit wirklich auf dieses Thema. Wir haben viel
Zeit, aber Kuba ist bereit – nach 50 Jahren“, betonte er.
Trump erklärte, dass Außenminister Marco Rubio – Sohn kubanischer
Einwanderer – sein Ansprechpartner für Kuba sein werde. „Er leistet gute
Arbeit, und Ihr nächster Auftrag wird sein, dass wir dieses besondere Kuba
angehen wollen“, sagte Trump.
Sowohl Trump als auch Rubio haben kein Geheimnis daraus gemacht, das sie
einen Wechsel der Führung in Havanna wollen. Im Januar war bereits der
venezolanische Präsident Nicolás Maduro bei einem US-Einsatz entmachtet und
gefangen genommen worden.
Trump hat wiederholt erklärt, das kubanische Regime stehe kurz vor dem
Zusammenbruch. In einem offensichtlichen Versuch, die Entwicklung zu
beschleunigen, ließ er Venezuelas Öllieferungen an Kuba unterbinden.
Der Karibikstaat hat seit dem 9. Januar [2][keine Öllieferungen mehr
erhalten], was die seit Langem andauernde Wirtschaftskrise weiter
verschärft.
Vor kurzem hatte Washington die Ölblockade aus humanitären Gründen etwas
gelockert, um privaten Unternehmen in Kuba die Einfuhr kleiner Mengen Öl zu
ermöglichen.
## Nach US-Druck beendet Jamaika Ärzte-Programm mit Kuba
Nach Druck aus Washington hat Jamaika sein medizinisches
Kooperationsprogramm mit Kuba nach fast 50 Jahren beendet. Jamaikas
Gesundheitsminister Christopher Tufton erklärte, dass Gespräche mit Havanna
über Änderungen im Programm nicht vorangekommen seien. Für Kubas
kommunistische Regierung sind die medizinischen Einsätze im Ausland, die
Washington als Zwangsarbeit wertet, eine lukrative Einnahmequelle.
Zuvor hatte schon Honduras auf die Dienste von rund 170 entsandten
kubanischen Ärzten verzichtet. Auf Jamaika befinden sich derzeit mehr als
280 kubanische Ärzte, wie Tufton vor dem Finanzausschuss des Parlaments
angab. Die jamaikanische Regierung sei bereit, nun direkt mit ihnen
Einzelverträge zu schließen. Laut dem jamaikanischen Außenministerium
hatten sich die beidenLänder nach dem Ablauf des vorherigen Abkommens 2023
nicht auf neue Bedingungen einigen können, wie die Zeitung The Gleaner aus
einer Mitteilung zitierte.
Derzeit werden solche Kooperationsverträge mit der kubanischen Regierung
geschlossen, die den Großteil der Zahlungen einbehält – die Ärzte erhalten
nur einen kleinen Teil davon als Gehalt. Washington nennt dies eine Form
des Menschenhandels. Im Februar kündigte das US-Außenministerium
Visabeschränkungen für kubanische und ausländische Beamte an, die
„kubanische Arbeitskräfte ausbeuten“.
Havanna bedauerte die Entscheidung Jamaikas, die langjährige Zusammenarbeit
zu beenden. „Mit dieser Maßnahme gibt die jamaikanische Regierung dem Druck
der US-Regierung nach, die sich nicht um die Gesundheitsbedürfnisse ihrer
karibischen Brüder kümmert“, hieß es in einer Mitteilung des kubanischen
Außenministeriums. Die entsandten Mediziner würden nach Kuba zurückkehren.
## Kuba soll Milliarden US-Dollar für die Dienste der Ärzte kassieren
Laut dem US-Außenministerium nimmt Kuba jährlich rund 6 bis 8 Milliarden
US-Dollar (rund 5 bis 6,8 Milliarden Euro) mit dem Export von
Dienstleistungen ein, hauptsächlich durch die Vermietung medizinischen
Personals. Kubanische Ärzte und Pfleger sind in rund 60 Ländern im Einsatz,
oft in abgelegenen Regionen. Viele Länder Lateinamerikas und auch Afrikas
sind darauf angewiesen.
Die Beziehungen zwischen Havanna und Washington sind seit Jahrzehnten
angespannt. Nun übt Washington erhöhten Druck auf die sozialistische
Karibikinsel aus. Die US-Regierung will den Zufluss von Devisen und Öl, von
dem die kommunistische Regierung profitieren soll, grundsätzlich stoppen.
US-Präsident Donald Trump prophezeite Kuba einen baldigen Zusammenbruch:
„Kuba wird sehr bald fallen“, sagte er. Aktuell steckt die Insel in einer
ihrer schwersten Wirtschaftskrisen seit der Revolution von Fidel Castro
1959.
7 Mar 2026
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