# taz.de -- Trump droht Kuba: Elementarer Strickfehler
       
       > Die kubanische Zivilgesellschaft sollte die eigene Zukunft mitgestalten
       > können. Viele hoffen auf eine politische und wirtschaftliche Öffnung
       > Kubas.
       
 (IMG) Bild: Die Zivilgesellschaft soll es nach Trumps Meinung richten
       
       „Invasion nein, freundliche Übernahme ja“ lautet die Devise, nach der
       Donald Trump allem Anschein nach im Falle Kubas agiert. Wie tief der
       US-Präsident in die laufenden Verhandlungen involviert ist, ist unklar.
       Ziemlich klar ist hingegen, dass es keine politische Zukunft für den
       amtierenden Präsidenten [1][Miguel Díaz-Canel] gibt. Er muss gehen und die
       Insel muss sich politisch und ökonomisch öffnen, so die Kernforderungen der
       USA.
       
       Viele Kubaner:innen auf und außerhalb der Insel würden das
       unterschreiben. Der Anteil der Hardliner, die wirklich mit der Waffe in der
       Hand ein sozialistisches System verteidigen würden, das nie funktionierte
       und dessen Errungenschaften in den letzten 30 Jahren der nahezu permanenten
       Krise komplett erodiert sind, dürfte verschwindend gering sein. Von zehn
       Prozent gehen sozialdemokratische Oppositionelle wie Manuel Cuesta Morúa
       aus.
       
       Die meisten wünschen sich eine friedliche demokratische Transition. Das
       scheint Konsens unter [2][Dissidenten] auf und außerhalb der Insel zu sein.
       Endlich mitgestalten, endlich ernst genommen werden, so lautet die Vision
       der kubanischen Zivilgesellschaft, die bei den Verhandlungen zwischen der
       immer autoritärer auftretenden US-Regierung und der autoritär agierenden
       kubanischen Regierung außen vor bleiben.
       
       Zivilgesellschaft wird von beiden Seiten nicht mitgedacht und ist
       vielleicht auch nicht erwünscht. Doch das ist ein elementarer Strickfehler,
       denn die kubanische Revolution hat zwar ökonomisch wenig Positives für die
       Menschen gebracht, was allerdings in mehr als sechzig Jahren Revolución
       gewachsen ist, ist die Identität als Kubanerin oder Kubaner.
       
       Das gilt sowohl für die Menschen auf der Insel, aber eben auch außerhalb.
       Folgerichtig sollten es die Kubaner:innen sein, die über die Zukunft
       ihrer Insel entscheiden. Und auch, ob sie sich in der Logik der Monroe-
       oder auch „Donroe“-Doktrin den USA anschließen oder einen politischen
       Neuanfang starten – mit dem Exil und mit der Unterstützung der USA.
       
       18 Mar 2026
       
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