# taz.de -- Ehrenamtliches Engagement: Vormünder für Jugendliche gesucht
       
       > Der Verein Akinda bringt Ehrenamtliche und unbegleitete minderjährige
       > Geflüchtete zusammen. Ein Infoabend soll neue Interessent*innen
       > anziehen.
       
 (IMG) Bild: Zur Zeit kommen jeden Tag ein bis zwei junge unbegleitete Geflüchtete in Berlin an, sagt der Verein Akinda
       
       Seine Vormündin, die habe ihm sehr geholfen, sagt Farman S. Er war 17 Jahre
       alt, als er aus Afghanistan nach Berlin kam, allein, ohne Eltern oder
       andere Familienangehörige. „Sie ist sehr nett und hat mich unterstützt: bei
       der Ausländerbehörde, um eine Schule zu finden, und auch für einen
       Sportverein“, sagt S. Bei „Ringen und Kickboxen“ sei er gelandet, beides
       mache ihm Spaß.
       
       Farman S. ist inzwischen 20 Jahre alt. Zu seiner ehemaligen Vormündin und
       ihrer Familie hat er aber weiter Kontakt. „Ich gehe oft am Wochenende hin,
       wir kochen und essen zusammen, und wir feiern auch“, erzählt er. So habe er
       Weihnachten bei der Familie verbracht. „Um die deutsche Kultur
       kennenzulernen, dafür ist der Kontakt wichtig“, sagt er. Und über ihn habe
       die Familie andererseits auch etwas von seiner Kultur kennengelernt. „Wir
       haben schon zusammen das Zuckerfest gefeiert und Iftar gemacht“, erzählt
       er. „Ich fühle mich bei ihnen wie in meiner eigenen Familie.“
       
       Rund 1.500 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge seien derzeit in Berlin,
       sagt Ronald Reimann, Leiter von Akinda, einem Projekt, das ehrenamtliche
       Vormünder für geflüchtete Jugendliche schult und berät. Ein bis zwei
       Jugendliche kämen derzeit noch pro Tag in Berlin an, [1][weniger als in den
       vergangenen Jahren]. Nicht alle bräuchten einen ehrenamtlichen Vormund,
       einigen reiche der gesetzlich vorgeschriebene Amts- oder Vereinsvormund,
       der viele Jugendliche gleichzeitig betreut und im Prinzip vor allem die
       nötigen Vollmachten unterschreibe. „Aber viele wünschen sich einen engeren,
       persönlicheren Kontakt, jemand, den sie auch am Wochenende erreichen“, sagt
       er.
       
       ## Vorteile für beide Seiten
       
       Und so [2][eine individuelle Begleitung habe Vorteile, für beide Seiten],
       sagt er. „Es ist ein anspruchsvolles Ehrenamt, wir sehen, dass die, die
       sich dafür interessieren, sehr viele Ressourcen mitbringen“, sagt Reimann.
       Der Träger würde mit Interessenten auch deren Motive und Erwartungen
       besprechen, um eine gute Begleitung sicherzustellen. „Viele lehnen die
       restriktive Politik ab und sehen die Vormundschaft als eine Möglichkeit,
       selbst anders zu handeln“, sagt Reimann.
       
       Aktuell [3][sucht Akinda Vormünder für 15 Jugendliche]. Über ihre Kontakte
       zu Jugendhilfeträgern könnten sie auch leicht noch mehr vermitteln. Die
       meisten Jugendlichen seien männlich, und oft um die 16 Jahre alt, wenn sie
       ankämen. „Es ist also ein längerer Zeitraum, aber überschaubar“, sagt
       Reimann. [4][Oft seien die Jugendlichen hoch motiviert, hier ihren Weg mit
       Schule] und Ausbildung zu machen, das „befeuert sich oft gut gegenseitig“,
       sagt er.
       
       Farman S. jedenfalls konnte so gut ankommen. Er hatte Freunde, die durchaus
       neidisch waren und sich auch einen Vormund gewünscht hätten, sagt er. Und
       dass er ohne diese direkte Unterstützung wohl einiges nicht allein
       geschafft hätte.
       
       13 Mar 2026
       
       ## LINKS
       
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 (DIR) [2] /Ankommen-in-Deutschland-als-Gefluechtete/!6103413
 (DIR) [3] https://www.akinda-berlin.org/aktuelles/jetzt-vormundin-werden-pankow-sucht-ehrenamtliche-vormundinnen-fr-unbegleitete-minderjhrige-geflchtete
 (DIR) [4] /Unbegleitete-minderjaehrige-Fluechtlinge/!5959616
       
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 (DIR) Uta Schleiermacher
       
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