# taz.de -- Geschäftszahlen von BMW: Die Bayern kommen besser durch die Krise
       
       > Auch der Münchener Autokonzern machte 2025 etwas weniger Gewinn. Trotzdem
       > steht BMW vergleichsweise gut da. Woran das liegt und wie es weitergeht.
       
 (IMG) Bild: Bei BMW sitzt und passt alles noch recht gerade – trotz internationaler Schwierigkeiten
       
       Der bayerische Autobauer BMW macht weiter Milliardengewinne – allerdings
       etwas weniger als noch vor einem Jahr. 2025 erwirtschaftete der Konzern mit
       den Marken BMW, Mini, Rolls Royce und BMW Motorrad rund 7,5 Milliarden Euro
       Profit, das sind etwa 3 Prozent weniger als 2024. Der Umsatz ging um 6,3
       Prozent – und damit etwas klarer – auf 133 Milliarden Euro zurück. [1][Die
       Geschäftszahlen für das vergangene Jahr] hat der Konzernvorstand am
       Donnerstag in München vorgestellt.
       
       Michael Hecker, Bevollmächtigter der Gewerkschaft IG Metall in Leipzig
       zeigt sich zufrieden. Mit Blick auf das dortige BMW-Werk „bewerten wir das
       Ergebnis in einer dynamischen Marktsituation positiv“, sagt er der taz.
       Noch werden in Leipzig sowohl Verbrenner als auch elektrifizierte Autos
       gebaut; für den Fall, dass es in den nächsten Jahren mehr Stromer werden,
       sagt Hecker: „Der Wandel kann nur mit den Beschäftigten gestaltet werden.“⁦ 
       
       Insgesamt stockt es bei vielen Unternehmen in der deutschen Autoindustrie.
       Die großen Hersteller haben die Transformation in Richtung Elektromobilität
       zu spät angeschoben, Konkurrenz aus asiatischen Staaten lange unterschätzt.
       Politische Krisen erschwerten Verkäufe auf dem internationalen Markt.
       Chinesische Unternehmen wie BYD und SAIC laufen, teils mit kräftiger
       Unterstützung des dortigen Regimes, deutschen Marken immer häufiger den
       Rang ab. Autobauer und Zulieferer reagieren mit scharfen Sparprogrammen;
       Volkswagen etwa will in den nächsten vier Jahren 50.000 Stellen streichen,
       der weltgrößte Automobilzulieferer [2][Bosch schließt 2028 ein Werk im
       baden-württembergischen Waiblingen], bei ZF fallen bis 2030 14.000 Jobs
       weg.
       
       So standen auch bei anderen großen deutschen Herstellern 2025 noch Gewinne
       in Milliardenhöhe zu Buche, die Rückgänge fielen dort aber deutlich größer
       aus: Mercedes-Benz machte rund 5,3 Milliarden Euro Gewinn, 2024 waren es
       noch 10,4 Milliarden Euro gewesen. Volkswagen gab Anfang der Woche bekannt,
       dass der Profit des Gesamtkonzerns 2025 mit 6,9 Milliarden Euro auch nur
       noch gut halb so hoch war wie im Jahr davor.
       
       Im Vergleich dazu hält sich BMW recht wacker. Nach Unternehmensangaben
       sollen international die gestiegenen Zölle eine „hohe Belastung“ gewesen
       sein. Einen Teil der US-Importzölle, die Präsident Donald Trump in die Höhe
       geschraubt hatte, hatte BMW aber umgehen können. Mehrere hunderttausend
       Fahrzeuge wurden in einem BMW-Werk in South Carolina gefertigt und in den
       USA selbst verkauft – mussten also dort nicht importiert werden.
       
       ## Einer von vier BMWs elektrisch oder Plug-in-Hybrid
       
       Auch in Europa verkaufte BMW 2025 mehr Autos als noch 2024, der Absatz
       stieg um 7,3 Prozent. Das habe die schwächelnden Verkäufe auf dem
       chinesischen Markt wettgemacht, erklärten die Münchener, dort ging der
       Absatz um deutliche 12,5 Prozent zurück.
       
       Dass BMW größere Gewinneinbrüche trotzdem verhindern konnte, ist laut
       Konzernchef Oliver Zipse der Produktionsstrategie zu verdanken: In
       BMW-Werken rollen E-Autos, Hybride und Verbrenner vom gleichen Band. „Davon
       profitieren wir heute“, sagte Zipse. „Wir müssen in einem herausfordernden
       Umfeld nicht umsteuern.“ 2025 war eines von vier weltweit verkauften Autos
       zumindest teilweise elektrifiziert, also vollelektrisch oder mit
       Plug-in-Hybridantrieb ausgestattet. Plug-in-Hybride allerdings stehen bei
       Klimaexpert:innen in der Kritik, weil sie im Alltag viel mehr
       klimaschädliche Abgase ausstoßen als auf dem Papier.
       
       Beatrix Keim, Direktorin des CAR Center Automotive Research in Duisburg,
       lobt die BMW-Strategie dennoch als „umsichtig“. Sie sei zwar keine
       Verfechterin von Plug-in-Hybriden, „doch insgesamt hat BMW wohl
       vorausgesehen, dass vollelektrische Fahrzeuge langsamer kommen als
       gedacht“.
       
       Keim hat selbst drei Jahre lang bei BMW gearbeitet, ist Spezialistin für
       den chinesischen Automarkt – und überzeugt, dass sich BMW dort trotz der
       Absatzrückgänge besser schlägt als andere deutsche Hersteller. Immerhin
       eines von fünf in China verkauften BMW-Fahrzeugen sei 2025 vollelektrisch
       gewesen. In den nächsten Jahren könne BMW noch mehr Produkte für den
       chinesischen Markt auch in China bauen, schlägt Keim vor, und
       gegebenenfalls die Produktion in den USA ausweiten.
       
       „BMW scheint schon stabiler durch die Krise zu kommen als andere deutsche
       Hersteller“, sagt auch [3][Claudia Kemfert, Leiterin der Abteilung Energie,
       Verkehr und Umwelt am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung].
       Allerdings sei der Vorteil angesichts des starken internationalen
       Wettkampfs klein. Die verschiedenen Pfade, die BMW mit seiner Kombination
       mehrerer Antriebe gerade gehe, zahlten sich langfristig nicht aus. „Der Weg
       muss vollständig hin zur Elektromobilität“, sagt Kemfert. Welcher Konzern
       das am besten meistert, bleibe abzuwarten.
       
       12 Mar 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] https://www.press.bmwgroup.com/deutschland/article/detail/T0456173DE/stabiles-konzernergebnis-dank-konsistenter-strategie-bmw-group-auf-kurs
 (DIR) [2] /Probleme-der-Automobilindustrie/!6145453
 (DIR) [3] https://www.diw.de/de/diw_01.c.10839.de/personen/kemfert__claudia.html
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Nanja Boenisch
       
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