# taz.de -- Deutsche Übernahme britischer Zeitung: Springer kauft Telegraph
       
       > In letzter Minute soll der deutsche Axel-Springer-Konzern die britische
       > Traditionszeitung „Telegraph“ gekauft haben. Für 575 Millionen Pfund.
       
 (IMG) Bild: Gehört jetzt dem Axel Springer Konzern: der britische Telegraph
       
       rtr/taz - Axel Springer kauft die traditionsreiche britische Zeitung
       [1][Telegraph]. Der Kaufpreis für die Telegraph Media Group belaufe sich
       ‌auf 575 Millionen Pfund, wie Springer am Freitag mitteilte. Man habe mit
       dem Eigentümer RedBird IMI eine Vereinbarung dazu geschlossen.
       Springer-Chef Mathias Döpfner ließ wissen, der Berliner Konzern habe vor
       mehr als 20 Jahren vergeblich versucht, das Unternehmen zu erwerben. „Nun
       wird unser Traum ‌wahr.“
       
       Mit dem Geschäft geht eine der ältesten Zeitungen Großbritanniens, die enge
       Verbindungen zum britischen Establishment ⁠und zur Konservativen Partei
       unterhält, in deutschen Besitz über. „Axel Springer wird die
       Telegraph-Gruppe weiter ausbauen und international stärken – ‌mit dem
       ‌Ziel, das führende bürgerlich-konservative ⁠Medium der englischsprachigen
       Welt zu werden“, erklärte der Berliner Herausgeber von Bild und Welt.
       
       Nach einem [2][Bericht der Financial Times] vom Freitagmorgen ist damit die
       britische Zeitungsgruppe Daily Mail and General Trust ([3][DMGT]), ein
       direkter Konkurrent, aus dem Geschäft gedrängt worden. Diese hatte zuvor
       kurz vor einer Einigung zur Übernahme des Telegraph gestanden.
       
       ## Springer kommt in letzter Minute
       
       In den vergangenen Wochen habe dem Bericht zufolge die RedBird IMI, die
       US-emiratische Gruppe, die den Telegraph derzeit kontrolliert, Gespräche
       mit Axel Springer aufgenommen, nachdem der deutsche Verlag in letzter
       Minute Interesse an der konservativen Zeitungsgruppe bekundet hatte.
       
       Springer hatte bislang ein von dem britisch-amerikanischen Investor Dovid
       Efune geführtes Konsortium unterstützt, das ein Gegenangebot zur Offerte
       der DMGT vorgelegt hat. Beide Bieter hatten für die Telegraph Media Group
       rund 500 Millionen Pfund zahlen wollen. Jetzt habe Springer den Alleingang
       gewagt.
       
       Die DMGT habe sich mit dem US-Investor Redbird IMI im vergangenen November
       bereits auf die Übernahme der Telegraph-Gruppe geeinigt. Die britische
       Wettbewerbsbehörde habe jedoch prüfen wollen, ob ein Zusammenschluss von
       Telegraph und Daily Mail die Medienvielfalt in Großbritannien gefährden
       könnte.
       
       6 Mar 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] https://www.telegraph.co.uk/
 (DIR) [2] https://www.ft.com/content/e5cb6481-3dd7-4907-b3d4-919227423678
 (DIR) [3] https://www.handelsblatt.com/boerse/isin/GB0009458117
       
       ## TAGS
       
 (DIR) Axel Springer
 (DIR) Medien
 (DIR) Großbritannien
 (DIR) Kolumne Flimmern und Rauschen
 (DIR) Presserat
 (DIR) Schwerpunkt AfD
 (DIR) Kolumne Die Woche
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA
       
 (DIR) Axel Springer ändert Verlagsgrundsätze: Wenn Europa über den Kanal geht
       
       Alles halb so wild bzw. eben dem internationalen Medienimperium angepasst –
       so begründet der Springer-Verlag seine Abkehr von bisherigen Essentials.
       
 (DIR) Beschwerden beim Presserat: So viele Rügen wie noch nie
       
       Mehr als 100 Rügen hat der Deutsche Presserat im Jahr 2025 ausgesprochen.
       Besonders viele Beschwerden gab es über einen Nahost-Beitrag bei Springer.
       
 (DIR) Rücktrittsforderung an AfD-Personalchef: Vetternwirtschaft ist der gordische Knoten
       
       Der Skandal um die Beschäftigung von Angehörigen führt zu Verwerfungen in
       der Partei. Der Fraktionsvize Keuter gerät zunehmend unter Druck.
       
 (DIR) Ehrenmedaille für Mathias Döpfner: Israel gehen die Preisträger aus
       
       Außerdem im Wochenrückblick: ein Festival der Schuldzuweisungen, Trump mit
       dem Teufel und die Krise der deutschen Autobranche.