# taz.de -- Gecancelte Buchhandlungen wehren sich: Weimers Buchladen-Boomerang
       
       > Die drei vom Kulturstaatsminister abgeräumten Buchhandlungen haben
       > Anwälte eingeschaltet. Sie klagen gegen ihren Ausschluss vom
       > Buchhandelspreis.
       
 (IMG) Bild: Wollen Klage einreichen: Die drei betroffenen Buchhandlungen in Berlin (siehe Foto), Bremen und Göttingen
       
       taz | Drei linke Buchläden, die von Kulturstaatsminister Wolfram Weimer von
       einer Preisvergabe ausgeschlossen wurde, ziehen nun vor Gericht. Das
       teilten ihre Anwälte am Donnerstag mit.
       
       [1][Wie am Dienstag bekannt geworden war], hatte Wolfram Weimer drei von
       einer Jury bestimmte Buchhandlungen von einer Preisliste streichen lassen.
       Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels, die Kurt-Wolff-Stiftung –
       beides Partner des Preises -, viele Verlage und ehemalige Jurorinnen des
       Buchhandelspreises haben sich inzwischen empört, irritiert oder auch
       wahlweise verwundert gezeigt über den Vorgang, diese Kulturorte nach nicht
       weiter ausgeführten Hinweisen des Verfassungsschutzes ohne konkrete
       Begründung vom Buchhandelspreis auszuschließen.
       
       Auch die Kommentarlage ist für Kulturstaatsminister Weimer verheerend. Und
       nun lassen auch noch die drei Buchhandlungen – [2][Golden Shop (Bremen)],
       Rote Straße (Göttingen) und Zur schwankenden Weltkugel (Berlin) –
       ankündigen, dass sie gegen die Entscheidung gerichtlich vorgehen werden.
       
       „Die drei Buchläden wurden von einer sachverständigen Jury für den Preis
       bestimmt, weil sie ein literarisches Sortiment oder ein kulturelles
       Veranstaltungsprogramm anbieten oder sich im Bereich der Lese- und
       Literaturförderung engagieren. [3][Sie haben den Preis verdient,] und wir
       bereiten daher Klagen gegen den Beauftragten der Bundesregierung für Kultur
       und Medien auf Vergabe des Preises wie von der Jury gewollt vor“, heißt es
       in der Pressemitteilung ihrer Anwälte.
       
       Weiter schreiben sie: „Daneben besteht ein grundrechtlich geschütztes
       Interesse zu erfahren, wer genau wann und warum auf die Preisvergabe diesen
       bislang beispiellosen Einfluss genommen hat. Es werden daher auch Verfahren
       auf vollständige Auskunft über die Abläufe und über die vermeintlich
       vorliegenden Informationen nach der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) und
       dem Bundesverfassungsschutzgesetz (BVerfSchG) geführt. Auch das sogenannte
       Haber-Verfahren wird gerichtlich überprüft werden.“
       
       Die Klagen werden Anfang der kommenden Woche erhoben.
       
       5 Mar 2026
       
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