# taz.de -- Kritik an Vorstoß der EU: Kein „Made in Europe“-Stempel für China
> Die EU will die europäische Industrie bei der Vergabe öffentlicher
> Aufträge bevorzugen. Die chinesische Handelskammer sieht sich übergangen.
(IMG) Bild: Auch bei der Autoproduktion will die EU-Kommission eine „Made in Europe“-Vorgabe
afp | Die chinesische Handelskammer in Brüssel hat Pläne für „Made in
Europe“-Vorgaben für Produkte wie Solarzellen und Elektroautos kritisiert.
Die Pläne der EU-Kommission könnten „Investoren Unsicherheit signalisieren“
und „weitreichende Auswirkungen“ auf die Handelsbeziehungen zwischen der EU
und China haben, warnte die Handelskammer am Donnerstag. Die EU-Kommission
will der eigenen Industrie mit den Vorgaben einen Vorteil im Wettbewerb mit
China verschaffen.
[1][Brüssel hatte am Mittwoch vorgeschlagen, dass bei öffentlichen
Ausschreibungen oder staatlichen Fördergeldern ein Mindestanteil der
Bauteile eines Bieters aus der EU oder ihren Partnerländern stammen muss.]
Das würde etwa für Bauprojekte oder eine Elektroauto-Kaufprämie gelten. Die
chinesische Handelskammer kritisierte nun, dass China – anders als
Großbritannien oder Japan – nicht zu den Handelspartnern zählt, die
[2][einen „Made in Europe“-Stempel] bekommen können.
[3][Chinesischen Unternehmen sind zudem neue Regeln für Investitionen aus
Drittstaaten in der EU ein Dorn im Auge.] Denn die Kommission will
verhindern, dass etwa chinesische Firmen ihre Fabriken als Reaktion auf die
„Made in Europe“-Quoten einfach nach Europa verlegen. Sie schlug deshalb
vor, dass für ausländische Investitionen in die Produktion von Batterien,
Elektroautos, Solarzellen und den Abbau von Rohstoffen in Europa strenge
Bedingungen gelten.
Dies soll für Investitionen im Wert von mehr als 100 Millionen Euro gelten,
wenn das Ursprungsland einen Anteil von mehr als 40 Prozent am Weltmarkt
des betreffenden Produkts hält. In den genannten Sektoren betrifft diese
Regelung klar China. Sie schaffe „Hindernisse für Großinvestitionen“,
erklärte die Handelskammer.
## Handelskammer fordert unternehmerische Freiwilligkeit
Mehr als die Hälfte der Beschäftigten am neuen Standort soll den
Vorschlägen aus Brüssel zufolge aus der Europäischen Union kommen. Weitere
Bedingungen betreffen den Anteil ausländischer Eigentümer, Ausgaben für
Forschung und Entwicklung und den Umgang mit Patenten. Diese Entscheidungen
sollten „auf unternehmerischer Freiwilligkeit beruhen“, nicht auf
gesetzlichen Regeln, forderte die Handelskammer.
EU-Industriekommissar Stéphane Séjourné hatte seine Vorschläge unter
anderem mit dem Vorgehen in China selbst begründet: Peking bevorzugt
traditionell die eignen Unternehmen in öffentlichen Ausschreibungen.
Investitionen europäischer Firmen sind im Regelfall nur durch Joint
Ventures mit chinesischen Unternehmen erlaubt, auch die chinesische Führung
macht strenge Auflagen für Patente.
5 Mar 2026
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