# taz.de -- Winter-Paralympics in Italien: So geht Paralympics
       
       > Das Stichwort bei den am Freitag startenden Paralympics lautet
       > Klassifizierung: Die Einteilung erfolgt je nach Behinderungsgrad.
       
 (IMG) Bild: Bild vom Spiel Italien gegen Südkorea, Rollstuhlcurling in Cortina
       
       Notwendig und manchmal umstritten: Jede*r Topsportler*in mit
       Behinderung bei den Winter-Paralympics in Italien (6. bis 16. März) ist in
       eine bestimmte Klasse eingeteilt. Die Klassifizierung soll eine möglichst
       große Vergleichbarkeit individueller Leistungen ermöglichen und die
       Starterfelder in den 79 Entscheidungen regulieren.
       
       „Bei der Klassifizierung arbeiten zwei Menschen zusammen: meist einer mit
       einem medizinischen Background wie ein Arzt oder Physio und einer mit
       technischen Erfahrungen im jeweiligen Sport“, sagt Winnie Timans. Sie ist
       im Deutschen Behindertensportverband (DBS) neben dem Thema Anti-Doping auch
       für den Bereich Klassifizierung verantwortlich. Timans berichtet, dass bei
       den sehbeeinträchtigten Sportlern zum Beispiel immer ein erfahrener
       Augenarzt mit von der Partie ist. Umfassende medizinische Unterlagen werden
       überprüft und bei Athlet*innen mit einer körperlichen Beeinträchtigung
       kann ebenfalls eine Beobachtung im Wettkampf Teil der Klassifizierung sein.
       
       Nach der Untersuchung des unabhängigen Zweiergremiums erhalten die Sportler
       neben der Klasseneinteilung einen Status, der ihnen die Teilnahme an
       internationalen Wettkämpfen ermöglicht. Entweder „Confirmed“ (Bestätigt) –
       diese Einstufung gilt permanent; oder „Review“ (Überprüfung) verbunden mit
       einer Jahreszahl – dann muss die Klasseneinteilung zu einem bestimmten
       Zeitpunkt wiederholt werden. Zuständig für die Klassifizierungen sind die
       internationalen Sportverbände – also zum Beispiel bei den Ski- und
       Snowboard-Disziplinen der Internationale Skiverband FIS.
       
       Klassifiziert worden sind die Teilnehmer in Italien schon lange vor den
       Winter-Paralympics. „Direkt bei den Paralympics gibt es keine
       Klassifizierungen mehr“, verrät Timans. Das gab es zuletzt bei den
       Corona-Paralympics 2021 in Tokio – und sorgte in der Vergangenheit das eine
       oder andere Mal für Streit. „Man muss auf die Klassifizierung nach
       Regelwerk vertrauen, schließlich wird diese von geschultem Personal
       abgewickelt“, sagt Timans. Sie will zwar nicht ausschließen, dass es in dem
       einen oder anderen Fall mal eine ungerechte Klassifizierung gegeben habe,
       insgesamt sei das System aber stimmig.
       
       ## Russische Sportler
       
       Unklarheit gibt es in der Szene über die Klassifizierung der russischen
       Sportler bei den Paralympics, die erst seit Kurzem wieder für
       internationale Wettkämpfe zugelassen sind und in Italien sogar unter ihrer
       eigenen Flagge starten dürfen. „Nach meinem Kenntnisstand müssten alle
       russischen Sportler*innen mit körperlicher Beeinträchtigung schon vor
       der Sperre nach dem Beginn des Ukrainekriegs klassifiziert worden sein und
       einen gültigen Status besitzen, da sie nicht an Wettkämpfen mit
       Klassifizierung haben teilnehmen können. AthletInnen mit Sehbehinderung
       haben noch die Möglichkeit gehabt, klassifiziert worden zu sein, weil sie
       außerhalb Wettkämpfe klassifiziert werden können“, sagt Timans.
       
       Eine gerechte Klassifizierung ist die Bedingung für faire Wettkämpfe. In
       den Ski-Disziplinen – Alpin, Nordisch, Biathlon – gibt es je nach
       Behinderungsgrad nämlich einen Faktor, nach dem die Zeit beim Wettkampf
       abläuft. „Je schwerer die Behinderung, umso langsamer läuft die Zeit“,
       erklärt Timans. Im Skisport gibt es nur drei Startklassen: sitzend, stehend
       und visuell beeinträchtigt. In diesen drei Bereichen treten Menschen mit
       unterschiedlichem Behinderungsgrad gegeneinander an.
       
       Im erst seit 2014 bei den Paralympics vertretenem [1][Para-Snowboard]
       dürfen ausschließlich Wintersportler mit Beeinträchtigungen der unteren und
       der oberen Extremitäten gegeneinander antreten. Sie werden in drei
       verschiedene Startklassen klassifiziert. Im Para-Eishockey und [2][im
       Rollstuhl-Curling] starten alle Sportler in einer Klasse. Minimalkriterium
       für die Startberechtigung ist eine Behinderung der Beine, visuell
       beeinträchtigte Personen sind genau wie im Snowboard nicht zugelassen.
       
       Im Rollstuhl-Curling muss der Sport – wie der Name schon sagt – zwingend
       aus dem Rollstuhl ausgeübt werden. Im rasanten [3][Sledge Eishockey] sitzen
       die Sportler in einem Spezialschlitten.
       
       5 Mar 2026
       
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 (DIR) [2] https://www.teamdeutschland-paralympics.de/sportarten/details/rollstuhlcurling
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