# taz.de -- Endlagerung von radioaktiven Altlasten: Termin für Entscheidung über Ort für Atommüllgrab wackelt
> Bis 2031 soll festgelegt werden, wo ein Endlager für Atommüll entsteht.
> Jetzt will das Umweltministerium den Termin offenbar ersatzlos streichen.
(IMG) Bild: Das gelbe X ist das Symbol gegen Atommülltransporte im Wendland. Bis ein Endlager gefunden ist, sind die Urenkel erwachsen
Dass die Suche nach einem Standort für ein Endlager für den
hochradioaktiven Atommüll viel länger dauert als zunächst geplant, findet
nun wohl auch Eingang in das entsprechende Gesetz. In einem
Referentenentwurf des Bundesumweltministeriums für die Novellierung des
Standortauswahlgesetzes werde das bisherige Zieljahr 2031 ersatzlos
gestrichen, berichtete der Deutschlandfunk am Mittwoch. Die endgültige
Lagerung von Atommüll und die Suche nach einem Standort fällt in den
Zuständigkeitsbereich des von Casten Schneider (SPD) geführten
Bundesumweltministeriums.
Das Datum 2031 habe sich als nicht realistisch erwiesen, so der Bericht.
Eine gesetzliche Frist sei nicht mit den Anforderungen an das
Auswahlverfahren für den bestmöglichen Standort kompatibel. Der Entwurf
liegt dem Sender nach eigenen Angaben vor.
Das Bundesumweltministerium bestätigte auf Anfrage lediglich, dass der
Referentenentwurf derzeit vorbereitet werde. Das Verfahren befinde sich in
der Hausabstimmung auf Fachebene. Im nächsten Schritt erfolgten die
Einbindung sowie die Beratungen innerhalb der Bundesregierung. Inhaltlich
würden unfertige Entwürfe nicht weiter kommentiert, hieß es.
Dass die Standortsuche deutlich länger dauert, [1][hatte sich bereits vor
zwei Jahren abgezeichnet]. In mehreren Gutachten und Stellungnahmen war von
einer Entscheidung erst in den 2050er, 2060er oder sogar 2070er Jahren die
Rede. Bis ein Endlager nach der Benennung eines Standortes gebaut und
befüllt wird, werden weitere Jahrzehnte ins Land gehen.
## Ein Stück Ehrlichkeit
Die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg (BI) sieht in dem
mutmaßlichen Eingeständnis des Ministeriums „ein Stück Ehrlichkeit“. „Die
ursprüngliche Zielmarke war populistisch“, sagte BI-Sprecher Wolfgang
Ehmke. Der Öffentlichkeit habe suggeriert werden sollen, „dass die
gefährlichen hochradioaktiven Abfälle möglichst bald von der Oberfläche
verschwinden“.
In Deutschland fallen insgesamt rund 28.000 Kubikmeter hochradioaktiver
Atommüll an – das entspricht 10.500 Tonnen Schwermetall in etwa 1.900
Castorbehältern. Er besteht vor allem aus ausgedienten Brennelementen aus
Atomkraftwerken sowie aus Rückständen der Wiederaufarbeitung. Obwohl die
hochradioaktiven nur etwa 5 bis 10 Prozent des gesamten Volumens aller
radioaktiven Abfälle ausmachen, enthalten sie mehr als 99 Prozent der
Radioaktivität.
[2][Mit der Suche nach dem Endlager] ist die Bundesgesellschaft für
Endlagerung (BGE) mit Sitz im niedersächsischen Peine beauftragt. Das
Endlager soll mindestens 300 Meter unter der Erde liegen und von einer
mindestens 100 Meter dicken Gesteinsschicht als Barriere umgeben sein. Als
mögliche sogenannte Wirtsgesteine kommen Salzstöcke, Ton- und
Granitformationen infrage. [3][Die BGE hatte zuletzt noch rund ein Viertel
Deutschlands als potenziell geeignet] bezeichnet.
4 Mar 2026
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## AUTOREN
(DIR) Reimar Paul
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