# taz.de -- Atomgespräche zwischen USA und Iran: Die Kriegsgefahr bleibt bestehen
       
       > Eine dritte indirekte Verhandlungsrunde zwischen Vertretern aus
       > Washington und Teheran endet ohne Durchbruch. Kommende Woche ist der
       > nächste Termin angesetzt.
       
 (IMG) Bild: Omans Außenminister Sajjid Badr bin Hamad al-Busaidi (rechts) mit dem US-Sondergesandten Steve Witkoff (Mitte) und Trump-Schwiegersohn Jared Kushner
       
       dpa | Der Iran hat nach einer [1][indirekten Verhandlungsrunde mit den USA]
       weitere Gespräche für kommende Woche angekündigt. Ab Montag seien in Wien,
       wo die Zentrale der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) sitzt,
       „technische Gespräche“ geplant, sagte Außenminister Abbas Araghtschi vor
       Reportern. Sollten sie stattfinden, dürften Details eines möglichen
       Abkommens ausgehandelt werden. „Es war die beste und ernsthafteste Runde“,
       sagte der Minister. Ein US-Beamter bezeichnete die Verhandlungsrunde in
       Genf gegenüber dem US-Portal Axios lediglich als „positiv“.
       
       Beide Seiten lägen in wichtigen Fragen „noch weit auseinander“, berichtete
       das Wall Street Journal nach Abschluss der dritten Verhandlungsrunde in
       Genf. Bei den Treffen geht es vor allem um das umstrittene iranische
       Atomprogramm.
       
       Die USA wollen verhindern, dass die Führung in Teheran Atomwaffen
       entwickelt. Die iranische Regierung bestreitet entsprechende Absichten,
       zeigt sich jedoch bereit, ihr Nuklearprogramm zu begrenzen. Im Gegenzug
       fordert Teheran die Aufhebung harter Wirtschaftssanktionen.
       
       ## Trumps Ultimatum
       
       Omans Außenminister Badr al-Bussaidi, der zwischen beiden Seiten
       vermittelt, kündigte neue Gespräche für kommende Woche an. Zunächst soll es
       Konsultationen mit den Regierungen in den Hauptstädten und zur Vorbereitung
       einiger Dokumente geben. Dies werde Zeit benötigen, sagte Irans
       Außenminister Araghtschi.
       
       Ob es aber tatsächlich zu einer weiteren Verhandlungsrunde beider Seiten
       kommen wird, ist noch unklar. US-Präsident Donald Trump hatte der
       iranischen Staatsführung vor einer Woche noch ein Ultimatum bis Anfang März
       gestellt. „Entweder wir erzielen eine Einigung oder es wird für sie
       bedauerlich“. Trump hat mit militärischen Maßnahmen gedroht, sollte keine
       Einigung erzielt werden.
       
       ## Wie wird sich Trump entscheiden?
       
       Der US-Sender ABC News meldete, Admiral Brad Cooper, der Chef des
       US-Regionalkommandos für den Nahen Osten (Centcom), habe Trump am
       Donnerstag – also am Tag der Verhandlungen in Genf – über militärische
       Optionen unterrichtet. Der Sender berief sich auf eine Trump nahestehende
       Person. Axios meldete dies ebenfalls. Auch US-Generalstabschef Dan Caine
       habe dem Treffen beigewohnt, berichteten beide Medien.
       
       Caine hatte Trump und dessen Team Medienberichten zufolge erst kürzlich vor
       Risiken eines Militäreinsatzes im Iran gewarnt. Demnach sieht er
       insbesondere die Gefahr, in einen langwierigen Konflikt verwickelt zu
       werden.
       
       ## Vance: Keine US-Verwicklung in langwierigen Nahostkrieg
       
       US-Vizepräsident J. D. Vance befürchtet jedoch nicht, dass [2][mögliche
       US-Angriffe auf Iran] sein Land in einen jahrelangen Krieg im Nahen Osten
       verwickeln könnten. In einem Interview mit der Washington Post gab Vance
       laut der Zeitung am Donnerstag an, nicht zu wissen, wie sich Trump
       entscheiden werde. Als Optionen beschrieb er sowohl Militärschläge, „um
       sicherzustellen, dass Iran keine Atomwaffe bekommt“, als auch eine
       diplomatische Lösung.
       
       „Die Vorstellung, dass wir jahrelang und ohne absehbares Ende in einem
       Krieg im Nahen Osten sein werden – das wird auf keinen Fall passieren“,
       sagte Vance der Zeitung zufolge. Der Vizepräsident verwies demnach auf die
       begrenzten US-Angriffe auf iranische Atomanlagen im vergangenen Jahr sowie
       auf den Militäreinsatz in Venezuela im Januar, die „sehr klar definiert“
       gewesen seien.
       
       Iran hat gewarnt, dass es jeden Angriff, auch wenn er noch so begrenzt sein
       sollte, als Auslöser für eine umfassende Reaktion betrachten werde. „Dies
       könnte die letzte Chance sein, eine Einigung zu erzielen“, zitierte das
       Wall Street Journal Saeid Golkar, Experte für Irans Militär an der
       University of Tennessee. „Gelingt dies nicht, werden die USA als Nächstes
       mit militärischen Mitteln klären, was sie mit diplomatischen Mitteln nicht
       lösen können.“
       
       ## Massive US-Präsenz in der Region
       
       [3][Das US-Militär hat inzwischen eine massive Streitmacht mit zwei
       Flugzeugträgern, weiteren Kriegsschiffen, Dutzenden Kampfjets sowie
       Flugabwehr und Militärflugzeugen in den Nahen Osten verlegt.] Darunter sind
       auch Maschinen zur Luftbetankung, die bei intensiver Bombardierung über
       große Distanzen benötigt werden. US-Medien zufolge ist es das größte
       Aufgebot von US-Luftstreitkräften in der Region seit dem Irakkrieg 2003.
       
       Irans Delegation wies in den jüngsten indirekten Verhandlungen offiziell
       mehrere US-Forderungen zurück, wie iranische Staatsmedien berichteten. Das
       Land sei nicht bereit, seine mehr als 400 Kilogramm hochangereichertes Uran
       ins Ausland zu überführen. Die Regierung bestehe außerdem auf ihrem Recht,
       Kernenergie friedlich nutzen zu dürfen und dafür auch die
       Brennstoffproduktion zu erhalten. Der Iran fordert außerdem die Aufhebung
       der harten UN-Sanktionen, wie die staatliche Nachrichtenagentur Irna
       berichtete.
       
       Die Verhandlungsführer auf der US-Seite, der Sondergesandte Steve Witkoff
       sowie Trumps Schwiegersohn Jared Kushner, hätten bei den Verhandlungen
       gesagt, dass Iran seine drei Atomstandorte Natans, Fordo und Isfahan
       zerstören und das verbleibende angereicherte Uran an die USA liefern müsse,
       meldete das Wall Street Journal unter Berufung auf Beamte. Jedes
       Atomabkommen müsse zudem „für immer gelten“, hieß es.
       
       27 Feb 2026
       
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